In diesem Teil seien die übrigen Abschnitte der französischen Mittelmeerküste (ohne der Provence und der Côte d’Azur) vorgestellt, sprich alles, was westlich der Rhône-Mündung liegt. Mit anderen Worten: hier geht es um die Küstenbereiche der historischen Regionen Languedoc und Roussillon (heute Teil der Region Okzitanien).
Berühmt ist diese Gegend vor allem für ihre riesigen Sandstrände. Allerdings sind Teile dieser Küste auch touristisch und architektonisch etwas verschandelt. Andere Abschnitte sind fast ein bisschen zu desolat und wenig erschlossen. Außerdem hat man an vielen Tagen – insbesondere in der Gegend von Perpignan und Béziers relativ starken Wind, welcher beim Badeurlaub in Verbindung mit dem feinen Sand etwas störend sein kann.
Aber es gibt auch außerhalb der unmittelbaren Strandszene viele Highlights hier. Insbesondere die Städte Nîmes, Montpellier, Sète und Narbonne seien von mir sehr empfohlen. Aber auch die im Bereich des Rhône-Deltas gelegene Naturlandlandschaft der Camargue ist wunderschön und einzigartig. Nett ist dort der Ort Sainte-Mairies de la Mer.
Auch speziell im Westen des Languedoc-Roussillon kann es gelegentlich starke Winde geben. Das ist hier der Norden kommende Fallwind Tramontane, der unangenehm sein kann.
Nîmes
Häufig wird diese Stadt am Südrand der Cevennen von Touristen aufgrund ihres Charakters noch der Provence zugeordnet. Das ist aber nicht richtig, denn sie liegt schon westlich der Rhône und damit im Languedoc-Roussillon. Vor allem aber war Sie zur Zeit von Augustus, also auch zur Zeit Jesus Christi, die größte römische Stadt in Frankreich, aus der einige tolle Monumente erhalten geblieben sind.
In jedem Fall ist eine eine Stadt, die ich für einen Besuch sehr empfehlen möchte. Außenrum zwar zunächst etwas hässlich, ist die Altstadt umso schöner. Sie ist nicht riesig und auch nicht klein; hat genau die richtige Größe, um sich wohl zu fühlen und doch genug zu tun und sehen zu haben. Man muss aber auch gar nichts tun, denn das südfranzösische Flair reicht schon, um einfach so in den Tag zu leben. Mir persönlich gefällt Nîmes mindestens genauso gut wie Montpellier, da weniger „touri“. Außerdem hat man als Pilot gleich zwei wunderbare Flugplätze zur Verfügung, einen sehr stadtnahen VFR-Grasplatz und einen, ein paar Kilometer weiter außerhalb gelegenen Flughafen mit IFR, Mietautos, etc.
Nîmes-Courbessac (LFME) ist ein typischer französischer GA-Platz. Kein PPR, keine Security, keine Gebühren und lange Graspisten. Allerdings auch kein ATS, sondern nur A/A, und zwar leider „French-only“. Die Piste ist breit, aber auch ein bisschen ruppelig und rau, stellenweise auch etwas steinig. Der Platz liegt am östlichen Stadtviertel Courbessac und schon innerhalb der CTR von Nîmes-Garons (LFTW), so dass man zunächst mit dem Tower von Garons funkt. Sobald Courbessac in Sicht ist, wechselt man auf die dortige Frequenz. Man sollte -wie überall – die Textinstruktionen auf der VAC lesen.
Abwechselnd ist meist entweder die linke oder die rechte Piste gesperrt, was aber aus der Luft gut erkennbar ist. Der lange Rollweg zu den Abstellflächen im Nordwesten des Platzes ist teilweise auch steinig. Also etwas Vorsicht. Der Flugplan kann nach der Landung noch per Funk bei Garons TWR geschlossen werden. Auch vor dem Abflug sollte man wieder Kontakt mit Garons TWR aufnehmen.
