Flugvorbereitung – Flugdurchführung – Flugziele

Korsika

Die große zu Frankreich gehörende Insel im Mittelmeer. Über 1000 Kilometer Küste, ca. ein Drittel davon ist Strand, der Rest Felsküste. Die Insel ist nur dünn besiedelt, weil in großen Teilen hochgebirgig (sehr viele Berge mit über 2000 Metern Höhe), wobei die Westküste eher schroff und wild ist, während der Osten eher flach und sanft ist. Die Korsen haben den Ruf, unfreundlich gegenüber Gästen zu sein. In Teilen kann ich das aus eigener Erfahrung zwar bestätigen, aber letztlich gibt es überall solche und solche Menschen.

Von der Côte d’Azur oder von Ligurien aus ist Korsika ca. eine Flugstunde per PA28 entfernt. Ideal für ein mediterranes Erlebnis im Rahmen einer Flugreise nach Frankreich. Zu bedenken ist hierbei, dass für den Überflug in jedem Fall ein Flugplan vorgeschrieben ist; auch VFR und auch dann, wenn man vom französischen Festland kommt, also einen Inlandsflug durchführt. Dazu kommt, dass die zu planenden Routen zwischen französischem oder italienischem Festland und Korsika grundsätzlich vorgeschrieben sind (siehe AIP ENR 1.2), wobei ATC dann davon im Flug Abweichungen zulassen kann. Wichtig aber ist, wenn man VFR von Norden kommend nach Korsika fliegt, dass man die einschlägigen Wegpunkte (z.B. MERLU oder TORTU) im Routing des Flugplans drinstehen hat, denn sonst wird er u. U. vom französischen AIS abgelehnt. Einen kleinen (englischsprachigen!) „Guide“ für Flüge vom französischen Festland nach Korsika hat der französische AIS hier bereitgestellt.

Außerdem zu beachten ist, dass gerade in dieser Gegend schon mal der Dunst über dem Ligurischen Meer dazu führen kann, dass man kaum einen nutzbaren natürlich Horizont halt – obwohl der Himmel blau ist. Dies sollten vor allem Anfänger ohne große Instrumentenflugerfahrung berücksichtigen. Außerdem ist es auf Korsika, speziell an der Südseite, oft sehr windig.

Natürlich kann man auch einen ganzen Urlaub auf Korsika verbringen. Wobei: Korsika ist recht teuer, was Unterkunft sowie Mietwagen, Essen und Trinken angeht! Außerdem sollte man auf Korsika den August (und auch den Juli) eher meiden; da macht nämlich gefühlt halb Frankreich auf der Insel Urlaub und es ist alles sehr voll und sehr teuer. Auch die Parkflächen auf den Flugplätzen werden dann sehr knapp.

In der Tat: ganz grundsätzlich gibt es während der gesamten Sommersaison auf den großen vier Flughäfen teilweise erhebliche Parkbeschränkungen (PPR!). Das trifft besonders auf Calvi zu, zumal es im Norden Korsikas keinen reinen GA-Flugplatz zum Ausweichen gibt. Bastia lehnt trotz viel Platz manchmal PPR-Anträge ab wg. fehlendem Parkplatz, bei meist nahezu absolut leerem Flughafen! Figari allerdings noch mehr; dort ist es im Hochsommer weitgehend unmöglich, eine Parkgenehmigung zu erhalten. Also: sehr gut (schon in der ersten Planungsphase) die AD-Einträge der AIP bzw. die VAC und die Airport-NOTAMs studieren und ggf. eine entsprechende Anfrage stellen, um dann nicht kurz vor dem Flug eine Enttäuschung zu erleben. Richtig problemlos ist das alles nur auf den drei „kleinen“ GA-Plätzen der Insel, also Propriano (LFKO), Corte (LFKT) und Ghisonaccia (LFKG), wobei letzterer auch PPR (man sollte idealerweise Französisch können) erfordert.

Avgas ist aufgrund von Steuererleichterungen auf den größeren Plätzen meist noch einen Tick günstiger als auf dem Festland; in Propriano eher weniger.

