Dieser Abschnitt soll die Schönheiten und Flugplätze der Region Provence Alpes / Côte d’Azur, also der südöstlichsten Region Frankreichs behandeln. Einige Plätze des alpinen Teils dieser Region sind allerdings im Abschnitt „Alpen“ erläutert.
1. Die Côte d’Azur
Die Côte d’Azur (manchmal auch als „Französische Riviera“ bezeichnet), reicht von der italienisch-französischen Grenze bei Menton (übrigens ein sehr hübscher Ort) bis ca. kurz vor Marseille. Sie ist berühmt für den Jetset, das milde Klima, das blaue Meer, die Kunst, die tolle Vegetation sowie insgesamt die große Lebensqualität. Für das gute Essen eher etwas weniger.
Für einen fliegerischen ist die Côte d’Azur zu jeder Jahrenszeit (außer im Juli und August) empfehlenswert. Baden im Meer kann man bei angenehmen Wassertemperaturen zwischen Anfang Mai und Mitte Oktober. Aber insbesondere auch in den Wintermonaten ist die Côte d’Azur ein Highlight, denn die Tageshöchsttemperaturen liegen tagsüber eigentlich nie unter 13-14 Grad. Nebel ist dort nahezu unbekannt und die Anzahl der Sonnenstunden ist überragend. Kein anderes Ziel, welches man von Mitteldeutschland aus in ca. vier Flugstunden per PA28 erreichen kann, bietet das (lediglich der benachbarte westliche Teil Liguriens ist diesbezüglich ähnlich). Außerdem ist hier der Wind in aller Regel deutlich schwächer als im Rest Südfrankreichs, also dem Rhônetal und dem Languedoc-Roussilion.
Das Fliegen entlang der Küste der Côte d’Azur macht großen Spaß. Es ist aber zu bedenken: geeignete Notlandefelder sind in großen Teilen der Region recht rar gesät, und ob man von den festgelegten und überwiegend sehr tief zu fliegenden VFR-Routen überhaupt im Fall der Fälle überhaupt noch das Land erreichen könnte, ist äußerst fraglich. Hingegen über Land kann es häufig relativ starke Turbulenzen geben. Und: der westliche Teil der Côte d’Azur sowie das Hinterland sind doch recht stark mit militärischen Lufträumen zugepflastert; der östliche ist durch die kontrollierten Lufträume von Cannes und Nizza ebenfalls VFR etwas anspruchsvoll zu befliegen.
Kommen wir nun zu den Flugplätzen der Côte d’Azur. In dem Abschnitt zwischen Menton und Nizza gibt es leider keinen Flugplatz; lediglich einen Heliport in Monaco. Wer in dieser Gegend sein Reiseziel hat, sollte ggf. erwägen, im italienischen Albenga (LIMG) zu landen. Dort sind zumindest die Parkgebühren sehr gering. Für weitere Infos dazu siehe fliegen-in-italien.de.
Der spektakuläre Flughafen von Nizza (LFMN) ist weitgehend dem Linienverkehr sowie der „großen GA“ (Jets und Co.) vorbehalten. Zum Ersten sind PPR und Slots von einem der Handling-Agents notwendig. Außerdem sind täglich Starts und Landungen nach VFR während der Mittagszeit für drei Stunden verboten. Preislich ist LFNM sehr teuer; auch für eine kleine SEP bezahlt man mindestens ca. 800 Euro (die Preise der Handler sind untereinander recht ähnlich, aber vergleichen sollte man trotzdem). Außerdem braucht man für IFR-Flüge einen Airport-Slot.
Allerdings hat der Platz natürlich alle möglichen Annehmlichkeiten zu bieten (außer Avgas). Der Anflug ist natürlich ein Highlight. Vor allem aber: man kann vom Flughafen aus in ca. 10 Minuten mit dem Taxi oder Uber entlang der Promenade des Anglais ins Zentrum dieser wunderbaren, mediterranen Metropole fahren. Edler Luxus. Verständlicherweise findet der größte Teil der GA in dieser Region jedoch im etwas westlich gelegenen Cannes-Mandelieu (LFMD) statt.
Touristische Tipps für Nizza: In der hübschen, teil italienisch anmutenden Altstadt („Vielle Ville“) empfehle ich unbedingt einen Besuch des Cours de Saleya und des dortigen, täglichen Markts (montags Antiquitäten). Sehr hübsch auch die Place Massena und deren Umgebung. Sehenswert ist auch der Vieux Port. Wer 214 Stufen auf den Schlosshügel klettert, gewinnt einen schönen Blick über die Baie des Anges und die Stadt. Und natürlich gehört ein Spaziergang entlang der Promenade des Anglais vorbei am Palais de la Mediteranée bis zum Hotel Negresco dazu. Auch Teile der Neustadt, z.B. entlang des Boulevard Victor Hugo sind unbedingt sehens- und erlebenswert. Ein Strandbesuch gehört (trotz der hier durchweg steinigen Strände) natürlich unbedingt dazu. Wer anstatt des großen Stadtstrands von Nizza lieber kleinere Buchten hat, der kann vom Hauptbahnhof oder von Nîce Riquier aus für nur 6 Euro den TER-Zug Richtung Ventimiglia nehmen und in Cap d’Ail aussteigen; von dort sind es nur noch 10 Minuten zu Fuß hinab an die schöne Plage Mala.
Cannes-Mandelieu (LFMD)
*Der* GA-Flugplatz in Südfrankreich. Nirgendwo gibt es so viel lebendige GA wie an diesem Airport. Das Ganze bei nahezu immer Sonnenschein, tollem Meeresklima und üppiger Vegetation. Kurzum: man fühlt sich hier etwas nach Florida versetzt. Ein professionell betriebener Platz, nur für die GA. Von daher gibt es eigentlich keinen wirklichen Grund, Nizza anzufliegen (außer, man möchte unbedingt soll schnell wie möglich nach oder in die Gegend von Nizza selbst). Wehrmutstropfen in Cannes: ULs sind in LFMD nicht erlaubt, auch nicht mit PPR. Aber fangen wir vorne an:
Der Flughafen hat alles zu bieten, was man sich wünschen kann: sehr großzügige Öffnungszeiten, IFR-Anflüge (allerdings kein ILS), Zoll, Treibstoff, Restaurant, Mietautos, mehrere Werften und Flugschulen/Clubs, etc. Sogar ein einfaches Hotel (Kyriad) gibt es auf dem Gelände. Nachtflug (VFR und IFR) ist in gewissem Rahmen (nur innerhalb der ATS-Zeiten) möglich.