Die Avgas-Tanke (nur 100LL) ist lässt sich mittlerweile auch mit normaler Kreditkarte in Gang bringen.
Die Telefonnummer für Taxis ist 0466294011; dies kommt meist innerhalb von 5-10 Minuten. In die Altstadt kostet es (für Frankreich) akzeptable 18 Euro. UBER geht natürlich auch. Es gibt auch eine Tramanbindung (Linie T2, von der 300m entfernten Haltestelle „Paloma“ zur Station „Esplanade“).
Nîmes-Garons (LFTW) ist ein gemischt militärisch-ziviler Flughafen ein paar Kilometer südlich der Stadt. Ryanair fliegt hier seit einigen Jahren. Für die GA ist der Platz PPR, was aber vor allem mit recht knappen Parkflächen zusammenhängt. Außerdem ist leider auch hier aufgrund der Zollthematik JEDER internationale Flug ohnehin PPR. Das kann man aber in einem Aufwasch, sprich mit einer einzigen Anmeldung erledigen. Rechtzeitig muss es halt sein. ULs brauchen nochmal eine gesonderte, im Voraus einzuholende Genehmigung.
Generell sollte man hier versuchen, die Start- und Landezeiten der eher wenigen Airliner-Flüge zu meiden, weil dann das Personal knapp ist und verschärfte Sicherheitsvorkehrungen auf dem Vorfeld herrschen.
In jedem Fall sollte man für das Abrollen überden Taxiway Juliet planen, denn dieser führt zum zivilen Vorfeld P5 und zum Terminal. Für das Tanken und die genaue Parkposition sollte man nach dem Abrollen in Abstimmung mit dem TWR die offizielle Operations-Frequenz des Platzes (131.700) rufen. Kleine GA-Flugzeuge werden in der Regel am südlichen Rand des Apron P5 geparkt (5V bis 5Z). Leider gibt es dort keine Tie-down Ringe im Asphalt; bei Bedarf kann man lediglich ein paar Gewichte bekommen. Avgas 100LL und Jet-A1 kommen auf Anfrage per Truck zur Parkposition. Hier kann man Glück oder Pech haben; wie an vielen dieser kleineren Flughäfen wird auch
hier alles mit wenig Personal erledigt; für das Tanken ist an diesem riesigen Platz manchmal nur eine Person zuständig. Auch deshalb sollte man die An- und Abflugzeiten der Liner meiden. Dann kann man auch selbstständig
zu Fuß (auch ohne hi-vis) die kurze Strecke zum Eingang des Terminals gehen.
Der Platz ist damit natürlich nicht ganz so „kuschelig“ wie Courbessac. Er ist aber gegenüber Courbessac die Wahl, wenn man IFR, Nacht, Zoll, Asphalt, Jetfuel oder einen Mietwagen braucht, denn all das bietet er. Außerdem etwas zu Essen im Terminal. Die Gebühren sind moderat. Taxis nach Nîmes sind aufgrund der etwas größeren Distanz allerdings etwas teuer. Wie gesagt, hier lohnt sich meist ein Mietwagen. Wenn man einen solchen hat, kann man vom Flughafen aus auch sehr zügig die Stadt Arles erreichen.
Noch einmal zur Stadt Nîmes
Ein gut gelegenes, völlig ausreichendes Hotel ist das „Square Hotel“. Ansehen sollte man sich unbedingt natürlich die recht gut erhaltene Arena, also auch von innen. Tipp: früh morgens zur Öffnungszeit da sein und auch den Audio-Guide nutzen. Aber auch das Maison Carrée, einer der am besten erhaltenen Tempel auf dem Gebiet des ehemaligen Römischen Reichs, muss gesehen sein. Dazu die Port d’Auguste und die schöne Anlage des Gardin de la Fontaine. Nîmes ist die am stärksten römisch geprägte Stadt Frankreichs.