ULs unterliegen auf den größeren korsischen Plätzen einigen weiteren Einschränkungen. In Ajaccio z.B. gilt PPR für ULs; in Figari gilt ebenso PPR, welches aber im Sommer an Wochenendtagen und Feiertagen nicht gewährt wird. Berichten zufolge lehnt Calvi auch schon mal PPR-Anträge von UL-Piloten ab, wenn diese keinen PPL haben. In der AIP/VAC steht davon allerdings nichts. Reine UL-Plätze gibt es nur wenige auf Korsika.

Noch etwas Generelles: die Ostseite Korsikas ist leider recht stark mit sich überlappenden LF-Rs zugepflastert. Insbesondere die R65, die recht großflächig den Militärflughafen Solenzara (LFKS) abdeckt, ist recht häufig aktiv. Dann ist ein Flug direkt an der Küste entlang unmöglich. Manchmal kann man aber trotz Aktiv-Status eine Durchfluggenehmigung von ATC bekommen. An anderen Tagen ist nur die R66 aktiv, aber auch die kann ganz schön im Weg liegen. Darüber hinaus gibt es der See noch die französische Danger Area 67 sowie die italienische Danger Area 29. Die kann man wenn es nicht anders geht zwar auch im aktiven Status durchfliegen, was aber natürlich nicht ideal ist. Die besagte Danger Area 29 kann oberhalb von FL50 allerdings auch überfliegen.

Nun etwas detaillierter zu den Flughäfen und Destinationen:

Bastia (LFKB)

Der große Flughafen im Nordosten der Insel. Er gilt als „brauchbarer“, wenn auch nicht außerordentlich freundlicher Platz für die GA, mit Sprit, Zoll, IFR, etc. ULs mit Transponder sind zugelassen. Zu bemerken ist, dass Bastia offiziell für Externe eine PPR-Regelung mit 48h Frist hat (warum, weiß keiner). Außerdem seit 2021 definitiv auch hier auf dem Vorfeld Handling-Plicht (SATAB). Man muss sich vorab über das Touch n go-Portal oder das recht fürchterliche MyHandling anmelden. E-Mail wird oft nicht mehr akzeptiert. Immerhin: das Handling vor Ort hat sich gegenüber früher etwas gebessert. Lediglich wenn gerade Linie abgefertigt wird, muss man sich wenn man Pech hat gedulden. Die Gebühren sind im erträglichen Rahmen, variieren aber immer mal ein bisschen von Fall zu Fall. Grob ca. 70 Euro für einen Nightstopp. Für reine Tankstopps ist es deutlich weniger, weil dann kein Handling fällig wird. Es gibt Avgas 100LL von BP (mit Automat, man kann also grundsätzlich mit BP-Card selbständig tanken; wenn man keine hat, kann es allerdings zu Verzögerungen kommen, da es meist nur einen Tankwart am Platz gibt. Außerdem wird dann eine Extra-Gebühr abgerechnet).

Die hübsche Stadt Bastia ist weit entfernt und ein Taxi dorthin kostet ein halbes Vermögen (fast 100 Euro). Auch hübsche Strände gibt es in unmittelbarer Nähe des Flughafens nicht. Es gibt auch kein nennenswertes Restaurant am Platz. Wenn man nur unkompliziert einen Overnight-Stopp machen will, gibt es in ca. einem Kilometer Entfernung (also mit geringem Gepäck fußläufig) zwei Hotels (1. „La Madrague“, 2. „Hotel Poretta“), wo man abends auch essen kann.

Calvi (LFKC)

Der Platz im Nordwesten der Insel. Calvi ist als touristisches Ziel deutlich mehr zu empfehlen als Bastia. Er war früher sehr beliebt auch bei der kleinen GA, hat sich aber diesbezüglich leider in den letzten Jahren nicht so positiv entwickelt.

Die lange Asphaltpiste hat eine Nord-Süd-Ausrichtung. Häufig herrscht leichter Nordwind, weswegen oft die 36 in Betrieb ist. Das bedeutet im Anflug allerdings, nahe an den Bergen eine Platzrunde fliegen zu müssen. Dabei wird man meist ziemlich durchgeschüttelt. Ich empfehle daher, wenn der Wind nicht zu stark ist, stets die 18 für die Landung zu erbeten. Meistens bietet der TWR dies auch an.