Für Flugzeuge unter 3,5 Tonnen MTOW und weniger als 12 Metern Spannweite ist Handling allgemein keine Pflicht. Und: Grundsätzlich ist der Platz, auch für längeres Parken, nicht PPR. Das Ganze hat aber leider ein paar Einschränkungen: erstens gibt es mehrere Male im Jahr NOTAMs, mit denen dann doch zeitweise PPR gefordert wird. Meist hängt dies mit großen Events wie den Filmfestspielen und dem F1-Grand Prix in Monaco (beides jeweils im Frühling) oder der Cannes Airshow (Frühsommer) zusammen. Zweitens ist es auch außerhalb dieser Events so, dass es manchmal (vor allem im Hochsommer) sehr voll wird, so dass keine Parkflächen mehr zur Verfügung stehen (dann gibt es oft ein entsprechendes NOTAM). Vor allem gibt es auch nicht sehr viele Asphaltparkflächen für gastierende SEPs. Seit 2021 unterliegen im Sommer alle IFR-Flüge der Slot-Koordination, was es noch mal komplizierter macht.
Das komplette Asphaltvorfeld vor dem Terminal und südlich des Towers („Tango“) wird primär für Jets und Turboprops verwendet. Um dem Nachdruck zu verleihen, wird leider für dort parkende Maschinen grundsätzlich Handling (ca. 62 Euro extra bis zwei Tonnen) abgerechnet und es gilt dann PPR-Pflicht (das PPR muss man über das myhandling-Portal einholen). Dies auch um SEPs dort etwas fernzuhalten. Selbst wenn man bereit ist, die zusätzliche Handlinggebühr zu bezahlen, bekommt man dort aber, wenn zu viel los ist, keine Parkgenehmigung.
Stattdessen darf bzw. muss man mit SEPs und leichten MEPs auf Gras Parken und zwar in der Regel auf den den Grasstreifen zwischen dem Rollweg Yankee und dem Vorfeld (dessen Stellplätze rein privat an verschiedene Werften etc. dauervermietet sind). Dies sind die Parking Areas „Golf“ und „Mike“. Das Problem: diese sind leider meist absolut ungepflegt. Hohes Gras, Unkraut, Unebenheiten und teilweise versteckte Steine im Gras. Hier kann man sich schnell was kaputtmachen. Die Übergänge zwischen Gras und Asphalt sind an beiden Seiten steinig. Dazu hat die Grasfläche eine leichte Senke, so dass man zum Herausrollen viel Leistung benötigt (das Flugzeug hier zunächst über die Übergänge von Hand zu Manövrieren wird teilweile von der Rollkontrolle unterbunden). Eigentlich ist diese „Parkfläche“ eine Riesenfrechheit, aber man hat manchmal keine Wahl. Ich empfehle, sich bei jeder Gelegenheit über den Pflegezustand dieser „Parkfläche“ beim Airport zu beschweren. Wenn man hingegen mehr als 12 Meter Spannweite hat (z.B. DA50, etc.), dann sind die Grasflächen Golf & Mike ohnehin nicht zugelassen. Dann MUSS man auf Asphalt, dafür PPR einholen und dann MUSS man wiederum auch Handling bezahlen.
Noch zum Anflug nach VFR: Wie auch beim Flughafen Nizza führen eine Serie von schönen low-level-Strecken über das Meer zum Platz (es sind aber auch An- und Abflüge in Nordrichtung möglich). Idealerweise sollte man die zahlreichen Meldepunkte in seinem GPS haben bzw. eine Moving Map haben, die diese Punkte und Routen zeigt. Hinweis: auf Teilen dieser Wasserstrecken innerhalb der Nizza CTR muss man sogar auf maximal 500 Fuß fliegen. Sonst sind es meist 1000; teilweise sind auch wiederum größere Höhen vorgeschrieben. Alternativ kann man nördlich der CTRs von Nizza und Cannes (aber unterhalb der TMA) quasi über Land entlang fliegen. Hier ist allerdings häufig mit starken Turbulenzen zu rechnen; Quellwolken über den Bergen können diese Route außerdem nach VFR gelegentlich unmöglich machen.
Auch die Platzrundenführung ist aus Lärmschutzgründen sehr genau vorgeschrieben und unterscheidet sich für Twins und Singles. Zuallermeist ist die Piste 17 in Betrieb (nachts Landungen nur auf der 35).
Zum Anflug nach IFR: Dieser geht zunächst stets von Süden auf die Piste 35, entweder als LOC-DME oder als RNP. Dann folgt meist ein Circling auf die 17. Auch hier sollte man sich die Verfahren vorab gut angesehen haben. Kern ist, dass während des Circlings den Baseturn präzise wie vorgeschrieben gibt, weil es dort nervige Anwohner gibt und man bei Verfehlung garantiert eine Anzeige bekommt.
Noch etwas zur Flugvorbereitung: seit ein paar Jahren stellt der Flughafen auf seiner Website ein „Flughafen-Briefing“ zur Verfügung. Dies ist allerdings nur für IFR-Flüge verpflichtend. Aber auch auch als VFR-Flieger kann es nicht schaden, sich das einmal kurz reingezogen zu haben. Insbesondere die Lärmschutzverfahren werden eben recht ernst genommen.
Die Avgas-Tankstelle wird von BP betrieben. Man kann aber sowohl mit BP-Carnet als auch mit normalen Kreditkarten bezahlen. Für ersteres soll man östlich der Zapfsäulen (Terminalseite) abstellen, für Letzteres westlich davon (Pistenseite). Bei der Kreditkartensäule gibt es leider pro Vorgang ein Umsatzlimit von 300 Euro. Genau genommen darf man an der gesamten Self-Service Tanke nur mit Fliegen bis maximal 13 Metern Spannweite tanken. Heißt: Malibus, DA42s, DA50s etc. müssen an der Parkposition von einem Truck betankt werden, was 12 Euro extra als Betankungsgebühr kostet (im Prinzip aber lohnenswert, denn einmal mehr Anlassen kostet deutlich mehr).
Aus dem Platz raus (oder bei Abflug wieder rein) geht es bei Inlandsflügen über eine Kontrollstelle unterhalb des Towers. Bei internationalen Flügen muss man (wegen polizeilicher Passkontrolle) nach Meldung an der vorgenannten Kontrollstelle zu Fuß zum Terminal gehen und auch die Personendaten hinterlassen. Für Passagiere ist außerdem etwas Paperwork notwendig. Generell ist der Umgang mit Passagieren umständlich und streng. Immerhin: man darf auf der Airside unbegleitet zu Fuß gehen (ohne hi-vis).