Wenn man noch einen weiteren Tag Zeit hat, sollte man mit einem Mietwagen einen Ausflug durch die Camargue, dem Mündungsgebiet der Rhône zu machen. Diese Gegend erinnert mit seiner wunderbaren Landschaft, Flora und Fauna an das Podelta in Italien. Mit Glück bekommt man hier Wildpferde, Pelikane und Stiere zu sehen. Als Mittagsstop ansteuern sollte man unbedingt den hübschen Küstenort Sainte Mairies De La Mer. Dort gibt es nicht nur Strand, sondern auch viele viele Restaurants, wo man lecker Fisch essen kann. Auf der Rückfahrt kann man dann noch einen Abstecher nach Aigues-Mortes machen, das zwar nicht direkt am Meer liegt, aber insgesamt noch etwas sehenswerter ist als Saintes Mairies. Außerdem gibt es in der Gegend sehr viel Weinanbau.
Ein anderer Ausflug von Nîmes ist ist zum berühmten Pont du Gard, welcher sich nur ca. 20 Kilometer nordöstlich von Nîmes befindet. Der Aquädukt ist von beeindruckender Höhe und beinhaltet einen der am besten erhaltenen Wasserkanäle aus der Römerzeit in Frankreich. Er zählt damit zu den wichtigsten erhalten gebliebenen Brückenbauwerken der antiken römischen Welt und ist wohl eine der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Südfrankreichs.
Unter „Fotos/Reiseberichte“ habe ich einen detaillierten Bericht zu Nîmes.
Montpellier
Montpellier ist eine der größten Städte an der französischen Mittelmeerküste. Insbesondere ist sie eine wichtige Universitätsstadt, was ihr eine dynamische Art verleiht. Es gibt eine lebendige Kneipenszene vor allem im westlichen Teil der Altstadt.
Auch diese Stadt bietet der GA zwei exzellente, komplett unterschiedliche Landemöglichkeiten:
Der Flughafen Monpellier-Méditerranée (LFMT), ca. 8 Kilometer südöstlich der Stadt gelegen, hat reichlich Linienverkehr, ist aber gleichzeitig fantastisch auch für die GA (außer platzfremde ULs, die hier nicht zugelassen sind). Hier sind eine große staatliche Flugschule und mehrere Clubs zu Hause. Ein Musterbeispiel eines Flughafens, wie man ihn sich viel häufiger in Europa wünschen würde.
Der Platz kann H24 angeflogen werden (der Tower ist durchgehend besetzt). Lediglich ist darauf zu achten, dass hier im Sommer meist ein NOTAM herausgegeben wird, das für das Parken dann PPR verordnet, und zwar manchmal offiziell mit 72h Vorlauf. Immerhin, in der Praxis geht dann auch deutlich weniger. Handling ist keine Pflicht für kleine GA-Maschinen. Für die „lokale“ GA gibt es eine etwas kleinere Piste (30L/12R); „besuchende“ GA wird allerdings meist auf die große Piste 30R/12L geschickt, da dies etwas näher zum GA-Parking für Besucher (Apron Echo und vor allem Foxtrott) liegt; Verzurrpunkte sind dort vorhanden, man sollte aber selbst Tie-Downs mitbringen. Tanken: es gibt für Avgas 100LL eine fixe Tankstelle ganz am Ende des Apron Foxtrott. Diese nimmt mittlerweile auch normale Kreditkarten. Alternativ gibt es auch für Avgas einen Tanklaster mit Betankungsservice, was aber häufig etwas dauern kann. Für Jetfuel gilt dasselbe. Von der Tankstelle aus kann man die Maschine sogar auf die nahesten Abstellpositionen des Apron F von Hand ziehen (natürlich nach Abstimmung mit „Ground“). Vom Apron F aus (wo man mit kleinen Maschinen in der Regel parkt), darf man zu Fuß nordwestwärts mit Warnweste zum GAT gehen (400 Meter). Man geht einfach durch die beiden Glastüren durch. Mietwagen gibt’s schräg gegenüber vom GAT.
