Flugziele/Adria
Die Italienische Adriaküste

Die italienische Adria: Über 1000 Kilometer Küste hat der Stiefel an seiner östlichen Flanke. Schon bevor alle anderen Regionen "eingenommen" wurden, war die obere Adria der klassische Sommerurlaubsort tausender Deutscher. Ich persönlich ziehe der Adriaküste die Tyrrhenische Küste zwar tendenziell vor, doch das mag natürlich jeder für sich entscheiden.

Die direkt an oder in der Nähe der adriatischen Küste gelegenen Flugplätze sollen hier nach und nach aufgeührt und vorgestellt werden. Die folgende Auflistung beginnt im Norden, praktisch an der italienisch-slowenischen Grenze, und setzt sich Richtung Süden bis nach Apulien fort. Der Stadt Venedig sowie der Region Apulien sind jeweils separate Kapitel gewidmet.

Ronchi dei Legionari (LIPQ)

[Vorab: der Platz hat seit Langem und im Frühjahr 2022 immer noch ein Dauer-NOTAM, welches besagt, dass GA-Flüge nur mit besonderer Genehmigung des Platz-Betreibers erlaubt sind. Eine solche Genehmigung wird weiterhin nicht erteilt. Somit ist der Platz aktuell für die GA quasi geschlossen. Bitte weiterhin gut die NOTAMs checken und frühzeitig den Airport kontaktieren! Gerne auch bei Ablehnung den Unmut schriftlich äußern und auf entgehenden touristischen Umsatz in der Region verweisen. Ich habe gehört, dass dies schon geholfen hat und der Flug danach genehmigt wurde!]

Dies ist der Verkehrsflughafen der Region Trieste. Er liegt aber recht weit von der Hafenstadt entfernt, bei Monfalcone. Es gibt aber immerhin halbwegs häufige Linienbusse in Richtung Trieste (das Stadt ist schon ganz interessant). Außerdem gibt es Mietautos. Speziell an den Strand von Grado kommt man recht schnell. Es ist stets PPR notwendig, da es wie so oft nur sehr wenige GA-Parkplätze gibt. Es gibt Avgas und Jet. Außerdem Zoll, welcher allerdings offensichtlich für die GA extra zu Buche schlägt. Allgemein sind die Gebühren noch gerade so im normalen Bereich; speziell aber für einen reinen Tankstopp viel zu teuer (ca. 100 Euro).

Tipp: wenn man wirklich nach Trieste möchte und keinen IFR-Anflug, Zoll, etc. braucht, dann vielleicht eher nach Divaca (LJDI) fliegen. Ist günstiger und näher. Lediglich den Transport in die Stadt (ca. 10 km) muss man natürlich organisieren. Noch eine Alternative ist, nach Portoro in Slowenien zu fliegen, denn dort gibt es einen FIATt 500 von App2Drive. Selbst von Portoroz aus dauert die Fahrt nach Trieste nur 35 Minuten.

Piancada

Dies ist ein schon seit vielen Jahren bestehendes Aviosuperficie, ca. 10 Kilometer nördlich von Ligano Sabbiadoro, an der Laguna di Marano gelegen. Hier findet vor allem UL-Flug statt. Die Piste ist insgesamt 800 Meter lang; die letzten 250 Meter sind aber nur eine Verlängerung der "richtigen", 550 Meter langen Piste und sind nicht immer gemäht. Außerdem grenzt im Norden an die Piste direkt eine Straße, ohne besonderen Schutz. Daher von Norden landend nicht zu tief anfliegen. Es gab ein kleines, gutes Restaurant ("Al Bronzan") am Platz; dieses ist aber leider Anfang 2022 an einen anderen Ort umgezogen. Ob ein neuer Pächter kommt, ist mir bisher nicht bekannt. Zur Anlage gehört eine kleine Sportbootmarina, wo man auch Boote leihen kann.

Aviosuperficie Toniatti / Bibione (zwischen Triest und Venedig)

Nahe am Standort Lignano Sabbiadoro (7km) und insbesondere an Bibione (4km) liegt dieser private Landeplatz (Aviosuperficie) mit großzügigen 1000 Metern recht guter Piste, wobei der Eigner (Signor Toniatti) ausdrücklich auch Gäste willkommen heißt. Keine Landegebühr (Spende gerne gesehen) aber auch keinerlei Infrastruktur.

Dazu gehört ein 2,5 km entfernt gelegenes, schönes Agriturismo, das La Casa Giocanda. Auf dem Weg dorthin das Restaurant "Alla Rosa". Am Agriturismo kann man Fahrräder leihen, um an den Strand zu fahren.

Kontakt: (0039) 0431 57024 und (0039) 335 7069939, 3473059289 (Herr Toniatti)
Taxi: (0039) 338 3116788 (pro Tour nach Bibione allerdings 20 oder nach Lignano 25 Euro!)

Bis an den Strand von Bibione sind es ca. 5 Kilometer, daher ist es für einen Fußmarsch zu weit.

