Flugvorbereitung – Flugdurchführung – Flugziele

Paris!

Paris! *Die* Stadt. Stadt der Liebe. Stadt der Künste. Stadt der großen Architektur. Und was nicht noch alles. Auch für mich ist Paris *die* Traumstadt Europas. Seit gut 25 Jahren bin ich praktisch jedes Jahr mindestens einmal dort. Gelegentlich auch mal mit der Linie oder mit dem Zug, meist aber per GA. Mit einem halbwegs schnellen Flugzeug ist Paris von Deutschland kommend in zwei bis drei Stunden zu erreichen, und zwar dies, ohne Strecken über Wasser oder über hohe Berge fliegen zu müssen. Daher ist (zumindest nach IFR) Paris eigentlich immer gut und zuverlässig planbar. VFR natürlich ein klein bisschen weniger.

Zunächst kurz zum Luftraum von Paris: Paris hat in Form der Paris TMA einen riesigen Klasse-A Luftraum, welcher für VFR-Piloten (und zum Teil auch für IFR-Piloten) ein großer Faktor ist. Im Umland von Paris liegt die Untergrenze teilweise bei nur 1500 Fuß MSL, häufig bei Gelände- und Hindernishöhen von deutlich über 500 Fuß MSL! Daher bitte gut aufpassen bei der Planung und während des Fluges!

Früher war übrigens auch die CTR von Paris Klasse A. Da so was aber durch SERA 2014 verboten wurde, hat man kurzerhand zwar die Paris CTR in Klasse D umgestellt, gleichzeitig aber eine stattliche LF-R (Nr. 275) eingerichtet, die faktisch den Einflug für VFR-Flieger dorthinein verbietet. Dazu kommt, dass die französischen Regelungen zu den Mindestflughöhen ohnehin keinen legalen Überflug der Stadt zulassen würden. Es bleibt also dabei: als VFR-Flieger gibt es keine Chance, Paris so richtig aus der Luft zu erleben. Lediglich wenn man Instrumentenanflüge auf die Plätze von Le Bourget (Piste 07) oder Toussus-le-Noble (Piste 25R) fliegt, kommt man in gewissem Maße in diesen Genuss.

Außerdem wurde 2014 eine Art RMZ über dem gesamten Großraum Paris eingeführt. Dies geschah technisch ebenfalls durch eine LF-R, Nr. 324, deren Bedingung für den Durchflug eben die Hörbereitschaft auf der Frequenz von Paris FIS, also 120.075 ist (oder auf der jeweiligen Platzfrequenz, wenn man gerade im An- oder Abflug auf einen der dort gelegenen Plätze ist). Hintergrund ist, dass man bei Verletzungen des Luftraum A oder der Paris CTR dann noch zeitnah einschreiten kann.

Aufgepasst für IFR-Piloten, die VFR-Plätze wie Lognes (LFPL) oder Le Plessis (LFPP) nach IFR anfliegen wollen und dann erst kurz vor dem Platz auf VFR wechseln wollen (oder dort starten und gleich nach dem Start IFR gehen wollen): das ist leider nicht möglich. ATC lässt solche Flüge nach IFR nicht in die TMA rein (und nach VFR natürlich erst recht nicht). Man muss also lange VFR fliegen, weil die TMA so riesig ist. Auch flugplanungstechnisch hat man such darum gekümmert; es ist unmöglich, den Punkt des Flugregelwechsels innerhalb der lateralen Grenzen der TMA zu legen. Das ist bei nicht so gutem Wetter zu bedenken. In dem Fall besser einen richtigen IFR-Platz anfliegen wie Pontoise (LFPT) oder Melun (LFPM).

Kommen wir nun zu den für Paris-Besuch in Frage kommenden Flughäfen und Flugplätzen.

1. IFR-Plätze:

Was IFR-fähige Flugplätze und Flughäfen angeht, so sind diese im unmittelbaren Raum von Paris leider eher rar gesät. Zumindest für die „kleine“ GA. Denn die „große GA“ hat mit dem Flughafen Le Bourget (LFPB) im Norden der Stadt natürlich ein sehr zentrales Juwel mit allen möglichen Services und direktem Anschluss an die RER. Le Bourget war schon immer recht teuer (ich bin 2002 einmal hier gelandet und habe, wenn ich mich recht erinnere, damals ca. 150 Euro bezahlt). Zwischenzeitlich sind die Preise immer mehr hoch gegangen und liegen bei ca. 800 Euro pro Landung/Handling für eine Einmot, plus ca. 200 Euro pro 24h Parken! Dabei ist es relativ egal, an welchen Handling-Agent man sich wendet; die scheinen sich untereinander abgesprochen zu haben. Außerdem gibt es in Le Bourget seit Jahren auch kein Avgas mehr. Immerhin, der Platz ist rein auf die GA zugeschnitten und behandelt diese natürlich fürstlich. Auch VFR-Flieger dürfen den Platz nutzen, es gibt dafür aber eine gesonderte PPR-Prozedur. Außerdem gibt es permanent die Möglichkeit zu Zoll / Einreise, was den Platz in Paris einzigartig macht. ULs können laut Verband hier mit Genehmigung auch fliegen!

Auch Paris-Orly (LFPO), genauso stadtnah wie Le Bourget, allerdings im Süden der Stadt gelegen, gehört in die ähnliche Kategorie (streng PPR, Handling, keine ULs, teuer). Im Gegensatz zu Le Bourget gibt es hier auch reichlich Linienverkehr, so dass davon auszugehen ist, dass man wenig mit kleinen GA-Flugzeugen anfangen kann. Leider habe ich hier keine aktuellen Richtpreise vorliegen. Auch hier kein Avgas. Der GA Handling-Agent heißt Advanced Air Support.