Seit einer Ausbaumaßnahme im Jahr 2020 gibt es die alte Sandfläche fürs GA-Parken nicht mehr. Das ist natürlich eher ein Segen. Leider hat die vergrößerte Asphaltfläche nicht dazu geführt, dass es mehr Parkpositionen für die kleine GA gibt – die Flächen werden ähnlich wie in Cannes meist in gewissem Maße für Jets, Turboprops und Twins freigehalten. Daher muss man im Hochsommer damit rechnen, keine längere Parkbewilligung zu bekommen. Auf jeden Fall stets die NOTAMs checken und sich auf jeden Fall so früh wie möglich anmelden (mindestens 24h vorher ist ohnehin Pflicht). ULs mit Transponder sind zugelassen.

Leider wurde 2020 auch eingeführt, dass sämtliche Flüge Handling erfordern, egal wo geparkt wird und wie groß/schwer das Flugzeug ist. Das kostet leider 42 Euro extra. Dies kommt zu den (noch halbwegs moderaten) Landegebühren hinzu; unter ca. 80 Euro kommt man also nicht mehr weg (außer bei reinem Tankstopp, dann etwas weniger). Immerhin: weiteres Parken ist preislich sehr günstig. Anmelden soll man dies über das Portal „Touch n go“, bzw. „myhandling“. Es geht zur Not ggf. auch über die veröffentlichte Mailadresse der dortigen Handling-Firma, Casavia. Aber in der Regel wird man strikt auf myhandling verwiesen.

Für Avgas gibt es mittlerweile eine BP-Tankstelle (BP-Card!) ganz im Süden des Vorfelds, aber auch noch einen Tankwagen (dann auch mit Kreditkarte). Letzterer kommt wenn man Pech hat erst mit Verzögerung, weil auch hier die Tankwarte primär mit Linienfliegern beschäftigt sind, bzw. oft ist es nur eine Person für den gesamten Flughafen. Der Preis ist meist einen Tick günstiger als auf dem Festland. Verzurren ist hier sinnvoll, weil es windig werden kann.

Es gibt seit ein paar Jahren ein separates kleines GAT; je nach dem, was für einen Tag man erwischt, ist das Personal leider häufig leicht unfreundlich. Es regiert außerdem leider ein gewisser Sicherheitswahn mit Schleusen, Detektoren, etc. Ein gerufenes Taxi fährt beim GAT direkt vor die Tür. Der Preis für die Fahrt nach Calvi variiert zwischen 25 und 30 Euro. Natürlich kann man am Platz auch Mietautos bekommen (im Winter allerdings vorab zu prüfen); die Mietwagen sind zwar nur ca. 300 hundert Meter entfernt (gegenüber des Airline-Terminals), aber es gibt nicht wirklich einen richtigen Fußweg dorthin. Eine Busverbindung vom Flughafen in die Stadt gibt es komischerweise nicht.

Calvi selbst ist ein recht lebendiger Hafenort. Die Häuserstruktur in der Altstadt ist hier und da leider frankreich-typisch etwas heruntergekommen. Gerne wird auch die Zitadelle am Nordende des Orts besucht. Die Restaurants an der Hafenzeile sind Durchschnitt; im Sommer wird die Sicht über die Bucht durch zig Boote versperrt. Schöner sitzt man in einem der Strandrestaurants; recht gut ist dort das „Chez Marco Plage“. Der ewig lande Strand von Calvi (den man auch im Anflug auf die 18 überfliegt) ist wirklich super. Ein ordentliches Hotel in guter, zentraler Lage von Calvi ist das „Le Rocher“. Am hinteren Ortsende bekommt das eher einfache „Sole Mare“ immer recht gute Bewertungen.

Wer ohne Mietwagen einen schönen Ausflug von Calvi aus machen möchte, kann (in der Saison) mit einem Bummelzug nach L’Île-Rousse fahren (ca. 45 Minuten); die Strecke und die Landschaft sind sehr schön.