Die reinen Park- und Landegebühren (ohne Handling) sind für das, was insgesamt hier geboten wird, sehr moderat. Nur ca. 29 Euro bezahlt man für einen Zweitonner für die Landung, nur ca. 14,50 Euro pro Nacht Parken. Das ist schon gut. Handling käme aber wie oben gesagt bei Parken auf Asphalt aber leider noch separat dazu. Etwas nervig ist LFMD für reine Tankstopps, denn nach dem Tanken muss man ja wegen der Bezahlformalitäten (oder um auf die Toilette zu gehen) noch ins Gebäude. Man kann aber solange natürlich nicht die Tankstelle blockieren. Stellt man den Flieger dann also kurzfristig auf das daneben liegende Asphaltvorfeld (Tango) wird teilweise ebenfalls „Handling“ abgerechnet! Oder man wird aufgefordert, das Flugzeug (wenn max. 11 Meter Spannweite) irgendwie auf die daneben liegende Grasfläche (Alpha) zu ziehen….
Im Terminal gibt es ein kleines Restaurant („L’Envol“, leider samstags UND sonntags geschlossen). Entlang der Flughafenausfahrt gibt es ein Kyriad Hotel, war für eine Nacht ok ist. Abgeraten wird eher von dem Mercure Hotel, welches sich direkt südlich des Flughafens befindet.
Wer beim Bodentransport ein paar Euro sparen möchte, kann zu Fuß ca. 600 Meter zum Flugplatzausgang gehen und von dort einen Bus in die Innenstadt von Cannes nehmen (Linie 20 direkt am Flughafenausgang; Linie 1 ist 400 Meter weiter zu gehen, aber mit besserer Frequenz). Taxi: da es bis ins Zentrum von Cannes ein paar Kilometer sind, kostet dies ca. 30-35 Euro. Aber: mit Uber fährt man viel günstiger und auch die Verfügbarkeit ist (insbesondere sonntags und insbesondere während der Mittagszeit) viel besser.
Ansonsten lohnt sich ggf. ein Mietwagen, welchen man direkt am Flughafen bekommen kann (Hertz und Europcar). Diesen sollte man wie immer am besten vorbestellt haben. Wichtiger Tipp aber: der Mietwagenschalter macht – südfrankreichtypisch – eineinhalb Stunden Mittagspause! Samstags und sonntags sind die Öffnungszeiten noch begrenzter! Daher sollte man seinen Flug ggf. auch anhand dessen planen.
Und: auch nur mit dem Zug kann man die Côte d’Azur vom Boden aus recht gut erkunden, also zwischen Cannes, Antibes, Nizza, Monaco, Menton etc. bewegen.
Touristische Tipps für Cannes und Umgebung: Als Stadthotel für einen Besuch von Cannes kann ich das Hotel Splendid empfehlen; ein altes Grand Hotel direkt im Zentrum des Geschehens, dennoch an manchen Tagen mit akzeptablen Preisen. Restaurants gibt es Dutzende. Für Fisch und Meeresfrüchte ein absoluter Klassiker ist das ganz zentral gelegene Traditionsrestaurant „Astoux et Brun“ (natürlich nicht ganz billig). Auch die Restaurants direkt am Strand entlang des Boulevard de la Croisette sind gut und nicht ganz günstig. Der Strand ist dort übrigens im Gegensatz zu vielen anderen Orten der Côte d’Azur feiner Sand. Auch ein Besuch in der Altstadt (auf dem Hügel ist ganz nett); dort ist es nicht so touristisch und wuselig wie an der Waterfront. Für kleine Ausflüge im Sommerhalbjahr bieten sich Bootstouren ab dem Hafen in Richtung der direkt vorgelagerten Inseln Saint Honorat und Sainte Marguerite an.
In der weiteren Umgebung (östlich) empfehle ich einen Besuch von Antibes. Dort gibt es einen schönen Markt in der Altstadt (Le Marché Provencal). Für Strand und ein bisschen Party empfehle ich auch Juans-Les Pins. Villefranche sur Mer gilt als der Ort mit dem schönsten Meer der Region. Westlich von Cannes ist St. Maxime ein recht schöner Urlaubsort. Man muss sich aber nicht immer nur direkt an der Küste aufhalten; auch das Hinterland von Cannes und Nizza hat sehr schöne Flecken. Ein touristisches Highlight ist der oberhalb von Nizza gelegene Künstlerort „St-Paul-de-Vence“. Großartig! Dort gibt es das Picasso-Hotel „La Colomb d’Or“, das wirklich besonders, aber auch sehr teuer ist. Der Ort ist bilderbuchartig hübsch, wenn auch natürlich viel von Tagestouristen besucht. Aber auch die oberhalb von Cannes gelegenen Städtchen Mougins und Vabonne haben großen Charme.
Fayence (LFMF)
Der einzige „no frills“-Flugplatz dieser Region. Er liegt aber auch nicht am Meer, sondern landeinwärts, am Fuße der Seealpen, ca. 25 Kilometer nordwestlich von Cannes. Er ist de facto vor allem Segelfliegerplatz. Motorflugzeugen wird hier eher wenig Bedeutung zugegeben. Diese sind aber dennoch beschränkungslos zugelassen, denn der Platz ist eben „ouvert à la CAP“. Insbesondere für UL-Piloten ist Fayence eine wichtige Alternative zur Landung in der Region (weil diese nicht in LFMD landen dürfen). Achtung im An- und Abflug auf die nordwestlich gelegene LF-R138; diese ist recht häufig aktiv.
Offiziell gibt es keinerlei Kraftstoff am Platz (zwar gibt es Avgas 100LL, dies aber primär für die Schleppmaschinen, d.h. man sollte nicht fest damit rechnen, etwas davon zu bekommen).
Früher war es sogar so, dass platzfremde Maschinen eher schlecht behandelt wurden. Das soll sich aber mittlerweile gebessert haben. Auch dieser Platz ist aber lärmempfindlich.
Natürlich haben Segler hier stets „Vorfahrt“. Die Pisten sind aus feinsteinigem Unterboden (die Asphaltstreifen sind nur für Segler vorbehalten). Daher etwas Vorsicht, zumal die Pisten auch etwas uneben und nicht so sehr gut gepflegt sind. Man kann sich auch hier beim Rollen am Boden leicht etwas verirren. Auch aus der Luft ist der Platz eher nur ein großes Feld und die Pisten (Motorflieger sollen die 10L/28R benutzen, die liegt zwischen den beiden Asphaltstreifen) kann man nur schwer ausmachen. Es gibt immerhin keine Landegebühren; lediglich eine sehr moderate Parkgebühr. Gutes und gut besuchtes Restaurant am Platz („Le Vol a Voile“); 7 Tage die Woche geöffnet und mit schönen Außenplätzen mit Blick auf den Flugbetrieb.
Leider ist die öffentliche Verkehrsanbindung des Platzes an die Küste eher schlecht. Es gibt aber eine Autovermietung nur wenige Kilometer vom Platz, bei UCAR in am Rande von Tourettes. Vorher reservieren. Die Taxifahrt dorthin kostet ca. 20 Euro. Bei größter Not schafft man es in 45 Minuten auch zu Fuß dorthin. Wenn man Glück hat, wird man von UCAR am Platz abgeholt. Auch ein Intermarché mit Leihmöglichkeit ist dort. Eine weitere nahe Möglichkeit, an ein Auto zu kommen, ist beim Hypermarkt Super-U in Fayence (zu Fuß etwas näher). Auch via Turo oder getaround kann man es natürlich probieren, an ein Auto zu kommen.