Saclay-Versailles /Toussus Le Noble“ (LFPN)

Früher hieß dieser Platz ausschließlich „Toussus Le Noble“. Offiziell wird er seit 2024 von der Betreibergesellschaft aber als „Paris-Saclay-Versailles“ bezeichnet. Es ist (trotz recht erheblicher Einschränkungen, siehe weiter unten) immer noch der betriebsamste IFR-Platz der Stadt für die kleine GA. Aber auch VFR-Piloten nutzen ihn häufig. Auch ULs sind zugelassen (sie müssen aber beim Einleitungsruf klarmachen, ein Dreiachser zu sein). Es ist schlicht der größte und bedeutsamste GA-Flugplatz der Metropolregion Paris und damit von ganz Frankreich. Einreise (also für Flüge z.B. aus UK oder Irland) leider seit ein paar Jahren nicht mehr möglich. Hinsichtlich Zoll (für Flüge aus der und in die Schweiz) ist die AIP leider unklar; womöglich kann man das mit dem zuständigen Zollamt abklären.

Er liegt im Westsüdwesten von Paris, in der Nähe von Versailles. Dies führt dazu, dass er für Flüge von Deutschland nach Paris (solange man danach nicht noch weiter in den Süden oder Westen Frankreichs möchte) ungünstig gelegen ist; insbesondere als VFR-Flieger muss man von Osten kommend zunächst (meist mit Turbulenzen) in Ameisenhöhe komplett um die Stadt herum, in einer Gegend, in der sehr viel VFR-Verkehr herrscht und der Luftraum äußerst komplex ist. Außerdem verbrät man unnötig Treibstoff und Flugzeit. Für IFR-Flieger hingegen ist – bei gutem Wetter – der Anflug auf die 25R natürlich ein Traum, da man direkt über die südliche City von Paris geführt wird (auch die LF-P25 darf man dann durchfliegen; die LF-P23 allerdings nicht; daher muss man den Anflug lateral schon halbwegs sauber fliegen). Außerdem überfliegt man bei ca. drei Meilen auch noch den Militärplatz Villacoublay. Auch beim IFR-Abflug von der 07 bekommt man meist noch mal gute Blicke über die City.

Ich bin – aus dem gleich folgenden Gründen – ich kein ganz so großer Fan von dem Platz; wer kein IFR braucht, sollte meines Erachtens eher z.B. nach Lognes (LFPL, siehe weiter unten) oder ggf. St. Cyr (LFPZ, siehe ebenfalls weiter unten) fliegen. Toussus hat nämlich gewisse Eigenheiten und Betriebseinschränkungen:

Beim VFR-Anflug muss man sehr gut auf Verkehr und die Luftraumstruktur achten. Der FIS in der Gegend westlich des Platzes heißt „Chevreuse Info“. Der Platz liegt innerhalb einer großen LF-R (35); die einzige Bedingung, um in sie einzufliegen ist hier allerdings, mit Toussus TWR in Funkkontakt zu stehen. Es ist also nichts weiter als eine Art RMZ; eine CTR hat der Platz – trotz TWR – nicht! Die weiteren Anflugdetails sollte man natürlich vorab gut studieren, denn man muss ziemlich genau entlang der vorgegebenen Routen fliegen. Der Platz hat politische Probleme. Fliegt man ohne ganz triftigen Grund in die in der Anflugkarte blau markierten Lärmschutzgebiete ein, handelt man sich konkreten Ärger ein. Auch in den Nachtstunden darf in Toussus kategorisch nicht geflogen werden; es ist also kein 24h-Platz, wie die meisten anderen in Frankreich.

Die größte Einschränkung aber: außerhalb der Betriebszeiten des Towers dürfen seit einiger Zeit platzfremde Luftfahrzeuge überhaupt nicht mehr fliegen, außer mit behördlicher Genehmigung*. Größtes Problem dabei: an mittlerweile bis zu 10 Tagen im Monat (!) gibt es mittlerweile den ganzen Tag keinen ATS mehr. Somit ist der Platz leider nur noch eingeschränkt nutzbar! Dazu kommt, dass es keine fest definierten Plan der ATS-Öffnungszeiten gibt, sondern jeweils zum Ende des Monats für den Folgemonat per NOTAM einige Tage veröffentlicht werden, wo es eben keinen gibt. Nochmal: an diesen Tagen ist der Platz dann also für Gäste prinzipiell geschlossen. Dabei gibt es nahezu überhaupt keine Regelmäßigkeiten (meist sind Wochentage betroffen, manchmal aber auch Wochenendtage). Sehr langfristig planen kann man Flüge nach Toussus also nicht, und meistens ist dann doch entweder der geplante Anflugtag oder der geplante Abflugtag von der Abwesenheit des ATS, also de facto der Schließung des Platzes – betroffen.

*Wer es versuchen möchte, der sollte auf französisch eine Email an das zuständige Luftamt, die DSAC Nord schreiben. Adresse: franck.bouniol AT aviation-civile.gouv.fr. Dabei (natürlich auf Französisch) mitteilen, dass man in der Lage ist, den Funk auf Französisch durchzuführen, dass man mit dem Flugplatz vertraut ist und außerdem einen Scan des Lärmzeugnisses beifügen.