Ajaccio (LFKJ)

Der „Hauptstadtflughafen“ der Insel. Er hat den meisten „Heavy-Metal-Verkehr“ aller Flughäfen auf Korsika, ist aber dennoch auch sehr OK für die GA. Sehr Schöner Anflug. Es gibt ein etwas separates GA-Vorfeld mit ausreichend Platz und ohne fest eingezeichnete Stellplätze. Die Gebühren (inkl. des obligatorischen Handlings) mit einer Übernachtung liegen ca. bei 80 Euro. Diese kann man bei Abflug direkt am Flieger bezahlen. Die Tanke (am Rande des GA-Vorfelds) ist von BP, mit dem BP-Carnet ist selbständiges Tanken möglich (bei Zahlung mit Kreditkarte braucht man die Hilfe des Handling-Personals). Avgas ist hier meist vergleichsweise günstig. Es gibt kein wirkliches GAT, sondern nur einen Container des Vorfeldhandlings (Casavia).

PPR für ULs (und möglicherweise wird im PPR-Prozess nach einem PPL gefragt). Aber auch für „normale“ Motorflugzeuge ist aus „Sicherheitsgründen“ (?) 48h PPR angesagt. PPR soll über die myhandling-Plattform bzw. das Touch ’n go – Portal (mit vielen Pflichtfeldern) eingeholt werden. Ggf. geht es auch weiterhin per mail: ag.aja@casavia.com.

Vorsicht: wenn man internationale Flüge macht, dann muss der Flug außerdem 48h vorher bei der Polizei angemeldet werden und ein Gendec ausgefüllt werden. Das ist zudem alles etwas unklar in der AIP formuliert. Wenn man das nicht alles richtig macht, führt sich die Polizei hier leider Berichten zufolge teilweise unmöglich auf. Schade. Es schmälert aber insgesamt nicht die positive Bewertung des Flughafens.

Der Aeroclub von Ajaccio hat ein eigenes Restaurant (für Mittagessen), welches einen guten Ruf hat.

Ajaccio selbst ist nicht allzu weit entfernt. Es gibt einen Linienbus in die Stadt, der allerdings nicht ganz bis in die Altstadt und außerdem stolze 10 Euro pro Fahrt kostet. Ein Taxi kostet (Fixpreis) auch nur 30 Euro. Insgesamt die die Stadt selbst nicht die allergemütlichste. Vor allem gibt es leider keine schöne lange Hafenpromenade zum Flanieren am Abend. Dennoch: es gibt eine Zitadelle, eine lauschige Altstadt und direkt dahinter einen schönen (wenn auch eher schmalen) Stadtstrand. Es werden im Sommer viele Bootstouren etc. anboten. Soll heißen: es wird auch mehrere Tage nicht langweilig. Ordentliche, nicht zu teure Hotels: Hotel Fesch (tolle Dachterrasse fürs Frühstück!) und Hotel du Golfe. Natürlich gibt es auch Mietwagen am Flughafen. Lohnenswert ist es, die Küstenstraße bis hoch nach Calvi abzufahren. Wer im Hinterland von Ajaccio ein bisschen unterwegs sein will und ein gutes Restaurant mit typisch korsischen Speisen sucht, sollte zur Auberge Chez Pascal in Cuttoli Corticchiata fahren.

Propriano (LFKO)

*Der* VFR-GA-Platz Korsikas, im Südwesten der Insel und der Lieblingsplatz jener Piloten, die kontrollierte Plätze mit Sicherheitskontrollen etc. eher ablehnen. Neben Corte (im Inland) ist der einzige Platz auf Korsika ohne PPR und anderes Gedöns. Schöne Lage direkt am Meer. In der Randsaison ist hier nicht so viel los; im Juli und August geht hier ziemlich der Punk ab weil halb Frankreich dorthin fliegt. Fallschirmsprungbetrieb! Die Freundlichkeit des Personals gegenüber internationalen Besuchern schwankt etwas. In der Nebensaison ist oft gar niemand am Platz.

Der Platz und die Piste sind hier und da etwas ungepflegt; überall wächst Gras hindurch. Die Piste ist etwas „bumpy“. Parken muss man auf in der Regel auf „Gras“; es gibt zwar auch ein paar Asphaltpositionen, allerdings dort dann keine Verzurrmöglichkeiten. Es gibt eine Self-Service Tankstelle (Avgas 100LL und Jet A-1). Der Sprit kann dort direkt mit Kreditkarte bezahlt werden (der Bezahlautomat ist etwas versteckt; im weißen Container). Leider war die Treibstoffverfügbarkeit in den letzten Jahren teilweise etwas unzuverlässig.