Das vom Platz nicht weit entfernte Altstädtchen von Fayence ist aber für sich auch ganz nett. Sehr platznah (ca. 500 Meter vom Abstellplatz) gibt es ein sehr nettes Chambre d’hôtes mit dem Namen „La Ferme Constantin“.
Fréjus (LF8352) (UL-Platz!)
Info: Leider erteilt der Platz fremden ULs derzeit in der Regel keine Landegenehmigungen mehr, wohl, weil es „zu viel Ärger“ gab. Schade. Es ist eben eine hochbesiedelte Gegend mit hohen Immobilienwerten. Dennoch hier kurz die allgemeinen Infos:
Weil es an der Côte d’Azur zumindest zahlenmäßig mit Flugplätzen eher knapp ist, insbesondere für UL-Piloten, sei hier als Alternative der UL-Platz von Fréjus genannt. Er hat eine für ULs komfortable Graspiste von gut 550 Metern Länge und liegt nicht weit entfernt von der Stadt.
Hier der direkte Link zum Flugplatzblatt von FFPLUM.
Der Platz ist streng PPR und wird von der UL-Flugschule ULM Flying Safari betrieben. Im Anflug den Platz natürlich wenn es geht nicht mit dem alten, geschlossenen Flugplatz von Frejus (liegt direkt am Meer) verwechseln!
Nur eine recht kurze Taxifahrt vom Platz entfernt ist z.B. eine Agentur von Europcar. Ein somit kostengünstiger Platz, um eine paar Tage die Gegend zu erkunden. Wenn man denn eine Landebewilligung bekommt.
La Mole (LFTZ)
Dieser exklusive Platz liegt etwas im Hinterland von Cavalaire-sur-Mer und ca. 15 Kilometer St. Tropez entfernt. Er ist allerdings „usage restreint“. Konkret: er darf nur von Piloten angeflogen werden, die vorab einen „Platzeinweisungsflug“ mit einem speziell qualifizierten Fluglehrer gemacht haben und dies zwar auf demjenigen Flugzeugtyp, den man später solo dorthin fliegen möchte. Auch die allgemeine Gebirgsflugberechtigung (MOU) reicht hier mittlerweile nicht mehr. Dabei ist der Platz nicht so wirklich schwer anzufliegen. Einzige Besonderheit ist, dass die Piste während der Platzrunde aus dem Sichtfeld verschwindet, weil ein Hügel dazwischen ist. Außerdem bläst hier und da manchmal ein bisschen der Wind und es kann entsprechend Turbulenzen im An- und Abflug geben (es gibt auch feste Crosswind-Limits für diesen Platz). Außerdem erfordert der Platz, auch wenn man die notwendige Berechtigung hat, offiziell stets eine Voranmeldung 24h vorher. Flugbetrieb strikt nur innerhalb der AFIS-Betriebszeiten. ULs sind nicht generell ausgeschlossen.
Nun ja, aufgrund dieser in der Praxis für gelegentliche Besucher recht großen Einschränkung soll der Platz hier auch nicht weiter groß behandelt werden. Es sei nur gesagt, dass er grundsätzlich sogar einen IFR-Anflug hat (wenn auch mit irrsinnig hohen Minima), aber nur tagsüber angeflogen werden darf. Außerdem sind die Lande-, Park und Handlinggebühren hoch (weit über 100 Euro). Avgas 100LL ist vorhanden. Selbiges gilt für Mietwagen. UBER ist vorhanden (ca. 45 Euro nach St. Tropez).
Auch dieser Platz hatte 2016 seinen Status als Grenzübergangspunkt verloren, diesen aber nach Protesten im Frühjahr 2017 (zumindest jeweils für die Hochsommerperiode) wieder zurückgewonnen. Heißt: es sind im Sommer weiterhin Flüge über die Grenzen des Schengenraums hinweg möglich. (Flüge über die EU-Außengrenzen hinaus sowieso, denn den Status als Zollplatz hat er immer beibehalten).
Achtung: auch dieser Platz besteht darauf, dass sämtliche internationalen Flüge (also auch innerhalb des Schengen/EU-Raums) nur mit 24 Stunden Voranmeldung stattfinden (siehe AIP).
Für diejenigen, die es dennoch interessiert: in Cannes LFMD gibt es mehrere Fluglehrer, die die entsprechende Einweisung für La Mole durchführen können.
Cuers-Pierrefeu (LFTF)
Die einzige „öffentliche“ und günstige GA-Alternative für den etwas westlicheren Teil der Côte d’Azur zwischen Fréjus und Toulon. Von einigen Hügeln und Bergen umgeben. Cuers (ausgesprochen: „Küerss“) ist (zumindest halb-) militärisch, aber Zivilflieger können tagsüber auf der Nordseite des Platzes trotzdem sehr problemlos und ungestört operieren. Auch dreiachsige ULs dürfen hier fliegen. Bei Fragen (zum Tanken oder zum Parken) soll man es nicht nur über die in der VAC veröffentlichte Nummer (0033 494483683) sondern auch über die mobile Nummer des zivilen Flugbetriebsleiters, 0033 680543031, probieren. Rein für eine Landung ist kein PPR notwendig, aber in der Regel will man ja entweder Tanken oder Parken. Also: vorher anmelden.
Den Platz umgibt die LF-R64B (bis 3000 Fuß). Bevor man da einfliegt, sollte man die Frequenz 118,275 (Bandansage über den Status, genannt „RAI“) abgehört haben und Kontakt mit Cuers TWR hergestellt sein. Ist der TWR nicht aktiv, soll man sich über die Frequenz 118,275 über den Status informieren.
Der Tower ist allerdings nur unregelmäßig besetzt. Außerhalb dessen gilt A/A, am besten natürlich auf Französisch, auch wenn dies qua VAC nicht streng so vorgeschrieben ist. Präferierte Piste ist die 01. Es gibt Avgas 100LL und Jetfuel, aber nur, wenn der Tankwart da ist (Mittagspause beachten!). Man kann mit Kreditkarte zahlen. Seit 2024 gibt es außerdem eine Zapfsäule für „AKI93“, also eine Art Premium-Super Plus. Den Treibstoff bezahlen kann man autonom vor Ort mit Kreditkarte.
Parken tut man auf den Flächen (vorwiegend Gras) eines der Aeroclubs („Aeroclub du Var“ und „Aeroclub du Soleil“). Landegebühren sehr moderat (10 Euro); die Parkgebühren sind mit 30 Euro pro Tag leider mittlerweile einen Tick hoch. Man meldet sich nach der Landung im Betriebsbüro. Es gibt ein kleines, gutes Restaurant am Platz („Le Saint-Tex“, montags geschlossen).