Und noch eine weitere Einschränkung: der Platz hat seit 2019 auch gewisse Lärmeinschränkungen, was Flugbewegungen angeht, welche vom Wochentag, der Tageszeit und der Lärmklasse des Luftfahrzeugs abhängen. Das Ganze erinnert schon etwas an die verhasste Landeplatzlärmschutzverordnung in Deutschland. Für besuchende Luftfahrzeuge (die ja in der Regel vor Ort keine Platzrunden fliegen) gibt es zwar nur wenige relevante Einschränkungen, aber: an Sonntagen im Sommerhalbjahr sind zwischen 12:00 und 15:00 Uhr Ortszeit keinerlei Starts oder Landungen mehr erlaubt!

Eine weitere fliegerische Einschränkung ist, dass VFR-Luftfahrzeuge in der Platzrunde und der den Platz umgebenden LF-R35A nur mit maximal 100 Knoten oder 1,45 x Vs fliegen dürfen. Auch hierhinter steckt der Lärmschutz.

Und noch was: während der jährlichen Paris Air Show (Juni) geht der Platz völlig „in Tilt“. Es gilt dann Handling-Pflicht, und Parkplätze gibt es dann auch keine. Also auch deshalb: frühzeitig die NOTAMs checken!

Man muss (und kann) in Toussus vor Ort keine Landegebühren bezahlen. Die Rechnung wird – zumindest theoretisch – per Post versandt. Man soll dazu seine Daten hinterlassen. In der Praxis kommt dann oft gar nichts, was als Pluspunkt zu werten ist. Das Landen kostet nur ca. 29 Euro, aber Parken kostet nochmal 25 Euro pro 24h. Wenn man nach dem Flug von sich aus eine Mail an den Platz schickt, bekommt man die Rechnung mit Sicherheit zugeschickt. Vor Ort kann man nicht mal die Daten hinterlassen. Allerdings: seit 2024 kann man hier die Gebühren auch per aerops bezahlen, was einwandfrei funktioniert.

Für Avgas und Jetfuel gibt es jeweils einen TOTAL-Tankwagen, d.h. man braucht so oder so einen Tankwart, welchen man von dem kleinen „Terminal“ aus (das kleine Gebäude neben dem TWR-Gebäude mit dem Restaurant) rufen kann oder auch über die Ground-Frequenz herbeiholen. Bezahlung dann mit der TOTAL-Card oder auch mit normaler Kreditkarte möglich. Es kann zu Verzögerungen kommen.

Dazu gibt es seit 2023 am Platz eine fixe Tankstelle für ethanolfreies Super-Benzin mit 98 Oktan. Bezahlung hierfür (nur) mit Kreditkarte.

Ansonsten fühlt man sich auf dem Platz etwas „lost“ und „alone“. Er ist eigentlich kaum auf Besucher eingestellt, sondern mehr auf den „home-based traffic“. Man sollte nicht auf den Parkplätzen 40-43 parken; diese sind für großes Gerät und kosten kräftige Parkgebühren. Für fremde Kleinflugzeuge gibt es insgesamt nur 13 Parkpositionen auf Asphalt, welche (selten) auch mal alle belegt sind; man muss dann auf Gras ausweichen (es ist in der Regel nicht möglich, vorab einen der handlingfreien Asphaltparkplätze zu „reservieren“). Hangarplätze sind auf Anfrage in der Regel verfügbar. Rein und raus aus dem Flughafengelände kommt man mit einer Zugangskarte (welche man beim Verlassen aus einem Automat erhält) und entsprechenden Kartenautomaten und gesicherten Türen. Das kleine Ankunftsgebäude (es ist nicht das Towergebäude, sondern das kleine Ding daneben) ist stets verwaist.

Immerhin, es gibt zwei Restaurants (das erste, unten im Towergebäude), heißt „Le Bouchon“. Es hat allerdings wenig Charme und auch bei den lokalen Piloten einer eher schlechten Ruf. Dazu gibt es, allerdings noch 600 Meter weiter Richtung Südwesten noch ein weiteres Restaurant („Air & Cook“, sonntags und montags geschlossen). Dieses ist gut. Wer nur einen Lunch-Stopp machen will, kann sich beim „Aero Touring Club de France“ anmelden und dann quasi direkt vor der Tür parken. Außerdem gibt es auch einen Pilot Shop am Platz.

Taxis sind wie immer recht teuer. Wenn man direkt nach Paris fahren möchte, kostet dies ca. 100 Euro. UBER und Bolt kosten jedoch nur zwischen 40 und 75 Euro (es hängt u.a. stark von der Tageszeit ab). Viele Leute fahren dennoch mit dem Taxi für ca. 25 Euro nur bis zur RER-Station von Versailles („Chantiers“) und nehmen dann die Bahn in Richtung Paris-Montparnasse. Zum Schloss von Versailles sind es per Taxi ca. 30 Euro. Es gibt aber auch Avis und Europcar in der Nähe des Platzes, die möglicherweise auf Wunsch Autos am Platz bereitstellen. Ich empfehle aber das Autofahren in Paris nicht.

Bei Abflug, auch nach VFR, wird von GND ein startup-request erbeten.

Pontoise (LFPT)

Die Stadt Pontoise und dessen GA-Flughafen (bei den Locals teilweise eher unter dem Namen „Cergy“ bekannt) liegt nordwestlich von Paris, also meist auch nicht so ganz ideal. Außerdem schon ein klein wenig weiter weg von Paris als LFPN. Er ist die Heimat eines der größten Aeroclubs Frankreichs, des „Aeroclub Hispano Suiza“; er hat eine ganz beachtliche Flotte (vor allem Cessnas). Trotzdem ist auf diesem Platz mittlerweile nicht mehr so viel los. Das ILS wurde 2023 abgeschaltet; seitdem gibt es im Wesentlichen nur noch RNP-Anflüge, allerdings auf mehrere Pisten.