Hoteltipp: Das in Lignano gelegene 4-Sterne-Hotel "American" wird von einem UL-Piloten, Carlo Bianchi, geführt. Dieser gewährt allen Piloten 20% Rabatt auf die Listenpreise. Außerdem wird man auf Anruf kostenlos vom Platz abgeholt und bei Abflug wieder hingebracht.

Caorle - "Mazarack"

Diese UL-Piste mit dem markanten Namen ist ein schon fast historischer Platz in der italienischen UL-Szene. Sie liegt etwas außerhalb des Orts Caorle und ist mittlerweile gute 600 Meter lang. Das besondere: An den Platz grenzt das Ristorante "Mazarack", eine für die obere Adria typische (rustikale) Trattoria (Spezialität natürlich Fischgerichte der Region), wo sich die italienischen UL-Piloten (sowie auch Sportbootführer) im Sommerhalbjahr (Mai bis September) gerne zum Mittagessen treffen. Mittwochs geschlossen, außer im August. Es gibt sogar eine deutschsprachige Website.

Ca. 500 Meter vom Restaurant Mazarack entfernt liegt außerdem die von der selben Familie geführte Residenz "Case Are", wo es schöne Zimmer, einen Pool, usw. gibt (siehe Abschnitt "Avioresorts"). Gegenüber davon gibt es ein weiteres Restaurant, "Ai Gabbiani" (dienstags geschlossen; abends auch Pizza).

Vom Restaurant Mazarack aus sind es bis an den Strand zu Fuß ca. zwei Kilometer (immer der Hauptstraße nach Süden folgen).

Auch Motorflugzeuge landen in Mazarack (obwohl "nur" campo di volo) gelegentlich. Das stört niemanden.

Alicáorle LIKE (zwischen Trieste und Venedig)

Nur ca. 20 Kilometer westlich von Bibione und Lignano Sabbiadoro liegt ein weiterer bekannter Strandort Norditaliens: Cáorle. Der dazugehörige Flugplatz (Beiname "Club Volo al Mare", ICAO-Code: LIKE) wurde erst 2009 neu gebaut und und im Jahr 2010 offiziell eröffnet. Die Graspiste ist großzügige 830 Meter lang; sie liegt aber ein paar Kilometer von Ortskern und vom Strand entfernt. Es gibt seit 2019 auch wieder ein (richtiges) Restaurant am Platz, das täglich außer mittwochs geöffnet ist. Auch einfache Unterkünfte gibt es.

Die Tankstelle (Avgas und Mogas) ist grundsätzlich nur für Mitglieder vorgesehen. Nach Absprache mit den Verantworlichen (Enrico/Mauro) kann man aber etwas Mogas, ggf. auch etwas Avgas bekommen. Das ist aber alles von der Tagesform abhängig und der Erfahrung nach etwas unzuverlässig. Daher bitte nicht auf den letzten Tropfen planen oder allzu viel Eile haben. Für das Landen und Parken kann und sollte man etwas spenden; eine richtige Gebühr gibt es aber nicht. Lediglich wenn man Hangarierung wünscht (meist verfügbar) gibt es moderate Gebühren dafür. Mit Motorflugzeugen sollte man sich vorab zur Landung anmelden.

Infos natürlich im Avioportolano sowie auf der platzeigenen Website und auf der Facebook-Seite des Clubs.

Bis nach Cáorle sind es ca. 5 Kilometer: Als Taxinummer empfehle ich "Batistuta", Tel: 3472290665; er spricht auch ein bisschen Deutsch und die Fahrt nach Cáorle Zentrum kostet ca. 20 Euro. (bei hin und zurück ggf. Rabatt). Ansonsten gibt es z.B. noch "Roberto", der wohl deutsch spricht. Tel: 3398833310. Weitere Nummern sind am Clubhaus angeschlagen.

Das Hotel Olympus in Caorle gewährt Piloten, die auf dem Aviosuperficie gelandet sind, 10% Skonto. Für das Winterhalbjahr ist das "Delfino" eine ordentliche Option.

Caorle selbst ist ein nicht nur ein Ferienort, sondern auch ein kleines gewachsenes Städtchen mit einer netten Altstadt, einem keinen Fischereihafen, etc. Essen kann man eigentlich überall gut. Links und rechts der Altstadt gibt es große Sandstrände; dort allerdings prägern natürlich eher große Hotels das Bild.

Aviosuperficie Caposile LIKI (östlich von Venedig)

Etwas weiter westlich, kurz vor Venedig, gibt es noch den diesen kleinen Flugplatz. Es besteht im Prinzip nur aus einer (mit 450 Metern ziemlich kurzen) aber gepflegten Graspiste (ohne Hindernisse in den Anflügen) und reichlich (UL-) Hangars nebendran. Allerdings liegt der Flugplatz nur 6 km von Jesolo und ca. 9 km vom berühmten Adriastrandort Lido di Jesolo entfernt. Für Maschinen mit geringer Start- und Landestrecke sicher auch eine Option.