Um vom Platz wegzukommen, muss man ein UBER oder ein (teures) Taxi rufen (0033 682836552 oder 664862266 oder 45181927). Am besten, man lässt den Flugbetriebsleiter helfen. UBER geht natürlich auch. Keine Mietwagen vorhanden. Da der Platz weit weg vom Schuss ist, kostet ein Taxi bis nach Hyères ca. 75 Euro! UBER günstiger. Wer französisch kann, kann es z.B. mit getaround versuchen, ein günstiges Auto zu leihen und es ggf. auch zum Platz bringen zu lassen. Ansonsten ist es einen Versuch wert, beim recht nahen (4km) Intermarché am Rande von Cuers ein Auto zu leihen (sonntags geschlossen).
Wer allerdings nur übernachten möchte, findet, nur einige hundert Meter vom Abstellplatz entfernt, ein sehr schönes chambre d’hôtes, das Château Montagne.
Hyéres-Toulon (LFTH)
Mit PPR kann in der Nähe auch der der ebenfalls gemischt militärisch-zivile Flughafen Hyères-Toulon (LFTH) angeflogen werden. Das ist allerdings sagenhaft teuer und daher nicht zu empfehlen.
Le Castellet (LFMQ)
Genau genommen gehört dieser Teil der Küste schon nicht mehr zu Côte d’Azur; dennoch sei der Platz hier im weiteren Sinne mal dazu gezählt. Von der Anlage her wirklich sehr schön; das Empfangsgebäude ist recht edel. Direkt nördlich der Piste liegt die Rennstrecke „Paul Ricard“. Diese darf aber nicht direkt überflogen werden. Flugzeuge dürfen an diesem Platz nur bei bis zu maximal 15 Knoten Seitenwind fliegen.
Der Platz hat auch einfache IFR-Verfahren, allerdings mit hohen Minima, daher eher witzlos. IFR-Flüge sind außerdem aus unerfindlichem Grund PPR (Vortag!). Und: Es darf hier im Grundsatz nur innerhalb der Betriebszeiten des AFIS geflogen werden, da man sonst nicht aus dem Flughafen raus kommt. Dies ist speziell abends zu berücksichtigen, wo der AFIS-Dienst recht früh eingestellt wird und somit der Flugplatz dann faktisch schließt. Mit PPR kann man zwar verlängern, aber das kostet sehr viel Geld.
Es gibt Avgas 100LL und Jetfuel, allerdings beides zu hohen Preisen. Die Parkpositionen haben zum Teil (PE1 bis PE6) im Boden verlegte Stahlseile zum Verzurren. Die Lande- und Parkgebühren sind allerdings knackig: mit 1 bis 2 Tonnen bezahlt man für Landung inkl. 24h Parken 42 Euro, was gerade noch OK ist, jeder weitere angefangene Tag Parken kostet aber weitere 42 Euro, so dass es sich auf Dauer doch spürbar summiert. Aber wie gesagt, es ist schon ein toller und feiner GA-Platz. Es gibt nur eine kleine Bar direkt im Empfangsgebäude. Man kann das Flugzeug auch nächteweise hangarieren (nicht billig). Auch hier gilt leider mittlerweile hi-vis-Pflicht.
Auch dieser Platz hat 2016 seinen Status als permanenter Grenzübergangspunkt zunächst verloren; teilweise lässt sich aber (AIP & NOTAMs checken) im Sommer dies doch wieder mit 24h PN anfordern. Zollplatz ist er allerdings generell immer noch. Daher sind das ganze Jahr über (aber auch nur mir 24h PN) weiterhin Flüge aus der und in die Schweiz möglich, denn die Schweiz ist ja Teil des Schengen-Raums. Direktflüge von und zu den Britischen Inseln z.B. (außerhalb Schengens) unterliegen aber der Einreisekontrolle; daher muss der verwendete Platz in Frankreich ein „point de passage frontalier“ sein, was Le Castellet eben nur auf Anforderung in den Sommermonaten ist. Trotzdem fordert LFMQ leider das ganze Jahr über für ALLE internationalen Flüge 24h vorher eine Voranmeldung. Genau gesagt soll es ein „Gendec“ sein (es reicht auch keine formlose Mail mit allen Daten) – nervig.
Es gibt zwei Hotels in Platznähe (Hotel & Spa Du Castellet, 5 Sterne, 100 Meter entfernt und Grand Prix Hotel, 3 Sterne, 600 Meter entfernt). Beide verfügen auch jeweils über ein Restaurant.
Taxis stehen nicht bereit, da der Platz nur recht wenig Verkehr hat und dieser außerdem rechts abseits liegt. UBER gibt es, es kann aber etwas dauern, weil es in der unmittelbaren Gegend nicht so sehr viele Fahrer gibt und auch diese eben erstmal zum Platz kommen müssen.
Grundsätzlich sind mit Voranmeldung direkt am Platz Autos anmietbar. Diese werden allerdings auch von einer Europcar-Station fernab des Platzes (Bandol) herbei geholt. Daher sind die Kosten hoch. Stattdessen kann man sein Glück über eine der französischen Carsharing-Plattformen versuchen.
Der im Kern mittelalterliche Bergort Le Castellet ist sehr klein, aber ganz nett und ursprünglich. Auch er ist aber schon einige Kilometer vom Flugplatz entfernt.
Die in halbwegs vertretbarer Distanz erreichbaren Orte am Meer sind Saint-Cyr-sur-Mer and Bandol. Kosten per UBER: ca. 35-40 Euro. Einen Tick weiter, aber hübscher, ist Sanary-sur-Mer. Am schönsten, aber noch weiter entfernt ist der wunderbare (frühere) Fischerort „Cassis“, mit den berühmten Calanques, also Kalksteinfelsen, welche einzigartige Buchten in der Nähe des Ortes bilden. Cassis ist schon nett, aber auch sehr touristisch. Man kann vom Hafen aus entweder mit größeren Ausflugsbooten zu den Calanques fahren oder gar selbst ein kleines Boot mieten (www.locbateau.fr).
Auch Toulon und Marseille sind per Auto gut erreichbar.
2. Die Provence
Die Provence ist eine ganz besonders bezaubernde Region Südfrankreichs. Bekannt ist die ländliche Provence für ihre kleinen Städtchen und Bergdörfer, die sanften Hügel und Berge, sowie im Sommer natürlich die berühmten Lavendelfelder. Auch Städte wie Avignon, Aix-en Provence und auch Marseille haben ihre Reize.