Auch dieser Platz ist leider nicht allzu sehr auf Besucher eingestellt. Es gibt nämlich nur recht wenige „freie“, also für Gäste vorgesehene Parkflächen und ohne Handling auch keinerlei weitere Assistenz vor Ort. Die Hauptparkfläche für Gäste ohne Handling befindet sich südlich der Schwelle der Piste 30 (Taxiway E). Meist aber ist es trotz der recht kleinen Fläche kein Problem, denn der Platz wird nur recht selten von Besuchern genutzt. Man ist dort aber eben recht alleine und hat außer einem Ausgang nichts.

Alternativ kann man wohl ohne Handling auch auf der Fläche „Apron Nord“, nördlich der Piste 12/30 Parken (Taxiway F). Dies ist zwar teilweise für VTOL vorgesehen, aber da es davon wenig gibt, kann man auch dort Parken. Dort ist man zumindest etwas näher zum Geländeeingang von der Hauptstraße und zu der daneben liegenden Kartbahn mit Restaurant. Es gibt auch dort einen Ausgang; der Code um wieder reinzukommen steht auf der Innenseite, etwas versteckt.

Ohne Handling hat man schlicht gar keinen Kontakt mit irgendwelchem Personal am Boden, ähnlich wie in LFPL oder LFPN.

Handling ist grundsätzlich aber nur für Flugzeuge >3,5 Tonnen Pflicht (Ameridair). Dies sollte man freiwillig eigentlich nur in Anspruch nehmen wenn man einen Hangarplatz möchte, unbedingt eine Toilette braucht oder so ähnlich.

Auch hier gilt: Zoll (also für Flüge z.B. aus der Schweiz) ist mit Voranmeldung möglich; Einreise (also für Flüge z.B. aus UK) allerdings gar nicht mehr (siehe AIP/VAC).

Und, auch hier gilt – wie in Toussus – gut die NOTAMs zu checken, denn auch hier gibt es Tage, an denen es keinerlei ATS gibt, wobei hier zumindest grundsätzlich das Fliegen außerhalb der ATS-Zeiten für Platzfremde erlaubt ist. Man kann also grundsätzlich wirklich 24/7 (nachts mit PCL) starten oder landen! Wenn man IFR bei nicht aktivem Tower abfliegen will, kann/soll man hier vorab die Anflugkontrolle von De Gaulle unter +33 148629590 anrufen.

Avgas gibt es (allerdings wieder woanders, nämlich am Apron A) von TOTAL, mit Automat für die TOTAL-Card. Wer das nicht hat, kann sich z.B. an den Club Hispano-Suiza wenden. Jet-A ist PPR (via Ameridair). Die Gebühren in LFPT sind identisch mit denen von Toussus, sprich Landen kostet ca. 29 Euro; Parken kostet nochmal 25 Euro pro angefangene 24h. Am besten bezahlt man sie per aerops, denn klassisch vor Ort per Karte oder bar geht nicht. Das früher vom Aeroclub betriebene kleine Restaurant am Platz wurde schon vor Jahren geschlossen. Abgesehen vom Tower sprechen am Boden aber wie so oft nur wenige Leute passabel englisch. Beim Ausgang den Code für den Wiedereinlass fotografieren!

Was den Bodentransport angeht, so nimmt man in der Regel ein Taxi zur RER von Cergy. Aber auch hier ist es schlicht nicht immer so einfach, überhaupt an ein Taxi ranzukommen. UBER ist eine gute Alternative. Ein normales Taxi ganz bis nach Paris kostet auch hier ca. 100 Euro; UBER weniger. Wenn man per Telefon ein Taxi bestellt, ist es wichtig, klarzumachen, wo genau man ist; im Zweifel „tour de contrôle“/“control tower“ (Apron E) oder „karting track“ / „piste de karting“ (Apron Nord) als Treffpunkt angeben.

Beauvais-Tillé (LFOB)

Dieser Low-Cost-Airline-Platz ist eigentlich schon nicht mehr als „im Pariser Raum“ zu bezeichnen, denn die Stadt Beauvais liegt satte 70 Kilometer nördlich. Dennoch kann der Platz unter gewissen Umständen Sinn machen, denn 1. gibt es dank Ryanair und Wizzair regelmäßige und günstige Busse direkt nach Paris (sowie natürlich auch Mietautos) und 2. ist es in der gesamten Region (außer Le Bourget) der einzige IFR-Platz mit Schengen-Einreisemöglichkeit, also für Flüge von und nach UK, Irland oder die Kanalinseln. Außerdem ist er bis spät (mindestens 22:00h) mit geöffnetem Tower, also auch mit englischem Funk, anfliegbar. ULs sind bedingt zugelassen.

PPR ist fürs Parken notwendig (umständlich) und es werden 48h Frist gefordert. Außerdem ist der Platz leider auch am Boden für die GA eher umständlich (Sicherheit…), da er eben voll auf Ryanair und Co. eingestellt ist. Es gibt aber Avgas (mit normaler Kreditkarte direkt am Tankautomat bezahlbar!). Parken auf Gras, auf der Nordostseite des Platzes. Die (knappen) Asphaltflächen sind zum Parken für platzfremde Maschinen streng PPR. Insgesamt ist man nicht besonders auf GA-Besucher eingestellt. Wie gesagt; der Platz dient hauptsächlich dem Linienbetrieb; ein bisschen lokale GA wird dazu „toleriert“. Auch für die Einreise stets an Voranmeldung denken. Einschränkungen für den Nachtflug gibt es wirklich nur mitten in der Nacht. Das Handling ist sehr teuer und generell nicht Pflicht, aber wenn man Schengeneinreise oder Schengenausreise machen will schon, so dass sich dafür dieser Platz letztlich auch kaum eignet.