Obwohl es keinen ATS gibt (also nur A/A-Verfahren) gibt es hier, zumindest in der Saison, (noch recht moderate) Park- und Landegebühren von je 10 Euro. (aber Achtung: selbst wenn man nur kurz bleibt, wird sofort ein Tag Parken abgerechnet, also in Summe dann 20 Euro). Außerhalb der Saison ist aber oft niemand am Platz, dann kommt man um die Gebühren komplett herum. Mit anderen Worten: der Platz verdient sein Geld im Sommer.

Außerdem gibt es ein kleines Restaurant („L’Aérosnack“) mit Terrasse; leider in der Vergangenheit teilweise mit etwas unregelmäßigen Öffnungszeiten, obwohl die Webpage sagt, dass der Platz an 7 Tagen die Woche, von morgens bis abends geöffnet ist. Das scheint aber nur für die Hauptsaison zu gelten. Die Freundlichkeit fremden Gästen gegenüber variiert leider – wie überall auf Korsika.

Obwohl die Schwelle der 09 quasi direkt an den (einsamen und schönen) Strand grenzt, ist es leider vom Abstellplatz nur bedingt möglich, direkt dorthin zu kommen. Zwar gibt es einen Weg entlang der Piste, aber am Ende ist da ein abgestandener Flussarm im Weg, den man (je nach Jahreszeit bis zu bauchnabeltief!) kreuzen muss. Ansonsten muss leider man an der Straße entlanggehen, was dann doch ca. 2,5 Kilometer sind. Am Ende des dortigen Strandes liegt ein Restaurant („U Livanti“), mit tollem Blick über die Bucht.

Vom Platz mit dem Taxi in das Städtchen Propriano sind es ca. 5 Kilometer und wie so oft in Frankreich sind Taxen schwer zu bekommen (obwohl zahlreiche Nummern groß am Flugplatzgebäude angeschlagen sind) und obendrein auch eher teuer. Es wird stets Valérie (0624252640) empfohlen, weil verfügbar. Wer hier Klappräder o.ä. hat, ist ideal ausgestattet. Als Unterkunft wird in Propriano – obwohl nicht am Wasser gelegen – oft die Casa Santa Giulia empfohlen.

Um die Gegend weiter zu erkunden ist ein Mietwagen natürlich sinnvoll. Propriano hat Europcar, Hertz und UCAR-Agenturen und außerdem zwei kleine, lokale Mietwagenfirmen; in der Saison bekommt man aber kurzfristig nicht immer mehr ein Auto. Außerdem gibt es in Propriano eine Motorrad- und Scooterverleih („CMSL“). Oder man probiert es über Turo oder getround. Wer ein Auto hat, sollte auch mal zur Baie de Campomoro fahren; einer der schönsten Strände im Südwesten Korsikas.

Hinweis: Unter den Locals ist der Platz auch unter dem Namen „Tavaria“ bekannt. Der dortige Aeroclub heißt „Aeroclub du Valinco“.

Figari / Sud Corse (LFKF)

Der Flughafen für den äußersten Süden der Insel. Es ist auch hier immer mit viel Wind zu rechnen und dazu aufgrund des Terrains gelegentlich mit starken Turbulenzen. Die Tankstelle (nimmt die Parkposition 55 ein) ist von TOTAL. Wenn man eine TOTAL-Card hat, kann man selbstständig und jederzeit landen; ansonsten braucht man den Tankwart, was dann 18 Euro extra kostet. Außerdem gilt für das Tanken mit Tankwartservice und Bezahlung mit Kreditkarte PPR-Pflicht. Klärt man das nicht vorab, bekommt man ggf. keinen Sprit.

Es gibt nur eine handvoll asphaltierte Parkpositionen für kleine GA-Maschinen. Daher ist Parken auch hier mittlerweile strikt PPR (via email, pce.ag@cci.corsica, offiziell teilweise 72h vorher!). In den Sommermonaten ist es leider nahezu unmöglich, eine Parkgenehmigung zu erhalten. Selbst im Frühjahr und Herbst bekommt man manchmal Ablehnungen, oder zumindest Einschränkungen erteilt, was die maximale Aufenthaltsdauer angeht. Ein Großteil des GA-Vorfelds wird eben für Jets freigehalten. Traurig. Dazu kommuniziert der Platz eher schlecht mit seinen Kunden; PPR-Anfragen werden manchmal einfach liegen gelassen.

