Flugvorbereitung/Karten
Karten (AIP, Jeppesen & Co.)

VFR-Karten (Papier)

Früher hatten - wie in fast allen europäischen Ländern - VFR-Flieger auch in Italien die Wahl zwischen den von der nationalen Luftfahrtbehörde (hier: ENAV) herausgegebenen (offiziellen) „ICAO-Karten“ und den von Jeppesen publizierten "VFR+GPS"-Karten (beide mit Maßstab 1:500000). Das war auch gut so, denn leider sind die italienischen ICAO-Karten grottenschlecht gemacht und insgesamt nur sehr schlecht lesbar. Z.B. ist es aufgrund der unglücklichen Farbgebung und der geringen Kontraste meist sehr schiwerig, die einzelnen VFR-Sektoren der TMAs zu erkennen und zu zügig wahrzunehmen. Außerdem fehlen dort sämtliche Aviosuperfici! Dazu kommt, dass die Karten, obwohl sie jährlich auf Frühjahrsstand aktualisiert werden, oft erst im Frühherbst zum Verkauf stehen - witzlos. Und: die Karten sind teuer und kaum zu bekommen.

Daher wurden - zumindest von ausländischen Piloten - bisher allermeistens Karten von Jeppesen vorgezogen, zumal sie auch deutlich günstiger waren als die ICAO-Karten. Auch ich habe diese jahrelang benutzt.

Leider wurden die Papierkarten von Jeppesen ja 2013 vollständig eingestellt. Jepp konzentriert sich nunmehr vollständig auf seine elektronischen Karten in Form des Produkts "Mobile Flite Deck VFR". Auch Italien ist dort natürlich als Land vollständig implementiert. Mehr dazu weiter unten.

Damit sind jene Piloten, die trotz der vielen Möglichkeiten, die die elektronischen Karten zweifellos bieten, nach wie vor Papierkarten vorziehen, was Italien angeht leider ziemlich angeschmiert. Die DFS bietet ihre sehr gute "Visual 500"-Serie bisher leider nicht für Italien an. Einzige Alternative:

Der Avioportolano-Verlag (Herausgeber des berühmten Avioportolano-Flugplatzhandbuchs) hat ebenfalls VFR-Karten im Maßstab 1:500.000 im Angebot; ursprünglich waren diese einmal für die reine UL-Fliegerei konzipiert, weshalb unter anderem die TMAs gar nicht dargestellt wurden. Dies hat sich zwar 2014 geändert, sprich es sind seitdem auch die TMAs verzeichnet. Leider hat man im Hause Avioportolano den selben "Fehler" gemacht wie ANP und früher auch Skydemon (siehe dazu weiter unten), sprich es wurden sämtliche der (Italien-spezifischen) "VFR Sectors" nicht verzeichnet! Man konnte diese Karten somit auf keinen Fall als primäre Flugplanungs- und Flugdurchführungsgrundlage verwenden. Dies war schade, denn die Karten sind viel angenehmer zu lesen als die ICAO-Karten und die Topographie ist recht gut dargestellt. Außerdem sind alle öffentlichen Aviosuperfici und Campi di volo sind auf diesen Karten verzeichnet.

Im Jahre 2015 wurden aber ja glücklicherweise die TMAs von Rom und Mailand einer Generalrevision unterzogen, sprich es gibt diese unsäglichen VFR-Sectors nicht mehr. Somit sind seit der 2016er Edition der Avioportolano-Karte nun auch die TMAs dort "richtig" verzeichnet. Dennoch bleibe ich persönlich etwas skeptisch hinsichtlich der Datenqualität im Detail. Aber wie gesagt: es ist mittlerweile die einzige brauchbare VFR-Papierkarte für ganz Italien im Maßstab 1:500000. Italien wird durch insgesamt 7 Blätter abgedeckt. Das Blatt Sizilien enthält seit 2016 auch Malta. Bestellen kann man die Karten entweder direkt beim Avioportolano-Verlag oder bei einem Luftfahrtbedarfshandel.

Zwei Lichtblicke gibt es jedoch: seit 2014 gibt es eine VFR-Karte im Maßstab 1:1.000.000, welche den ganzen Alpenraum sowie Italien bis auf die Höhe von Neapel abdeckt. Dies ist die Air Million-Karte, Blatt "Alps", welche es im Flugbedarfshandel gibt. Seit Anfang 2016 gibt es dazu auch eine Karte "Süditalien", welche außerdem Tunesien mit abdeckt. Die Karten sind recht gut gemacht. Als primäres Navigationsmittel sind sie zwar aufgrund ihres Maßstabs nicht wirklich geeignet; als Backup aber umso mehr. Die Aviosuperfici und campi di volo sind, wenn auch etwas lückenhaft, verzeichnet.