Außerdem sei am Rande gesagt, dass auch die Stadt Beauvais selbst eine gewisse Besonderheit hat: Die dortige Kathedrale war seinerzeit im ausgehenden Mittelalter ein Riesen-Projekt und sollte die von Amiens noch überstrahlen. Und tatsächlich: hinsichtlich der Innenhöhe ist es heute noch die höchste Kirche der Welt; höher noch als der Petersdom. Äußerlich allerdings wurde die Kirche letztlich nie ganz fertiggestellt – die Kirchenspitze fehlt quasi.

Manche IFR-Piloten, die außerdem Zoll brauchen (also von den Britischen Inseln oder aus der Schweiz kommend) nutzen in Ermangelung anderer Alternativen für Paris-Besuche sogar Rouen (LFOP) oder gar Lille (LFQQ) und fahren dann mit dem Zug weiter.

Melun-Villaroche (LFPM)

Dieser IFR-Platz etwas südöstlich der Stadt wird von Besuchern eher selten genutzt. Grund: wochentags gibt es zwar einen TWR, am Wochenende aber grundsätzlich gar keinen ATS (zwar kann man per Antrag einen auch englischsprachigen AFISO herbestellen, aber das ist teuer). Man sollte außerdem die NOTAMs checken, denn die ATS-Zeiten werden dort wiederum teilweise beschnitten. Das ist leider alles etwas kompliziert. Bei 3 Tonnen MTOW ist kein Handling vorgeschrieben. ULs mit Transponder sind zugelassen.

Aufgrund der Kreuzpisten kommt man bei jedem Wind runter. Präferierte Piste ist die 28. Auf diese geht auch der Instrumentenanflug.

Für kleinere Gästeflugzeuge gibt es sechs Parkpositionen; mir ist nicht bekannt, wie man eine solche ggf. reservieren kann. Die Gebühren zahlt man am besten per aerops. Dort kann man auch die Gebühren einsehen (im Normalfall, also ohne besondere Anfrage eines ATS-Diensts moderat). 100LL und Jet-A1 gibt es mit TOTAL-Card.

Nach Paris kommt man entweder direkt mit einem UBER, oder man fährt nur nach Melun und nimmt dort die RER.

2. VFR-Plätze

Nun zu den wirklich schönen und unkomplizierten, sowie zumeist recht stadtnahen Flugplätzen im Pariser Raum.

Lognes-Emerainville (LFPL)

*Der* VFR-GA-Platz im Osten der Stadt und wohl der verkehrsreichste Flugplatz Frankreichs. Lognes (ausgesprochen „Lonj“, mit weichem j) ist ein Vorort von Paris und ist über die rote RER-Linie mit der Innenstadt (Gare de l’Est/Lyon, Chatêlet/Les Halles, Auber) verbunden. Der Flugplatz ist ein sehr viel beflogener GA-Platz mit Tower und RMZ aber ohne CTR und ohne IFR-Verfahren (bei Bedarf kann man einen IFR-Letdown in Melun LFPM fliegen). Vor allem am Wochenende können teilweise bis zu 6-8 Flugzeuge in den Platzrunden sein! Die asphaltierte Piste ist 700 Meter lang, also nicht unbedingt riesig; allerdings sind die Anflüge in beiden Richtungen hindernisfrei. Es gibt aber sonst viel Wald und Bebauung im Umfeld; Notlandeflächen sind sehr rar. Flieger mit mehr als 15 Metern Spannweite (viele Motorsegler) unterliegen hier Beschränkungen (siehe VAC).

Auch dieser Platz hat schon vor vielen Jahren seinen Status als Grenzübergangspunkt verloren; Direktflüge von und zu den Britischen Inseln z.B. (außerhalb Schengens) sind somit leider generell nicht möglich (obwohl in der VAC unter „Zoll“ eine Telefonnummer für die „Police“ veröffentlicht ist). Auch Zollplatz ist Lognes seit 2018 nicht mehr, so dass auch Direktflüge z.B. von und in die Schweiz per se nicht mehr möglich sind.

Anflüge nach IFR müssen hier mit Y-Flugplan (nicht mit I-Plan) geplant werden. Der Punkt des Flugregelwechsels liegt leider stets noch außerhalb der lateralen Grenzen der gesamten TMA. Leider muss man dann auch de facto spätestens an diesen Grenzen canceln und unterhalb der TMA nach VFR fliegen. Dort, also unterhalb der Paris TMA ist stets sehr viel VFR-Verkehr. Beim Anflug aus Osten kommend muss den Platz und die Platzrunde von Meaux (LFPE) meiden, denn dort gibt es eine RMZ, die vertikal bis an den Luftraum A (ab 1500 Fuß MSL) heranreicht; am besten, man fliegt etwas südlich, immer der Autobahn entlang, denn dadurch kommt man auch direkt zum Einflugpunkt Echo. Der Turm funkt zwar sehr gut in Englisch, man muss aber davon ausgehen, dass die anderen Piloten in der Platzrunde das nicht alles verstehen. Also gut aufpassen; es kann es bei viel Betrieb schon mal hektisch werden. Es gibt auch ein Verfahren für einen Direktanflug auf die 26, man muss sich aber etwas mit der Anflugkarte auseinandersetzen, denn es gelten recht strenge Lärmschutzverfahren (Platzrundenführung!). Es wird empfohlen, im Anflug maximal 100 Knoten zu fliegen. Außerdem ist natürlich der Rand der Paris CTR nicht weit entfernt.