An diesem Platz gibt es zwar keine PPR-Pflicht für ULs, aber in den Sommermonaten dürfen diese am Wochenende nicht fliegen (siehe VAC). Auch ist grundsätzlich (wg. der Hindernissituation westlich und nördlich des Platzes) kein VFR-Nacht erlaubt.

Leider dreht aber mittlerweile Figari noch weiter am Rad: alle internationalen Flüge (auch von innerhalb des EU- und Schengenraums, wie z.B. Italien) müssen jetzt – so eine Verlautbarung des Airports – vom Zoll kontrolliert werden (auch wenn das so aus dem entsprechenden AIP-Eintrag nicht so klar hervorgeht) und müssen daher genau genommen 48 Stunden vorher bei der Police aux Frontières („PAF“) avisiert werden. Außerdem ist man dadurch bei internationalen Flügen natürlich an die Zeiten des dortigen PAF-Büros gebunden, welches am Abend recht früh schließt. Wirklich alles nicht mehr so schön. Hoffentlich normalisiert sich das irgendwann wieder.

Seit ein paar Jahren gibt es ein eigenes kleines „GAT“. Die Gebühren sind seit ein paar Jahren leider recht happig geworden, d.h. man muss mit knapp 100 Euro rechnen. Weiteres Parken deutlich teurer (30 Euro pro Tag) als z.B. in Calvi.

Figari ist übrigens nur ein ganz kleines Mini-Örtchen in der Nähe des Flughafens. Das „Ziel“ der meisten, die hier landen, ist Bonifacio, mit einer beeindruckenden Altstadt hoch oben über dem Meer auf einem Felsvorsprung. Die „Neustadt“ legt sich um den daraus gebildeten, sehr pittoresken Naturhafen.

Bonifacio ist allerdings knapp 20 Kilometer vom Flughafen entfernt. Taxis warten in aller Regel nicht am Platz; an der Info im Terminal bekommt man die Telefonnummern. Es gibt aber auch Mietautos jeder Couleur. Man muss es sich vorher ausrechnen; die Taxifahrt z.B. nach Bonifacio ist mit ca. 55 Euro pro Fahrt natürlich teuer. Meist lohnt sich also ein Mietwagen (aber besser vorbestellen), denn man sollte in der Tat auch ein bisschen den Süden der Insel und dessen fantastische Strände erkunden. Im Sommer gibt es wohl einen Bus Richtung Porto-Vecchio, das man auch mit dem Auto in ca. 25 Minuten erreicht. Der dortige Hafen ist unspektakulär, aber die Altstadt auf dem Berg ist sehr hübsch und lauschig. Es gibt u.a. ein paar Restaurants, die eine Terrasse haben, von der man einen tollen Blick über die Bucht hat. Vor allem ist der Strand von Santa Giulia (8 km südlich von Porto-Vecchio) ein Traum in Türkis (laut Trip Advisor der achtschönste Strand Europas). Auch die Plage de Palombaggia ist berühmt.

Zu Bonifacio: Schick, aber teuer, ist z.B. das „Hotel du Centre Nautique“ am Kopfende des Hafens. Ein deutlich günstigeres aber trotzdem ordentliches Hotel sind das „A Madonetta“. Preislich dazwischen liegt das „Solemare“ (direkt neben dem „Centre Nautique“). Ein gutes Restaurant an der Hafenzeile (unter vielen) ist das „Dorsia“.

An der Südostspitze Korsikas, nur ein paar km von Bonifacio entfernt, liegt der Golfclub „Sperone“ (https://www.golfdesperone.com/). Speziell die zweiten 9 Loch dieses Platz, direkt am türkisfarbenen Meer gelegen, gehören ohne Übertreibung mit zu den schönsten 9 Loch weltweit. Der Strand nebenan ist genauso fantastisch.

Corte (LFKT)

Hinweis: an diesem Platz gibt es saisonweise immer mal wieder gewisse Beschränkungen, man muss also unbedingt vorab die NOTAMs checken.