Zweiter Lichtblick sind die 1:500000er VFR-Karten von RogersData. Seit ein paar Jahren gibt es von dieser Serie auch eine komplette Abdeckung Italiens. Auf den Karten sind auch alle Aviosuperfici und campi di volo gemäß Avioportolano verzeichnet. Wenn man den kompletten Kartensatz Italien kauft (4 Stück), ist man allerdings 100 Euro los. Schwachpunkt: es fehlen auf diesen Karten die hier und da in Italien noch bestehenden "VFR-Stecken" innerhalb der CTRs (hierfür hat man allerdings in der Regel die Sichanflugkarten).

Überhaupt nicht zu empfehlen sind die in Italien hier und da angebotenen "Fly VFR"-Karten.

Abschließend noch folgendes: Unabhängig von der Frage, welche Karten man nutzt, sei hier noch einmal ausdrücklich empfohlen, diese wirklich sehr genau zu studieren, da die Luftraumstruktur oft erst nach längerem Betrachten gänzlich klar wird. Insbesondere ist es nicht einfach, die vertikalen Ausmaße der diversen LI-Rs, der CTRs und der TMAs auf Anhieb zu erkennen und zu verinnerlichen. Und: bei "digitalen" Vektorkarten aufpassen, dass auch wirklich alle Lufträume angezeigt werden!

Abschließend sei also zum Thema Papierkarten noch gesagt, dass diese im Zusammenhang mit Italien grundsätzlich problematisch sind. Dies hat damit zu tun, dass leider die italienischen Behörden die Unart haben, wesentliche Luftraumänderungen auch unterjährig einzuführen, und nicht, wie z.B. in Deutschland, eigentlich nur einmal im Jahr. Dies führt dazu, dass man sehr häufig mit veralteten Karten herumfliegt, auch wenn es doch eigentlich die "neueste" ist. Daher empfehle ich - zumindest primär - auf digitale Vektorkarten zurückzugreifen.

VFR-Karten im digitalen Format

Bekanntermaßen sind derzeit Tablets als Cockpitool in der GA groß im Vormarsch. Dies gilt insbesondere auch für die Darstellung von VFR-Streckenkarten. Einleitend sei dazu nur noch einmal wiederholt, dass es keinerlei Verpflichtung gibt, Papierkarten an Bord zu führen (im Gegenteil: wer *nur* mit Papierkarten an Bord fliegt, der entspricht nicht den Anforderungen an den Part-NCO, da dieser zu jedem Zeitpunkt aktuelles Kartenmaterial fordert und jährlich einmal neu aufgesetzte Papierkarten dies natürlich nicht leisten). Daher kann z.B. ein iPad zumindest theoretisch komplett die bisherigen Papierkarten ersetzen.

Ob man nun Papier oder Elektronik vorzieht (und ob man im Fall von Elektronik doch noch eine Papierkarte als back-up mit sich führen möchte), muss letztlich jeder für sich entscheiden. Wichtig ist bei allen digitalen Produkten, die Vektorkarten verwenden, dass man bei den Darstellungseinstellungen keine Fehler macht, also nicht versehentlich wichtige Lufträume ausblendet. Wenn einem aufgrund eines solchen Fehlers eine Luftraumverletzung unterläuft, wird es natürlich kein Pardon geben.

Die Alternativen bestehen hier weitgehend aus:

1. Air Navigation Pro

ANP war die erste Anwendung für das iPad, die das Darstellen von VFR-Streckenkarten auf dem iPad ermöglichte und populär machte. Man hat hier die Wahl, entweder nur die kostenlosen (schlechten) Landschaftskarten zu laden und dann die von ANP generierte Luftraumstruktur als "darüber zu legen". Man erhält so eine komplett konfigurierbare Vektorkarte. Diese Alternative ist günstig (man muss nur einmalig für die ANP-App bezahlen), allerdings gelten die ANP-eigenen Daten als fehlerbehaftet und damit unzuverlässig. Daher muss ich für Italien-Flieger von ANP (zumindest als primäre Datenquelle) abraten.