Und Achtung: an gewissen einzelnen Tagen des Monats (siehe NOTAMs) gibt es auch hier kein ATC und es gilt dann „FR-only“. die Verfahren unterscheiden sich dann auch etwas; das muss man sich vorab im Textteil der VAC anschauen. Vorteil aber hier: man *darf* (anders als in LFPN) als Auswärtiger hier auch dann fliegen, wenn kein ATC da ist, solange man sich auf Französisch im Funk verständlich machen kann.

100LL Tanken kann man selbstständig mit Total-Carnet oder Kreditkarte. An der Tanke (es gibt vier Pumpen für 100LL) soll immer Richtung Westen gestanden werden. Dazu gibt es seit 2023 eine Zapfsäule für ethanolfreies Super-Benzin mit 98 Oktan; auch dieses kann mit Kreditkarte selbständig bezahlt werden.

Die Landegebühr ist mit 22 Euro für Pariser Verhältnisse sehr günstig. Vor allem aber: Abstellgebühren gibt es hier absolut keine! Die Gebühr kann man nicht vor Ort bezahlen (Formular ausfüllen; man bekommt dann irgendwann die Rechnung per Mail zugeschickt – oder auch nicht). Alternativ kann man die Gebühr hier seit 2024 auch per aerops bezahlen.

Leider gibt es auch hier nur wenige (insgesamt sechs) Asphaltabstellpositionen für auswärtige Flugzeuge. Diese sind gelegentlich auch schon mal belegt. Wenn man unbedingt auf Asphalt will, sollte man vorher versuchen einen Platz zu „reservieren“ (ggf. über lfpl-exploitation@adp.fr). Ansonsten parkt man auf einer Grasfläche, die aber absolut in Ordnung ist.

Das Flugplatzrestaurant „Le Briefing“ ist recht gut. Leider ist es nur wochentags geöffnet. An deren Personal sollte man sich auch wenden, wenn man Probleme hat, ein Taxi zum Platz zu kriegen. Wenn es geschlossen ist, findet man auf dem Flugplatz Toiletten nur direkt außerhalb der Airside, also komplett öffentlich zugänglich; das sollte man einplanen. Ggf. darf man ausnahmsweise auch die Toiletten im Towergebäude nutzen, welches aber eben normalerweise verschlossen und manchmal auch unbesetzt ist.

Die RER-Station erreicht man mit einer kurzen Taxifahrt. Kosten pro Fahrt ca. 15 Euro. Das Problem: manche Taxifahrer weigern sich, diese Fahrt durchzuführen, weil sie zu wenig Umsatz bringt. Unten im Towergebäude sind zahlreiche Taxinummern angeschlagen. Empfohlen wird die +33 69 8989524. Ggf. hat man mit der Taxi-App „G7“ noch etwas bessere Chancen. UBER geht gut (10 Euro).

Die RER fährt von dort alle 10-15 Min. (auch sonntags!) für wenig Geld wie gesagt sehr zügig nach Châtelet, Étoile, etc.

Wenn man kein Taxi bekommt, so ist es zur Not mit leichtem Gepäck auch möglich, zu Fuß die Strecke zwischen Flugplatz und Bahnhof (ca. 2,8 km) zu bewältigen; wenn man den idealen Weg kennt (smartphone + google maps hilft), sind es ca. 25 Minuten. Das sollte man aber wirklich nur zur Not erwägen.

Eine Taxifahrt direkt nach Paris kostet ca. 80 Euro und ist (zumindest wochentags) zumeist auch nicht schneller als der Weg via RER. Günstiger ist zumindest UBER; das kostet nur ca. 35-65 Euro (hängt von der Tageszeit ab, und natürlich auch ein bisschen davon, wo in Paris man hin möchte). Aber auch hier gilt: den Verkehr vorher checken! Wenn es zu viel Stau gibt, besser doch die RER nehmen!

Der Vollständigkeit halber sei noch gesagt, dass es in LFPL auch Autovermietungen direkt am Platz gibt. Ohne Vorbestellung geht allerdings nichts. Außerdem ist es eher Wahnsinn, mit dem Auto in die Innenstadt von Paris zu fahren. Auch wer „nur“ zum nahen Euro-Disneypark möchte, sollte besser die Bahn nehmen. Es gibt ein Ibis-Hotel, das gerade noch in Fußgehdistanz zum Platz ist (ca. 2km). Auf halber Strecke dorthin (ca. 15 Minuten) gibt es noch ein italienisches Restaurant, sowie Burger King und ein einfaches Hotel („Europarc“).

Auch der IFR-Pickup beim Start erfolgt letztlich erst wieder nach Verlassen der lateralen Grenzen der Paris TMA; man wird also auch vorher nicht auf IFR gesetzt und in die TMA reingelassen. Der flugplangemäße Pickup-Punkt liegt auch stets außerhalb der lateralen Grenzen der (riesigen) TMA; daher lässt sich das auch schlecht mit ATC verhandeln. Das ist bei schlechtem Wetter schon suboptimal. Möglicherweise kann man bei Bedarf vor dem Start mit der zuständigem ATC telefonieren und irgendwie einen früheren Pickup / Steigflug verhandeln. Sonst muss man eben ggf. erstmal „VFR in IMC“ fliegen. Dann aber bitte (in dem Sektor mit max. 1500 Fuß MSL) sehr gut auf die Geländehöhen und Hindernisse achten!).