Die Gebühren sind absolut gering, auch für das Parken. Diese sind beim Abflug zu bezahlen; dafür sollte man aber etwas Zeit einplanen; das Personal dort gilt als etwas behäbig. Wenn gar kein Personal am Schalter des GAT ist, was recht häufig vorkommt, bekommt man später eine Rechnung geschickt. Vom Flughafen aus in die Stadt gibt es Busse, Taxis, UBER (ca. 22 Euro) und wie gesagt natürlich auch Mietwagen. Es gibt direkt am Airport (10 Minuten vom GAT zu laufen) zwei ordentliche Hotels; erstens das „Aéroport Hôtel“ (mit Restaurant und sogar mit Sauna) und zweitens – noch mal 300 Meter weiter – noch ein Ibis Styles. Perfekt als Abendstop, wenn man z.B. am nächsten Tag weiter Richtung Spanien o.ä. möchte.
Achtung: Zoll/Einreise ist hier grundsätzlich (AIP) tagsüber ohne Voranmeldung möglich. Allerdings gibt es manchmal ein NOTAM, wo dann drinsteht, dass dafür eine Voranmeldung per Mail gefordert wird.
Eine reine VFR-Alternative stellt der Flugplatz Montpellier-Candillargues (LFNG), gute 15 Kilometer östlich der Stadt dar. Er hat keinen ATS, und der Platzfunk ist genau genommen auf Französisch vorgeschrieben. Es gibt nur Avgas, und auch prinzipell nur, wenn man die TOTAL-Karte hat; ansonsten braucht man Hilfe. Aber Vorsicht: der Platz ist nicht immer unbedingt besetzt. Wenn man Pech hat, ist schlicht kein Mensch am Platz, man muss sich das Taxi also selbst rufen, welches außerdem in die Stadt deutlich mehr (ca. 50 Euro) kostet. Falls man dort ein UBER bekommt, kann man sicherlich etwas Geld sparen. Dafür keinerlei Lande- und Parkgebühren. Leider aber seit Jahren schon kein Restaurant mehr.
Der Platz liegt nahzu direkt am Meer und ist auch direkt am Rande der Camargue gelegen. In den meisten Fällen ist für einen Besuch Montpelliers oder der Region aber LFMT sicherlich die etwas bessere Option (es sei denn für einen kurzen Tankstopp, oder während es in LFMT Park-PPR und keine freien Plätze gibt). Lediglich für ULs ist LFNG die einzige Option.
Noch mal zur Stadt Montpellier
Montpellier hat ein großzügiges Stadtbild. Berühmtester Platz in Montpellier ist die Place de la Comédie, mit dem Brunnen der drei Grazien (Les trois graces), der Oper und vielen weiteren charakteristischen Gebäuden. Wegen seiner ovalen Form wird der Platz auch „das Ei“ (l’œuf) genannt. Er ist das Zentrum der Stadt und Treffpunkt der Einwohner. So ein Hauch von Katalonien weht hier schon. Hübsch ist der Triumphbogen Porte du Peyrou. Beeindruckend der Aqueduc de Saint-Clément, am Ende des Place Royal du Peyrou, wo sich immer viele Menschen tummeln. Wer sich für Moderneres begeistern kann, sollte eine Besichtigung des Stadtteils „Antigone“ vornehmen. Es wurde im neo-klassizistischen Stil in den 80er Jahren erbaut, ist zu einem Vorbild modernen Städtebaus geworden. Als Hotel ist das Oceania zu empfehlen. Das Royal Hotel ist sehr zentral und in Ordnung, wenn auch die Straßenbahn direkt dran vorbei fährt.