Alternativ kann man zwar grundsätzlich innerhalb der App Add-on Karten (als Rasterkarten) hinzukaufen. Hierbei handelt es sich um die Avioportolano-Karten oder die RogersData-Karten. Die italienischen ICAO-Karten sind nicht verfügbar (allerdings sind diese ja wie ebenfalls schon gesagt so unbrauchbar, dass ich dies ohnehin nicht empfehlen würde). Und Jeppesen-Karten gibt es für ANP natürlich auch nicht, denn die (Jeppesen) machen ja keine Rasterkarten mehr und haben ja außerdem ihr eigenes digitales Produkt (siehe weiter unten). Nachteil aller zugekauften Rasterkarten ist, wie schon gesagt: es handelt sich schlicht um gesannte Versionen der Papierkarte, d.h. es ist nicht möglich, durch Filtereinstellungen z.B. einzelne Elemente ein- oder auszublenden; außerdem finden unterjährig keine regelmäßigen Aktualisierungen (AMDTs) gemäß der AIRAC-Cycles statt.

Insgesamt gilt ANP als nicht sehr gut supportet. Und wie gesagt, die Datenqualität bei den "eigenen" Luftraumdaten ist leider nicht gut. Man sollte sich daher nie auf ANP verlassen, sondern dies höchstens neben anderen, zuverlässigeren Karten zum Zwecke der "situational awareness" mitlaufen lassen.

Was die Flugplatzdatenbank angeht, so greift ANP für die Aviosuperfici und Campi di volo auf die sehr umfangreiche Avioportolano-Datenbank zurück, so dass dort sämtliche veröffentlichte Plätze enthalten sind.

2. Skydemon

Das von Briten entwickelte Programm Skydemon geht einen etwas anderen Weg als ANP. Die Karten sind allesamt proprietäre Kartenformate in Form von Vektorenkarten; man kann keine Rasterkarten von Drittanbietern hinzukaufen. Dies hat den Vorteil, dass man die Karten beliebig "customizen" kann. Außerdem kann man den "Stil" der Kartendarstellung festlegen, so dass diese dann z.B. mit dem von deutschen Piloten gewohnten Layout der DFS-ICAO-Karten entspricht. Kleiner Nachteil: die gesamte Terraindarstellung inkl. Straßen, Flüssen etc. ist nicht so sehr detailreich. Insgesamt aber ein sehr gutes Programm. SD hatte lange Zeit Probleme mit den italienischen TMAs. Zum Glück wurden diese aber dann endlich - zumindest halbwegs - korrekt implementiert, bevor dann ja 2015 die VFR-Sectors abgeschafft wurden und die TMAs insgesamt eine standardgemäßer Struktur bekamen. Auch sonst gilt SD als sehr fix bei der Aktualisierung der Datenbank bei AIRAC-Änderungen. Alles in allem kann Skydemon daher mittlerweile für das Fliegen in Italien empfohlen werden.

Was die Flugplatzdatenbank angeht, so greift auch Skydemon für die Aviosuperfici und Campi di volo auf die sehr umfangreiche Avioportolano-Datenbank zurück, so dass dort sämtliche veröffentlichte Plätze enthalten sind.

3. Jeppesen Mobile Flite Deck VFR

Die 2013 neu vorgestellte Jeppesen-Software "Mobile Flite Deck VFR" erlaubt das Darstellen einer Jeppesen-eigenen VFR-Streckenkarte (als Vektorkarte) auf dem iPad. Leider hatte Jeppesen den Trend zu Tablets viel zu spät erkannt. Auch heute ist das Innovationstempo immer noch sehr langsam. so dass das Programm feature-technisch hinter der Konkurrenz zurückliegt. Aber dennoch: grundsätzlich ist das Programm qualitativ gut, stellt aber auch die teuerste Alternative dar. Dafür ist preislich zu berücksichtigen, dass Jeppesen MFDVFR nicht nur die Streckenkarten, sondern ja auch die "Anflugkarten" quasi schon enthält (und diese sehr nett und elegant mittels Zoomfunktion in die "normale" Streckenkarte integriert hat). Außerdem kann man, wenn jediglich eine große Flugreise durch Italien geplant ist, für halbwegs vertretbares Geld ein 28 Tage lang gültiges "Trip-Kit" erwerben. Die Datenqualitat von Jeppesen gilt im Allgemeinen als sehr gut. Auch die topographischen Details sind etwas besser und genauer als bei SD. Insgesamt gilt das Programm selbst aber noch nicht als 100% ausgereift und vollständig wie SD. Insbesondere fehlen viele Flugplanungsfuntionen wie Weight & Balance und Flugplanaufgabe komplett.