Chelles-Le-Pin (LFPH)

Wir bleiben im Osten der Stadt; nur ein wenig nördlich von Lognes gibt es noch den Grasplatz Chelles-Les Pin. Dieser liegt rein geographisch noch ein klein wenig näher an Paris. Er hat allerdings recht kurze Pisten, ist sehr stark umbaut und auch an drei Seiten von der Paris CTR umgeben. Früher war dieser Platz einschränkungsfrei auch für Externe anfliegbar. Leider hat es 2018 und 2019 Unfälle hier gegeben. Seit 2022 ist es so, dass dieser Platz, obwohl er laut VAC weiterhin „ouvert à la CAP“ ist, einer strengen Einweisungspflicht unterliegt. Man muss also eine Art „autorisation d’accès“ erwerben, ähnlich wie für einige Alpenflugplätze, um hier fliegen zu dürfen (es sei denn man hat ein generelles EASA-Mountain Rating). Daher sei dieser Platz hier nicht mehr näher beschrieben. Zum Glück liegt ja Lognes fast gleich nebenan.

Le Plessis-Belleville (LFPP)

Wir gehen noch etwas weiter aus der Stadt raus, Richtung Nordosten. Der Platz von Le Plessis-Belleville liegt also schon etwas weiter von Paris entfernt als Lognes, aber auch er ist dank passabler Zuganbindung gut geeignet. Auch hier kein ATS, sondern nur A/A; auch hier ist die Asphaltpiste 700 Meter lang. Es gibt meist weniger Verkehr als in Lognes. Am Platz ist die Pariser Vertretung von Cirrus beheimatet.

Auch hier gilt: max. 1500 Fuß und gut auf den Luftraum der sehr nahen Paris CTR achten.

Vorteil gegenüber Lognes: bis zum Bahnhof sind es insgesamt nur 1,7 Kilometer, d.h. die Strecke ist, wenn man zu Fuß gehen will / muss, kürzer. Allerdings führt sie am Rand einer recht viel befahrenen Straße entlang, was nicht so toll ist. (Wer ein Taxi für den Weg zum Bahnhof vorzieht: Tel. 06 07 24 66 12).

Wenn man zu Fuß geht, sollte man am besten nach der Landung auf der Grasfläche vor der Halle des Aeroclub Renè Mouchotte (ganz im Westen des Platzes, am Ende vom Taxiway W) parken, um den Fußweg zu minimieren. Von dort auf die Hauptstraße und der dann am Straßenrand für 1,5 Kilometer in Richtung Süden folgen. Gute 15 Minuten später kommt man direkt zum kleinen Bahnhof von Le Plessis-Belleville. Unterwegs – bei Bedarf – McDo und Lidl. Züge gibt es wochentags recht häufig, am Wochenende aber seltener. Dauert 40 Minuten und fährt nach Gare du Nord / Paris Nord.

Im Übrigen gibt es Landegebühren in LFPP: 12 Euro für Einmots. Außerdem auch spürbare Parkgebühren (25 Euro pro Nacht). Allerdings ist das Büro des Flugplatz-Managers wohl samstags und sonntags nicht besetzt (und es gibt keinerlei Briefkasten o.ä.), so dass man ggf. auch ohne Bezahlen davon kommt. Möglicherweise muss man sich zum Bezahlen am Wochenende an den Air France-Club etwas weiter im Osten des Platzes wenden. Avgas gibt es von einer BP-Tanke. Mit BP-Card kann man selbstständig tanken; sonst benötigt man personelle Hilfe. Auch Nachtflug ist möglich; für die Genehmigung und die Aktivierung des PCLs muss man sich aber vorab an den Flugplatzmanager wenden.

St. Cyr-L’École (LFPZ)

Kommen wir nun zu dem Platz mit der kürzesten und angenehmsten Fußmarschstrecke zwischen Flugplatz und einem Bahnhof. St. Cyr liegt im Westen von Paris, nicht weit von Saclay-Versailles/Toussus Le Noble und sehr nah am Schloss Versailles (In der Tat: die Piste 29 hat eine der schönsten Platzrunden Europas; man fliegt nämlich sehr nah am Schloss vorbei). Der Anflug ist aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens und der komplexen Regeln durchaus anspruchsvoll und eher was für Profis (Einflugpunkte genau einhalten und wie immer auf den Luftraum A von Paris achten). Einer der Meldepunkte ist eine Gruppe von Gewächshäusern („Serres“)…

Der Platz ist kontrolliert, hat aber nur (lange) Graspisten, keine CTR, keine IFR-Verfahren und auch keinen Zoll. Die Pisten sind nicht so besonders gut markiert.

Für mich ist dies *der* VFR-GA-Platz im Westen von Paris. Parken kann man auf Asphalt, idealerweise vor dem Bistro „Les Ailes Volantes“. Avgas gibt es von einer Tanke 300 Meter weiter östlich (mit 24h-Kartenautomat für die TOTAL-Card; für Bezahlung mit Kreditkarte sollte man sich vorab anmelden). Man muss nach der Landung nicht zum Turm gehen, denn die Landegebührenrechnung kommt per Email (oder auch nicht); Bezahlung vor Ort ist überhaupt nicht möglich. Die Landung kostet nur ca. 15 Euro; Parkgebühren gibt es gar keine! Seit 2024 kann man die Landegebühr auch via aerops bezahlen.