Einen Ausflug an die Strände der unmittelbaren Umgebung von Montpellier kann man sich meiner Meinung nach eher sparen; die Küste ist vielfach voll von anonymen Apartmenthäusern, am Strand gibt es vielfach kaum Infrastruktur, teilweise gibt es bereits aus der Ferne erkennbare Bausünden.
Empfehlen kann ich aber einen Ausflug mit dem Mietwagen in die ca. 30 Kilometer von Montpellier entfernt liegende Hafenstadt Sète. Sie liegt auf einer schmalen Landzunge zwischen dem Mittelmeer und der Lagune Étang de Thau. Sète ist praktisch von allen Seiten von Wasser umgeben und wird deswegen auch als „Klein-Venedig des Langeudoc“ bezeichnet. Das Zentrum der Stadt ist der Canal Royal (Königskanal). Stilistisch ist die Stadt eine Mischung mediterraner Stile mit deutlichem italienischen Akzent. Zwar hier und da etwas runtergekommen und chaotisch, aber doch sehr besonders.
Als Alternative kann man von Montpellier aus sehr schnell mal einen Ausflug in die Berge machen, denn die südlichen Ausläufer der Cevennen liegen nur wenige Kilometer von der Stadt entfernt.
Béziers-Vias (LFMU)
Dies ist ein kleiner Regionalflughafen nur etwas weiter das Languedoc herunter in Richtung Westen. Er hat neben GA auch ein kleines bisschen Linie (Ryanair). Dem zu Dank hat der Platz IFR (allerdings kein ILS mehr!), Zoll (mit Voranmeldung) und Mietautos. Außerdem natürlich täglich englischsprachigen ATS. Die Öffnungszeiten der Flughafenverwaltung und des ATS variieren allerdings mit der Saison und werden daher stets per NOTAM bekannt gegeben. Im Winter kürzere Öffnungszeiten! Aber selbst im Sommer etwas unregelmäßig! Auch hier muss man allerdings stets mit viel Wind (auch von der Seite!) rechnen.
Leider auch hier: für internationale Flüge (auch innerhalb EU/Schengen) will man 24h Voranmeldung haben – obwohl das offiziell nirgends steht. Auch für jegliches Parken erfordert eine PN per Mail; was irgendwie wichtig genommen wird. Aber: selbst wenn man sich angemeldet und das Parken bestätigt bekommen hat, muss man mit SEPs dennoch meist ausschließlich auf Gras parken. Wobei das Gras eher eine ungepflegte Schotterfläche ist! Dort mit Motorkraft drauf zu rollen ist außerdem verboten, man muss (schwer) per Hand schieben (andererseits ist dies wegen des steinigen Bodens ohnehin besser so). Und wenn man dann draufsteht, lassen sich natürlich aufgrund des harten Bodens auch keine Verzurranker festmachen. Das ist alles nicht so optimal. Man kann versuchen, im Rahmen des PN-Vorgangs ausdrücklich eine Parkposition auf dem Asphalt-Vorfeld zu erbeten.
Auch das Asphaltvorfeld hat aber seine eigenen, merkwürdigen Regeln. Auch wenn es völlig leer ist, wird man dazu verdonnert, nur auf den gelben Linien entlangzurollen – etwas lächerlich. An der TOTAL-Tankstelle kann man direkt mit der TOTAL-Card bezahlen oder im Büro mit normaler Kreditkarte.
Aber sonst ist der Platz wie gesagt gut, da Mietwagen, kurze Wege und geringe Gebühren, sowohl für das Landen als auch das Parken. Es gibt eine Snackbar im Terminal (Sandwiches), aber natürlich nur Airport-Qualität und auch nicht immer geöffnet. Auch einen Linienbus in die Stadt gibt es, aber der Fahrplan passt eben nicht immer.