Fliegerisch ist die Provence ein absolut tolles Terrain. Lediglich der Marseiller Flughafen Marignane (LFML) vermiest den Spaß mit seinen hohen Gebühren. Zu bedenken ist auch, dass der Wind in der Provence (Mistral) häufig etwas pfeift; insbesondere sehr leichte Flugzeuge sollten also am Boden immer festgebunden werden. Im Flug kann es hier und da, insbesondere über hügeligem Terrain, etwas turbulent werden. Und: leider sind große Teile der Provence mit LF-Rs und militärischen Kontrollzonen zugepflastert. Hier kann man beim Blick auf die Karte schon etwas verzweifeln. Zum Glück ist da der französische FIS, welcher das alles in der Praxis deutlich einfacher werden lässt.
Marseille
Wie soeben angeklungen, ist der Großflughafen der südlichen Provence, Marseille-Marignane (LFML) leider seit ein paar Jahren durch Pflicht-Handling und insgesamt erhöhe Gebühren sehr teuer geworden. Mindestens 300 Euro kostet eine Landung (inklusive dem unvermeidbaren Handling) hier nun. Ein Trick, mittels dem man um das Handling herum kommt, ist mir nicht bekannt, und selbst die reinen Landegebühren machen schon ca. 100 Euro aus. Dafür ist der Flughafen „H24“, mit allen nur erdenklichen Annehmlichkeiten. Es gibt gute Verbindungen in die Stadt, wobei es schon eine gewisse Fahrdistanz dorthin ist. Avgas 100LL (auch sehr teuer) und Jet sind zu bekommen.
Als VFR-Alternative fällt sofort der kleine Platz Berre la Fare (LFNR) ins Auge. Er ist aber leider „usage restreint“, was die Sache wiederum verkompliziert. Daher ist letztlich Aix-Les Milles (LFMA) die beste VFR-Alternative für Marseille (siehe nächster Abschnitt).
Zunächst aber noch ein paar Tipps zur Stadt Marseille: sie ist die zweigrößte Stadt Frankreichs und gleichzeitig die wichtigste französische sowie insgesamt eine der wichtigsten Hafenstädte ganz Europas (sowohl für Fähren als auch für Fracht). Touristisch ist sie weniger im Fokus; oft wird Marseille vor allem eher die Kriminalität assoziiert. Dies allerdings findet sich konzentriert nicht in der Innenstadt, sondern in den Stadtvierteln und Vororten im Norden. Dennoch sollte man natürlich immer mit einer gewissen Vorsicht unterwegs sein, denn in der Tat, rein statistisch ist Marseille eine der gefährlichsten Städte, was auch immer das bedeuten mag.
Beeindruckend ist der riesige, aber umso lebendigere Alte Hafen („Vieux Port“) von Marseille. Ebenso die Cathédrale Sainte-Marie-Maheure. Besonders schön ist der Ausblick über die Stadt von der Basilika Notre-Dame. Sehr toll ist auch das Fort Saint-Jean am westlichen Ausgang des Hafens. Dies kann man (kostenlos) besteigen und hat von dort auch ganz tolle Blicke. Vom Alten Hafen aus kann man Bootstouren zur historischen Festung auf der Île d’If unternehmen. Nur wenig südlich des Vieux Port gibt es einen kleinen Stadtstrand (Plage des Catalans). Insgesamt eine aufregende Stadt; wenn auch nicht ganz so pittoresk wie z.B. Avignon. Eben eine absolute Großstadt.
Wenn man ein Auto hat und eine schöne Strandlocation sucht, dann sollte man von Marseille aus ca. 30 Minuten nach Südosten, zur „Calanque de Sourmiou“ fahren. Spektakulär!
Aix-Les-Milles (LFMA)
Der Platz liegt ca. 25 Kilometer nördlich von Marseille, ein paar Kilometer außerhalb von Aix-en-Provence. Dank Autobahn ist die Strecke nach Marseille sehr zügig zu schaffen; auch mit dem Zug kommt man von Aix schnell dorthin. Außerdem ist auch die Stadt Aix, die historische Altstadt der Provence, sehr hübsch und einen Besuch unbedingt wert. Aber zunächst noch ein paar Infos zu LFMA:
Es handelt sich um einen sehr aktiven GA-Platz. Die Luftraumstruktur in der Umgebung ist allerdings wirklich etwas verwirrend. Der Tower hat sehr gute Öffnungszeiten, es gibt keine Mittagspause. Von daher sehr unproblematisch. Leider gibt es trotz Tower (und ATIS) keine IAPs (interessanterweise gibt es zwar eine STAR, und auch Departure Procedures, aber eben keine Approaches). Heißt: man wird bei IFR-Flügen bis an den Platz herangeführt, muss dann aber letztlich einen VFR-Anflug über die Meldepunkte machen. Und es gibt keinen Zoll. Der öffentliche Teil des Flughafens liegt *östlich* der Piste.
Die Tankstelle ist privat betrieben, was hier den Vorteil hat, dass man auch wenn man keine TOTAL-Card hat sondern nur eine „normale“ Kreditkarte, autark tanken kann (Jet & Avgas 100LL). Der Verkehr soll übrigens immer *links* herum um die Tankinsel laufen; man soll also großräumig drum herum rollen und dann von hinten kommend an die Säule ran.
Die Parkflächen auf Asphalt sind häufiger mal alle belegt, dann wird man als Gast auf Gras geschickt. Geparkt wird immer Richtung Norden. Die Park- und Rollordnung ist etwas ungewöhnlich. Ösen im Boden sind teilweise vorhanden.
Seit 2022 gibt es wieder ein Restaurant am Platz („Les Zèles 114“; sonntags geschlossen). Auch im kleinen Ort Les Milles (ca. 1 km der Flugplatzstraße nach Osten folgen) gibt es ein paar Restaurants.
Das Bezahlen der Gebühren geht beim Personal im Empfangshäuschen. Die Landegebühren sind absolut moderat. Die Parkgebühren allerdings wurden vor einigen Jahren erheblich erhöht. Auf Asphalt ist es recht teuer (mit einem Zweitonner ca. 35 Euro pro Tag; als Eintonner die Hälfte). Tipp: wenn man auf Gras parkt, ist der Stundensatz viel geringer. Und noch ein Tipp: Aeroclub-Flugzeuge bekommen 50% Rabatt bei den Parkgebühren.
Es gibt auch einen Pilot Shop am Platz („Sud Air Équipement“), der aber nur mittwochs bis samstags geöffnet hat. Unter anderem kann man dort ein Floß leihen, wenn man so etwas z.B. für einen Flug nach Korsika oder noch weiter benötigt.
Leider kommt man vom Platz nicht sehr gut weg; es gibt per se keine Mietwagen direkt am Platz*. Um eins zu nehmen muss man erst in die Stadt. Es fahren wochentags allerdings Busse (mehrere Linien) vom kleinen Orts Les Milles aus (ca. ein Kilometer zu Fuß). Wenn man dorthin nicht gehen kann oder will, braucht man ein Taxi (ca. 30 Euro ins Zentrum von Aix), oder ein UBER (kostet viel weniger).