Zu Fuß vom Platz aus bis zum Bahnhof von St. Cyr sind es gesunden Schrittes gute 20 Minuten oder 1,5 Kilometer, die gut zu gehen sind (Fußwege); mit nur leichtem Gepäck gar kein Problem. Route: am Platzausgang rechts (dort gibt es ein Hotel namens „Aérotel“) und dann nur noch geradeaus. Von dort entweder per Regionalzug (Linie „N“, nach Montparnasse) oder mit der gelben RER (Tour Eiffel, Pont Invalides, Notre Dame). Fahrzeit ca. eine halbe Stunde. Den Rückweg kann man identisch machen. Dann wieder ohne Formalitäten direkt zum Flieger und los. Natürlich kann man auch UBER/Taxi direkt vom Platz aus nehmen.

Dennoch würde ich St. Cyr nur dann gegenüber Lognes vorziehen, wenn es wie gesagt von der weiteren Reiseroute her überhaupt Sinn macht, im Westen der Stadt zu landen.

Auch für einen Besuch von Schloss Versailles kann man St. Cyr aber empfehlen (falls LFPN wegen der Thematik mit den eingeschränkten ATS-Zeiten) keine Option ist.

Enghien-Moisselles (LFFE)

Exakt die gleiche Distanz von der Innenstadt von Paris wie Lognes, Chelles und St. Cyr hat dieser im Norden gelegene Grasplatz. Leider ist er „usage restreint“, nämlich platzeigenen Maschine vorbehalten. Soweit ich weiß bekommt man als Externer nicht ganz so einfach (also ohne lokale Einweisung) die Genehmigung zur Landung. Kein ATS, d.h. man sollte besser auf Französisch funken können, auch wenn Französisch nicht strikt vorgeschrieben ist. Das Einflugverfahren ist genau spezifiziert, denn der Platz befindet sich innerhalb der Pariser LF-R275.

Dennoch sei der Platz genannt, weil die fußläufige Strecke zum lokalen Bahnhof („Domont“) auch hier noch absolut in Rahmen ist (1,9 Kilometer). Man sollte aber auch hier sich vorab die beste Strecke angeschaut haben und diese unterwegs dann auf dem smartphone mitverfolgen.

Noch ein paar touristische Tipps für Flieger:

Für kleine bis mittlere Strecken innerhalb der Stadt empfehle ich stets UBER oder Bolt. Alternativ kann man auch die App „G7 Taxi“ verwenden, die auf die normalen Taxis zugreift. Ansonsten verzichte ich an dieser Stelle mal auf klassische touristische Tipps; es gibt einfach zu viele. Wer sich in Paris mit der Metro und oder den Bussen bewegen will, der sollte sich bei erster Gelegenheit vor Ort eine Navigo-Karte holen und diese mit ein paar Einzelfahren oder einem Tagesticket aufladen. Es gibt auch eine App.

Wer auch während eines Paris-Besuchs nicht auf Piloten-Shopping verzichten kann findet dort den Pilot Shop „La Boutique du Pilote„. Dieser befindet sich im Westen der Innenstadt, nahe der RER-/bzw. Metrostation „Javel“. Sonntags und montags geschlossen.

Außerdem in Paris befindet sich – natürlich – der „Aeroclub de France“; dies ist aber nicht der Dachverband der französischen Aeroclubs, sondern lediglich der älteste Aeroclub der Welt, gegründet 1898. Dessen heilige Hallen und unter anderem ein edles, mit Luftfahrtmotiven gespicktes Restaurant befinden sich in der Nähe des Trocadéro. Siehe hier.

Und natürlich gibt es in Paris auch ein wichtiges Luft- und Raumfahrtmuseum. Das „Musée de l’Air et de l’Espace“ befindet sich – standesgemäß – am historischen Flughafen von Le Bourget. Siehe hier.

Grundsätzlich aber noch folgender Hinweis: wer in Paris eine oder mehrere der großen Attraktionen besuchen möchte, also z.B. den Eiffelturm, Versailles, die Oper oder eben Museen wie den Louvre oder das Musée d’Orsay, der sollte zumindest ein klein wenig vorausplanen. Die meisten dieser Attraktionen erfordern mittlerweile vorab online gebuchte Tickets und einen Zeitslot. Ganz kurzfristig lassen sich oft keine attraktiven Slots mehr bekommen. Daher, auch wenn man seinen Paris-Flug vielleicht nur ein bis zwei Tage im Voraus und somit recht spontan plant, sollte man neben der reinen Flugplanung auch diese Dinge schon von zu Hause planen. Auch wenn man vor Ort in sehr beliebte Restaurants gehen möchte, sollte man das so bald wie möglich regeln. Andererseits: wenn man ohnehin nur ein bis zwei Tage vor Ort hat, kann man sich auch einfach etwas treiben lassen und es mit den großen Attraktionen gut sein lassen. Die Stadt ist so interessant, dass auch das schon ein schönes und ggf. weniger stressiges Erlebnis ist.

Fliegen in Frankreich

Flugvorbereitung – Flugdurchführung – Flugziele

Allgemeiner Hinweis:

Alle Informationen auf den hier enthaltenen Seiten sind Hinweise und Erfahrungen des Verfassers. Die Flugvorbereitung und die Flugdurchführung im Sinne des Gesetzgebers wird davon nicht berührt. Eine Haftung wird ausgeschlossen.