Béziers als Stadt ist einen Tag oder anderthalb durchaus wert. Schöner Landschaftsblick vom Vorplatz der Kathedrale. Das Hotel „Imperator“ hat eine perfekte Lage; ist lediglich leider etwas hellhörig. Die Stadt Narbonne (mit Mietwagen in 35 Minuten zu erreichen, oder alternativ mit dem Regionalzug) ist aber insgesamt noch etwas schöner (Wahnsinns-Kathedrale und sehr schöne Markthalle) und vor allem etwas gepflegter als Béziers.
Insbesondere aber wird LFMU häufig als reiner Tankstopp genutzt bei Flügen in Richtung Südspanien, um noch einmal günstig und unkompliziert (sehr schnelle „Turnaround-Zeiten“) vollzumachen (Perpignan bietet sich dafür bedingt auch an). Flieger mit großer Reichweite nutzen Béziers sogar, um den Ausflugzoll (mit 24h PN) bei Flügen nach Marokko zu machen, da spanische Flughäfen hierfür meist handlingpflichtig und insgesamt eher eine Katastrophe sind).
Es gibt in der Nähe von Béziers, genau gesagt recht strandnah bei Valras-Plage übrigens noch einen UL-Platz mit dem Namen Sauvian (LF3424), wo man wohl recht einfach eine Landegenehmigung bekommen kann (siehe www.airmidipassion.com) und dann freundlich empfangen wird.
Narbonne (LFNN)
Noch etwas weiter die Küste runter gibt es nur wenige Kilometer vom Meer entfernt eine sehr hübsche südfranzösische Stadt: Narbonne. Nur drei Kilometer außerhalb gibt es einen kleinen sympathischen, aber recht einfachen Flugplatz. Dieser hat allerdings die Einschränkung „à usage restreint“. Und zwar wird gefordert, dass anfliegende Piloten von einem lokalen Fluglehrer freigegeben werden (was aber nicht unbedingt einen Einweisungsflug bedingt). Dies hat im Wesentlichen damit zu tun, dass eine Hochspanning den Anflugweg kreuzt und auf der anderen Seite das Gelände etwas ansteigt. Außerdem „French-only“ am Funk.
Am Platz befindet sich ein Club, der vorwiegend UL, Segelflug und Motorsegelflug betreibt. Es gibt Avgas 100LL (natürlich nur in Absprache mit dem Club).
In die Stadt kommt man anstatt mit dem Taxi auch (außer sonntags) mit dem Linienbus (Linie 11).
Narbonne war übrigens die erste römische Kolonie außerhalb Italiens. Im Mittelalter wurde Narbonne vor allem als Heimat der Katharer bekannt.
Die Stadt liegt am Canal de la Robine (Seitenkanal des Canal du Midi), welcher wenige Kilometer weiter südlich ins Mittelmeer fließt. Er prägt diese Stadt. Sehenswert ist vor allem auch die riesige Kathedrale, sowie nahe liegende Bauwerke aus römischer Zeit. In Narbonne kan man wunderbar einen Tag mal so ins Land gehen lassen und die südfranzösische Art geniessen. Auch die Markthalle ist toll.
Anmerkung: laut einer mir vorliegenden Info aus 2025 ist es leider derzeit unmöglich, als Externer für Narbonne eine Genehmigung zu erhalten. Bitte rechtzeitig beim dortigen Aeroclub nachfragen!
Perpignan (LFMP)
Perpignan liegt bereits nur noch ca. 50 Kilometer von der spanischen Grenze entfernt und einen Steinwurf von den Hängen der Pyräneen. Dies ist das Roussillon. Zum Meer sind es von dort gute 10 Kilometer. Trotz seiner Größe ist er auch kein schlechter Flugplatz für die GA. Negativ ist lediglich, dass die (platzfremde) GA auf dem „Apron Nord“ parkt und der Fußweg zum Terminal etc. recht weit ist – insbesondere mit Gepäck doof. Außerdem befindet sich die Tankstelle wiederum auf dem südlichsten Vorfeld; so dass man nach dem Tanken erneut Anlassen und weit rollen muss.