GROSSER NACHTEIL für Flüge in Italien: Was die Flugplatzdatenbank angeht, so pflegt Jeppesen bekanntlich seine eigene Datenbank, die wiederum prinzipiell nur aus der AIP entspringt. Darüber hinaus führt Jeppesen zwar auch einige, aber bei weitem nicht alle der "Aviosuperfici" und überhaupt keine "Campi di volo". Sprich: die meisten fehlen. Ohne diese Plätze ist das Fliegen in Italien aber witzlos. Es ist derzeit auch nicht möglich, diese Plätze behelfsweise als "user-waypoints" einzufügen. Daher kann Jeppesen MFDVFR für Flüge in Italien allgemein leider letztlich nicht empfohlen werden.

Ansonsten entspricht das "Design" der Karten bei MFDVFR exakt dem von früher bekannten Design von den Papierkarten. Nahezu jeder findet sich hiermit nach kurzer Zeit ordentlich zurecht. Das heißt aber nicht, dass stets alles intuitiv erkennbar und verständlich ist; Schuld daran ist aber nicht so sehr das Kartendesign, sondern schlicht die in Italien teilweise sehr komplexe Luftraumstruktur.

4. PocketFMS / EasyVFR

Das klassische PC-Produkt heißt "PocketFMS", die ipad-Version davon nennt sich "EasyVFR". Das Konzept ist ähnlich wie bei Skydemon und Jeppesen, sprich es werden proprietäre Vektorkarten erstellt. Auch dieses Programm soll kurz erwähnt sein, denn die Qualität der Luftraumdaten hat einen guten Ruf. Insbesondere auch in Italien sind z.B. die TMAs seit jeher korrekt dargerstelt. Leider ist die Grafik ein bisschen "C64-Style", was mir so nicht so gut gefällt. Außerdem fehlen in den Bergen sämtliche Geländehöhenpunkte.

Ansonsten aber auch eine Option. Was die Flugplatzdatenbank angeht, so greift PocketFMS für die Aviosuperfici und Campi di volo auf die sehr umfangreiche Avioportolano-Datenbank zurück, so dass dort sämtliche veröffentlichte Plätze enthalten sind.

5. Garmin Pilot

Seit ca. 2016 ist auch das kombinierte VFR-& IFR-Programm von Garmin als erntzunehmende Alternative zu bezeichnen. Ähnlich wie AirNavPro erlaubt Garmin Pilot beides, also entweder die Garmin-eigenen Vektorkarten zu verwenden oder als Rasterversion andere Karten hinzuzukaufen. Letzteres ist keine besonders elegante Lösung; außerdem gibt es keine guten Karten für Italien im Angebot (nur die ENAV-Karten aus der AIP). Die eigenen Vektorkarten von Garmin haben leider im Detail noch immer einige Schwachpunkte. Daher kann ich Garmin Pilot letztlich für das Fliegen in Italien letztlich nicht sehr empfehlen.

Airport Directories und VFR-Anflugkarten
Auch hier ist bei Jeppesen nun endgültig das Ende der Papierprodukte gekommen. Bei den Airport Directories ("AD") und den VFR-Anflugkarten ("VAC") hat man wiederum die Wahl, entweder jene aus der offiziellen italienischen AIP (es gibt keine separate "AIP-VFR" wie in Deutschland) via Internet downzuloaden (siehe dazu weiter unten) oder Jeppesen FD / Mobile Flight Deck VFR oder Skydemon zu beziehen.

Vorteil des Jeppesen: Dieser enthält im Gegensatz zur AIP auch einige (aber nicht alle!) Aviosuperfici. Andererseits ist aber auch zu erwähnen, dass der Zugang zur gesamten AIP Italien komplett gratis über das Internet möglich ist. Allerdings gibt es dort - im Gegensatz zum Jeppesen - für die unkontrollierten Plätze keine VACs. Meine Tendenz: es sei denn, es handelt sich um einen sehr kurzen oder spontanen Italien-Flug, empfehle ich aufgrund der besseren Darstellung und Vollständigkeit hier klar den Jeppesen, auch um stets für alle Plätze (Stichwort: kurzfristige Planänderung) Karten dabei zu haben, zumal man ja für halbwegs erträgliches Geld das so genannte „Trip-Kit“ bestellen kann.