Wer von Aix aus nach Marseille möchte, kann den Zug (vom normalen SNCF-Bahnhof im Zentrum von Aix) nehmen, der wenig kostet (pro Person hin und zurück ca. 16 Euro), aber auch etwas lange fährt (52 Min.). Vom TGV-Bahnhof von Aix aus kommt man sehr schnell (15 Min.), dafür teurer, nach Marseille. Trotzdem ist das alles allgemein besser, als sich mit dem Mietauto in Marseille rumzuquälen.
Wer direkt vom Flugplatz mit dem Taxi bis nach Marseille fährt, muss ca. 90 Euro bezahlen. Mit UBER ist es wiederum spürbar weniger.
Wichtig beim Thema Mietwagen-Reservierung: bei vielen Portalen hat man die Wahl, diesen entweder im Zentrum von Aix, also am Bahnhof der SNCF, oder am TGV-Bahnhof von Aix zu übernehmen. Aber Vorsicht: letzterer befindet sich nicht im Stadtzentrum, sondern weit außerhalb, mitten in der Landschaft! Daher sollte man eher „Stadtzentrum“ vorziehen.
* Es ist wohl so, dass auf Anfrage SIXT auch Autos direkt am Flugplatz zur Verfügung stellt. Hier wäre allerdings zu prüfen, wie hoch die Extra-Gebühren dafür sind.
Avignon-Caumont (LFMV)
Avignon wird häufig als eine der sehenswertesten Großstädte der Provence bezeichnet. Dabei wird sie in ihrer Größe häufig überschätzt – sie hat weniger als 100.000 Einwohner.
Da sie von 1309 bis 1423 Papstsitz war, trägt sie den Beinamen „Stadt der Päpste“. Die Altstadt von Avignon mit ihren prächtigen, mittelalterlichen Häusern ist von einer intakten und imposanten Befestigungsmauer umgeben. Mit dem gotischen Papstpalast (Palais des Papes) aus dem 14. Jahrhundert, der Bischofsanlage, dem Felsvorsprung „Rocher-des-Doms“ und der berühmten Brücke, der Pont St. Bénézet, zählt sie zum UNESCO-Weltkulturerbe. Darüber hinaus gibt es ganz einfach sehr viele schöne Plätze, Gassen und Cafés, die die Orte Südfrankreichs eben so besonders machen. Das Hotel d’Europe ist ein Avignon ein edler Klassiker.
Obwohl die Stadt nicht riesig ist, hat sie einen „richtigen“ Flughafen, daher auch bis vor ein paar Jahren ein wenig Linienverkehr hatte. Aktuell aber nicht mehr. Fliegerisch ist der Platz absolut unspektakulär und unproblematisch, auch wenn der Blick auf ICAO-Karte aufgrund der vielen anderen Lufträume drumherum etwas verschrecken mag. IFR ist natürlich noch etwas einfacher. Allerdings gibt es auch hier kein ILS mehr, sondern nur noch RNP-Anflüge. Gebühren moderat. Zoll bzw. Einreise ist vorhanden, wenn auch nur mit 24h Voranmeldung. Auch hier gibt es im Hochsommer meist ein NOTAM, welches für das Parken PPR fordert.
Bedingt durch die komplexe Luftraumstruktur ist der VFR-Anflug manchmal etwas hektisch (unter Umständen mit Weitergabe von Orange an Avignon recht kurz vor dem Platz), aber man kümmert sich. Zu beachten ist sonst fliegerisch nur der meist starke Wind (Mistral). Man sollte wie immer in die dieser Gegend für Kleinflugzeuge Verzurrmaterial mitbringen.
Landung und der erste Tag Parken kosten ca. 34 Euro; jeder weitere Tag Parken nochmal ca. 17 Euro.
Sprit gibt’s mit TOTAL-Karte (von einer festen Tanke). Auch ohne TOTAL-Card ist es kein Problem; man muss nur bescheid sagen und dann kommt jemand zur Tanke. Auch UL Aero Super+ gibt es (aber offiziell nur für Flieger bis max. 10 Metern Spannweite). Wehrmutstropfen: Tie-Downs sind leider nur noch im Gras vorhanden, nicht mehr auf der Asphaltparkfläche (allerdings werden besuchende SEPs ohnehin gerne auf Gras, sprich den Apron A, geschickt). Es gibt ein Restaurant („Bon Voyage“, direkt neben dem Aeroclub) am Platz. Auch ein ordentliches Golden-Tulip-Hotel („Le Paradou“) mit Pool und eigenem Restaurant („Le Magnolia“) am Platz. Quasi daneben liegt noch ein Courtepaille-Restaurant.
Auch hier ist es leider so, dass der Platz auch für ALLE internationalen Flüge eine Voranmeldung haben will, und zwar durch eine „General Declaration“ per Mail. Siehe AIP.
Man kann zwar Mietwagen vor Ort bekommen (Europcar), aber auch hier gilt: ohne Vorabreservierung geht praktisch nichts. Wenn man nur nach Avignon möchte, kann man ein Taxi nehmen (kostet allerdings ca. 40 Euro) oder ein UBER. Oder auch einen Linienbus (Linie „C3“, hierfür muss man aber zunächst etwas zu Fuß gehen).
Besonders zu empfehlen ist der Flughafen von Avignon aufgrund dessen Lage und der Mietautos nicht nur für den Besuch der schönen Stadt, sondern auch zum Erkunden des schönen Umlands, speziell der Gegend östlich der Stadt (Vaucluse). Hier gibt es nicht nur hübsche kleine Städtchen und Dörfer, sondern auch die für die Provence berühmten Lavendelfelder. L’Isle-sur-la-Sorgue z.B. ist süß. Auch das auf einem Hügel gelegene Gordes ist schön. Richtung Süden sollte man nach Les Beaux-de-Provence. Für Rotweinfreunde ist natürlich ein Besuch von Châteauneuf-du-Pape Pflicht.
Der kleinere Flugplatz der Stadt, Avignon-Pujaut (LFNT) ist leider „usage restreint“, bietet aber auch gegenüber Caumont kaum Vorteile. Außerdem scheint es hier unmöglich zu sein, eine Landegenehmigung zu bekommen.
Eine weitere bekannte Stadt in der südlichen Provence, am Ostufer der Rhône, ist Arles. Diese hat leider keinen Flugplatz in der Nähe; wird daher meistens von Avignon (aber auch von Nîmes) mit dem Mietwagen angefahren. Berühmt ist die Stadt Arles wegen ihrer in die verwinkelte Altstadt eingebettete Arena. Daneben gibt es ein paar weitere Sehenswürdigkeiten wie die Place de la République. Insgesamt bin ich persönlich aber kein großer Fan von Arles, weil mir persönlich das geordnete und gepflegte Stadtbild fehlt und die Stadt von Touris etwas zu überlaufen erscheint.