Außerdem ist seit einiger Zeit Parken grundsätzlich auch hier „24h PPR“! Dies soll man mittlerweile über die einen aerops-Link einholen und zwar diesen. Es geht aber zur Not auch per Telefon oder Mail.
Zoll erfordert (sofern benötigt) ebenso hier 24 Stunden Vorlauf (am Wochenende 48 Stunden!). Gut zu wissen, denn der Platz wird gelegentlich gerne von Piloten verwendet, die nach Marokko wollen und die teuren und noch bürokratischeren Plätze in Spanien meiden wollen.
Auf dem Apron Nord gibt es Ringe zum Verzurren. Wichtig, denn hier bläst der Wind (Mistral) meist ganz besonders stark. Raus aus der Airside geht es über einen einen schmalen Pfad und ein Drehtor.
Die (sehr moderaten) Lande- und Parkgebühren kann man zwar an einem Schalter im Hauptgebäude bezahlen. Das dauert aber stets länger. Viel besser ist, die Gebühren auch über aerops zu bezahlen und zwar hier; Das funktioniert gut. Man erhält dann auch den Code für das besagte Tor, um wieder auf die Airside zu kommen. Wenn man mit aerops und TOTAL-Card bezahlt eignet sich LFMP also sehr gut, auch wenn man „nur“ weiter nach Spanien möchte und Geld und Nerven beim Avgas-Tanken sparen möchte. Wenn man tanken will, sollte man zur Landung ggf. die Piste 13/31 anstatt der 15/33 requesten, um das Rollen zu verkürzen.
100LL gibt es von TOTAL, mit Carnet am Automat oder ansonsten mit „Service“. UL91 gibt es nicht mehr; stattdessen auch hier nun „UL Super+“. Ein reiner Tankstop kann trotz der „langen Wege“ schnell gehen, denn wie gesagt, man kann online die Gebühren zahlen, also ohne zum Terminal zu müssen. Sonst kann es länger dauern mit dem Tanken. Insbesondere dann, wenn ein Linienflieger abgefertigt wird, ist man auch hier als GA-Flieger erstmal unerwünscht.
Es gibt eine Busverbindung in die Stadt. Taxi ist nicht allzu teuer (ca. 20 Euro). Man kann aber im Airport-Terminal auch einen Mietwagen bekommen. Die Stadt Perpignan ist zum Teil katalanisch geprägt und ganz nett aber ich empfand sie als nichts so sehr Berauschendes. Selbiges gilt für die zig Kilometer langen Sandstrände der Gegend; teilweise etwas sehr weitläufig und nichtssagend. Sehr empfehlen kann ich aber einen Ausflug mit dem Mietwagen in Richtung spanische Grenze. Coullioure (direkt vor der Grenze und direkt am Fuße der Pyranäen) ist ein sehr hübscher Küstenort, der allerdings im Sommer sehr voll wird. Auch bis nach Spanien (Costa Brava) hinein, insbesondere in den schönen Ort Cadaqués kommt man recht schnell.
Torreilles (LF6651)
Wer lieber kleine Sportflugplätze als Großflughäfen hat, dem sei hier auch noch eine Alternative für das Roussillon genannt, und zwar aus der Rubrik „Privatflugplätze“: Etwas östlich von Perpignan und nur gut 1,5 Kilometer vom Meer entfernt liegt der Platz „Torreilles“. Dies ist primär der UL-Platz der Region, darf aber auch von Motorflugzeugen angeflogen werden (insofern die Kreuzpisten von 500 bzw. 400 Metern lang genug sind). Allerdings natürlich PPR. Platzrunden beachten! Es gibt dort – wie es sich für UL-Plätze gehört – auch Mogas. Keine Landegebühren. Und: Man kann am Platz Fahrräder leihen!
Hier der direkte Link zum Flugplatzblatt von FFPLUM. Hier der Link zur lokalen Flugschule: ULM Flying Safari