Corte ist der einzige Flugplatz im bergigen Innern von Korsika. Es ist ein reiner VFR-Platz, ohne ATS und meist ohne Personal. Im Sommer kann es hier sehr heiß werden. Außerdem gibt es die Gefahr starker Turbulenzen. Aber ansonsten ist es ein schönes Ziel, wenn man mal ein wenig das ursprüngliche Korsika kennenlernen möchte. Der Platz liegt „nur“ auf 1100 Fuß, die Berge drumherum sind aber teilweise über 2000 Meter hoch. Zum Teil ragen Bäume in die An- und Abflugkegel hinein; auch daher gibt es immer mal wieder NOTAMs. Die Piste 13 fällt spürbar ab, man sollte daher wenn möglich die 31 für die Landung nehmen. Die Piste ist in keinem besonders guten Zustand. Wer mit Flugplan landet, sollte wissen, dass es am Platz teilweise keine Mobilfunkabdeckung gibt. Für Treibstoff muss man sich im Einzelfall vorab an den kleinen örtlichen Aeroclub wenden. Gleichsam wegen Taxi. Hier aber vorsichtshalber schon mal zwei Taxinummern: 0495610117 und 0603491524. Lande- oder Parkgebühren werden keine verlangt.

Direkt am Platz gibt es einen Campingplatz („Santa Barbara“), wo man aber auch in mietbaren Hütten übernachten kann. Außerdem gibt es ein kleines, einfaches Restaurant. Vor allem aber gibt es dort einen Pool, der im Sommer sehr willkommen ist. Flugplatz und Campingplatz haben wohl dieselben Eigentümer. Auch ein Auto kann man vom Betreiber leihen!

Sonst: bis in den Ort Corte sind es gut drei Kilometer (allerdings entlang einer viel befahrenen Straße). Wenn man ein Taxi bekommt, kostet es ca. 23 Euro. Dort gibt es eine kleine und nette, auf einem Felsen gebaute Altstadt mit ein paar Restaurants. Von dort kann man schöne Blicke ins Innere von Korsika genießen; ein schöner Kontrast zu den Küstenorten Korsikas. Vor allem ist Corte natürlich für Bergwanderer sehr schön. Außerdem kann man Berichten zufolge in der Gegend sehr schöne geführte Canyoning-Touren machen.

Ghisonaccia-Alzitone (LFKG)

Dieser im Südosten der Insel gelegene Flugplatz ist einer der drei reinen GA-Plätze der Insel. Leider ist dieser „usage restreint“, d.h. nicht in Korsika beheimatete Flugzeuge dürfen laut AIP erstmal nicht landen. In der Praxis ist es aber dennoch möglich, mit ein paar Tagen Vorlauf und Papierkram bei ppr@aerodromedeghisonaccia.com eine Genehmigung zu bekommen (der Platz liegt innerhalb eines militärischen Sperrgebiets). Allerdings hilft es hier, französisch zu können. Gebühren 20 Euro für die Landung und 5 Euro pro Nacht. De facto sind hier die französischen Piloten etwas unter sich. Es gibt auch Avgas (recht teuer). Im Ort Ghisonaccia kann man einen Mietwagen bekommen (Europcar). Der Platz ist also zumindest eine gute Option für den schönen Südosten der Insel, vor allem wenn man in Figari keine Parkgenehmigung bekommt.

Der Flughafen Solenzara (LFKS), ebenfalls im Südosten der Insel gelegen, ist rein militärisch.

Tallone (LF2B27) (UL-Platz)

Weitgehend der einzige UL-Platz mit mindestens 400 Metern Piste auf Korsika. Dieser befindet sich direkt an der Ostküste, ca. auf halber Höhe (ein ganzes Stück südlich von Bastia). Es ist eine etwas abenteuerliche Erdpiste, aber knapp 500 Meter lang (je nachdem, wie man misst). Er liegt außerdem innerhalb der R65 und der R66, unterliegt also möglicherweise noch weiteren Einschränkungen. PPR ist auf jeden Fall Pflicht. Einflug, Landung und Start erfolgen in Funkabstimmung mit dem FIS und ggf. dem TWR von Solenzara. Für alles weitere sollte man Kontakt mit dem Betreiber aufnehmen; die Daten finden sich auf dem BASULM-Blatt des Platzes.

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