Carpentras (LFNH)
Wer direkt im schönen Gebiet der Vaucluse landen möchte, für den gibt es den Flugplatz vom Städtchen Carpentras, etwas nordöstlich von Avignon. Von hier aus ist es nicht weit zum berühmten Mont Ventoux, diesem 6000 Fuß hohen, kahlen Berg, der so deutlich aus der ihn umgebenden Landschaft heraussticht.
Leider gibt es keine Mietwagen direkt am Platz (dazu muss man mit dem Taxi in die Stadt). Dafür geringe Gebühren und eben etwas ländlicheres Ambiente als in Avignon. Kein IFR, kein ATS, „FR-only“. Es gibt neben Avgas 100LL auch UL91, welches dank normalem Kreditkartenterminal sogar in der Mittagspause zu haben ist. Es gibt direkt am Platz kein Restaurant, aber nur gut 5 Minuten zu Fuß entfernt (vor zur Hauptstraße und dann 300 Meter Richtung Westen) gibt es eins, das „La Gravière“.
Es gibt viele schöne Gasthäuser („chambres d’hotes“) in dieser Gegend, z.B. das „Bastide Saint Didier“. Der Eigentümer holt vom Flugplatz ab. Es gibt im Sommer auch einen Pool (mit Blick auf den Mont-Ventoux) dort.
Montélimar (LFLQ)
Ganz am nördlichen Rand der Provence, im Rhône-Tal gelegen. Ein reiner GA-Platz mit sehr langer, breiter Grasbahn, die auch sehr eben ist. Kein ATS, keine Gebühren. Es wird die mitunter etwas chaotische Frequenz 123,5 für die Positionsmeldungen genutzt. Von Norden kommend muss man beim Einfädeln in die Platzrunde sehr auf die LF-P12 achten. Es gibt Avgas 100LL und Avgas UL91. Beide Tanken sind vom Club betrieben und haben kein Self-Service-Terminal; man braucht somit die Hilfe von jemandem vom Club (Bezahlung bar oder mit Karte). Das am Platz befindliche Restaurant „Air Escale“ wird viel gepriesen, ist aber eher nur „ganz normal“. Am Platz gibt es außerdem ein wohl recht beliebtes Jagdflugzeugmuseum (wochenends nur nachmittags geöffnet), allerdings 7 Euro Eintritt.
In den direkt an den Flugplatz angrenzenden kleinen Ort Ancône kann man zu Fuß gehen. Selbst Montélimar selbst ist nur ca. 2,5 Kilometer entfernt. Ein Taxi (Tel. 0680735942, weitere Nummern per google), kostet ca. 10 Euro. Das Hotel Ibis Styles ist empfehlenswert. Montélimar (37000 Einwohner) ist ein recht nettes, hübsch angelegtes, südfranzösisches Städtchen, allerdings ohne ganz besondere Highlights. Für einen halben Tag absolut fein.
Vinon (LFNF)
Mitten im Zentrum der Region, sei noch der Flugplatz Vinon (LFNF) genannt. Es ist quasi DAS Segelflugzentrum des Großraums Marseille. Daher vor allem am Wochenende, aber selbst wochentags, viel Segelflugverkehr. Dennoch ist der Platz nicht den Segelfliegern vorbehalten, sondern „ouvert á la CAP“. Primär Graspisten, aber in Richtung 28 (der Hauptbetriebsrichtung) gibt es auch einen 550 Meter langen Asphaltstreifen, der für Motorflieger ist. Der Anflug ist etwas anspruchsvoll, da man im Süden eine LF-P und im Osten den Ort Vinon meiden muss. Es gibt eine Avgas-Tanke von TOTAL mit Automat. Außerdem ein Restaurant („Le Planeur“) an der Ostseite des Geländes. Im Ort Vinon gibt es Mietautos (z. B. um zu den Gorges du Verdon zu fahren).
Salon Eyguieres (LFNE)
Für den Süden der Region sei noch der Flugplatz von Salon genannt (LFNE, nicht mit dem Militärplatz LFMY verwechseln!). Es ist ebenfalls „ouvert à la CAP“, so dass man dort weitgehend bedingungslos landen kann, auch wenn die Luftraumstruktur in der Umgebung natürlich chaotisch aussieht. Es gibt auch eine 800×15 Meter Asphaltpiste. Hinweis: an diesem Platz gabe es 2025 eine erhebliche politische Unruhe; der damalige Bürgermeister von Salon hatte versucht, mit allen Mitteln den Platz zu schließen, wurde dann aber gerade noch rechtzeitg abgewählt. Seit Frühjahr 2026 scheint sich alles wieder zu normalisieren.
Puimoisson (LFTP)
Dieser 15 Kilometer nördlich des Sees Lac de Sainte-Croix (siehe auch den nächsten Eintrag) gelegene, vorwiegend als Segelflugbasis fungierende Flugplatz ist leider „usage restreint“; es kann aber beim Betreiber eine administrative Genehmigung eingeholt werden. Das ist gut, denn nur ein paar Kilometer vom Plätz findet sich ein sehr schönes und besuchenswertes Bergörtchen, Moustier-Sainte-Marie. Aber man sollte aufpassen: der Platz liegt auf fast 2600 Fuß MSL, so dass die 800 Meter der Graspiste (mit schmalem Asphaltstreifen) gar nicht mal so lang sind.
Gorges du Verdon / Sainte Croix sur Verdon (LF0429)
Zum Schluss noch etwas zum Zunge schnalzen. Im Osten der Region gibt es ein besonderes Naturschauspiel, welches man sich (zumindest fliegend) nicht entgehen lassen sollte: den türkisfarben schillernden See „Lac de Sainte Croix“ sowie den sich östlich direkt anschließenden „Canyon du Verdon“; eine sehr schmale Schlucht durch den der ebenfalls tief türkisfarbene Fluss fließt, auf dem sich Touristen im Sommer vergnügen. An den umgebenden Felswänden üben sich Wanderer und Kletterer. Vorsicht ist aber geboten, weil sich direkt südlich eine LF-R anschließt, welche recht oft aktiv ist.
Leider gibt es überhaupt keinen „richtigen“ Flugplatz in unmittelbarer Nähe. Allerdings gibt es nahezu direkt am Ufer des Lac de Sainte Croix einen kleinen (Motor-)Segelflugplatz. Siehe das Flugplatzblatt von FFPLUM. Der Platz ist streng PPR, aber unmöglich ist es nicht. Die Piste ist etwas rau und es gibt Stromleitungen in der Platzumgebung. Vom Platz sind es 15 Minuten zu Fuß zum Seeufer bzw. in den Ort (wo es Restaurants gibt), allerdings stark bergab (und somit danach wieder bergauf).