Rein für die AD-Abschnitte der AIP lässt sich auch sehr bequem die Aeroplates-App von Rocketroute in Verbindung mit einem iPad nutzen. Oder die App "AIP Italia" (siehe weiter unten).

Noch ein Tipp am Rande: Wer seinen Flug wirklich "perfekt" vorbereiten will, vergleicht insbesondere die Airport Directories von Jeppesen noch mit denen aus der AIP. Meine Erfahrung ist, dass Jeppesen bei deren Zusammenstellung des Abschnitts "AD" teilweise sehr synthetisch arbeitet und einige nicht gänzlich unwichtige Besonderheiten und Regulierungen nicht übernimmt! Und: die NOTAMs natürlich nicht vergessen!

Wer darüber hinaus komplette Infos zu allen Aviosuperfici zur Hand haben will, braucht dazu noch den "Avioportolano" (siehe den gleichnamigen Abschnitt auf dieser Website).

IFR-Streckenkarten
Was IFR-Streckenkarten betriftt, so nimmt man vorzugsweise die gedruckten Jeppesen Low Altitude Charts. Italien wird durch die Karten 3/4 (Nordwestzipfel), 5/6 (Westzipfel), 11/12 (Nordostzipfel) und 13/14 (der gesamte Rest) abgedeckt. Zur Not (z.B. sehr kurzfristig geplanter Flug) kann man sich auch Auszüge der Enroute-Charts aus der Online-AIP ausdrucken. Oder man verwendet die Enroute-Charts von Jeppesen FD auf einem iPad, Rocketroute oder Skydemon. Es ist zu erwarten, dass auch die Jeppesen IFR-Streckenkarten bald nicht mehr in Papierform angeboten werden.

IFR-Anflugkarten
Für die IFR-Terminal Charts (IAPs, SIDs, STARs) empfiehlt sich, eines der elektronischen Produkte von Jeppesen oder Skydemon, bzw. für einmalige Flüge, der Jeppesen Trip-Kit IFR Italien (ist allerdings schon recht teuer, ca. 200 Euro). Für kleinere Touren empfiehlt es sich hingegen, die Charts der benötigen Plätze aus dem Internet zu laden und zu drucken (siehe unten). Oder eben wiederrum die App "AIP Italia" (siehe unten).

Eine schlaue und günstige Alternative liegt in der Verwendung der Aeroplates-App von Rocketroute in Verbindung mit dem iPad. Dabei sollte man vor dem Flug sämtliche womöglich zu verwendenden Karten auf dem iPad speichern.

GEN, ENR, etc.

Auch was die generellen Informationen aus der AIP (also GEN, ENR, etc.) betrifft, so bleibt die offizielle AIP Italien fast unverzichtbar, das diese Infos im Jeppesen oftmals nur sehr stark verkürzt und vereinfacht enthalten sind. Daher sei an dieser Stelle kurz erklärt, wie man sich per Internet Zugang zur AIP-Italien verschafft. Dies ist zum einen möglich über die EAD-Datenbank

https://www.ead.eurocontrol.int/publicuser/public/pu/login.jsp

wobei auch hier eine kostenlose Anmeldung notwendig ist.

Oder aber man geht auf die Website der italienischen Flugsicherungsbehörde ENAV:

- Klick hier
- Formular ausfüllen (als "Qualifica" kann man "Altro" eingeben) und abschicken
- Aktivierung des Accounts per e-mail abwarten

- Wenn dies geschehen ist:
- Wieder auf diesen Link gehen
- Login und Passwort eingeben und auf "Accesso" klicken

Auf der nächsten Seite (dann wieder in Englisch) sind dann die entsprechenden Abschnitte der AIP (GEN, ENR, etc.) links in der Navigationsleiste anwählbar. Die Anflugkarten und Airport Directories liegen z.B. unter „AD2-AD3“, die monatsaktuellen NOTAMs unter "Sommario NOTAM". 

"AIP Italia"-App

Es gibt die AIP von Italien auch als sehr komfortable App für das iPad (im Appstore einfach "AIP Italia" eingeben). Sie kostet zwar einmalig ein paar Euro, aber die sind es für diejenigen, die sich wirklich einmal in dieses Werk einlesen möchten, dennoch absolut wert. Es können einzelne Dateien auch lokal auf dem Ipad gespeichert werden, so dass die entsprechenden Files dann auch offline, also z.B. im Flug verfügbar sind. Dies ist besonders hilfreich im Zusammenhang mit den in der AIP enthaltenen VFR-Streckenkarten (siehe ENR 6.3).


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