Valle Gaffaro (zwischen Venedig und Ravenna)

Dieser Platz ist auch im Jeppesen enthalten. Er liegt nur ca. 4 Kilometer vom kleinen Küstenort Lido di Volano entfernt, also im Bereich des Deltas des Flusses Po. Der Adriastrand ist hier allerdings nicht so überragend schön. Vielmehr ist dieser Platz für seine kleine Fischtrattoria bekannt, wo man einfach, aber äußerst "typisch" lokalen Fisch isst. AKTUELLE INFO: leider ist das Restaurant seit ca. 2017 geschlossen, soll aber Anfang 2023 wieder eröffnen.

Das unten genannte Hotel Rurale Cannevie bietet Leihfahrräder an. Direkt am Platz gibt es zur Zeit meines Wissens keine. Ein Auto ist leider kaum zu bekommen in dieser Gegend.

Der Platz in eine wunderschöne Naturlandschaft eingebettet und es macht Spaß, eine kleine Tour zu unternehmen, insbesondere im späten Frühling, wenn alles farbenfroh blüht und es noch nicht so heiß ist. Die Grasbahn ist knappe 1000 Meter lang, sehr breit und hindernisfrei. Keine Landegebühr. Im Prinzip ist keinerlei PPR notwendig. Einfach hinfliegen. Fliegerfreiheit pur. Die Platzrunden sind immer westlich des Platzes zu fliegen (im Osten liegt ein Schutzgebiet!).

Tipp: mit dem Fahrrad der Hauptstraße in Richtung Süden (Lido di Volano) folgen und sich dann vor dem Ortseingang eines der Restaurants ("La Zanzara, "La Barracca", siehe google maps) aussuchen. Es gibt auch ein Hotel mit eigenem Restaurant in der Nähe: Oasi-Hotel Rurale Cannevie. Wenn man freundlich fragt, wird man mit Glück auch am Platz abgeholt.

Ein mittlerweile etwas älteres, aber immer noch herausragendes Video, welches die Stimmung dieser Gegend perfekt einfängt, gibt es hier.

Ravenna (LIDR)

Ein VFR-GA-Platz mit Asphaltpiste am Rande von Ravenna. Hier gibt es einen kleinen Aeroclub und vor allem viele Fallschirmspringer (Cessna Caravan). Genau genommen für Auswärtige lange PPR-Fristen, um die Feuerwehr zu aktivieren. In jedem Fall sollte man sich vorher beim Aeroclub anmelden, wenn man kommen will. Keine Landegebühr.

Der Funk ist dennoch meist nicht besetzt, also blind funken. Ein kleines Aeroclub-Restaurant ist vorhanden, aber nicht so besonders einladend (alles wie vor 50 Jahren). Avgas wird nur ungern an Gäste abgegeben. Mit dem Taxi kommt man recht flott und ins Zentrum von Ravenna (ca. 20 Euro) die recht attraktiv und vor allem historisch interessant ist. Highlight sind die in den Kirchen verbauten Mosaiken. Um diese Kirchen hineinzukommen, muss man allerdings recht kräftig zahlen und an besucherstarken Tagen machmal auch etwas Schlange stehen.

Ali di Classe (Nähe Ravenna)

Dies ist *der* Tipp für einen schönen Strandtag an der nördlichen Adria. Infos zum Platz gibt es leider nicht im Jeppesen, stattdessen aber im Avioportolano, oder hier. Der Platz liegt zwar direkt an der Grenze der CTR von Cervia, aber wenn man "nur" die Platzrunde fliegt und sonst nur nördlich des Platzes bleibt (oder eben Kontakt mit Cervia Tower aufnimmt) gibt es kein Problem. Die Graspiste ist fest, topfeben und 660m lang. Auch nach längeren Regenfällen bleibt der Unterboden sehr fest. An der Schwelle zur 33 ist wegen der direkt angrenzenden Strasse in ca. 6 Metern Höhe eine gut markierte Leine gespannt. Es herrscht ein unkompliziertes Sportfliegerambiente am Platz; es gibt keine Landegebühren. Vom Platz kommt man entlang der Strasse entweder zu Fuß oder per Fahrrad (kann am Platz geliehen werden) nach nur 1,5 Kilometern zum Standort Lido di Classe, an dessen nördlichem Ende es schöne, gebührenfreie und nicht zugebaute Strände gibt. Ansonsten liegt ca. 4 Kilometer südlich davon der bekannte Strandort Milano Marittima mit der üblichen Massentourismus-Infrastruktur und Nightlife. Wem die Strecke dorthin per Fahrrad zu weit ist, kann unter der Nummer 0544973737 auch ein Taxi bestellen. Direkt neben dem Platz gibt es auch ein kleines Bed & Breakfast, mit dem Namen "Ca' Barbona", siehe hier. Vom Flugplatz ca. 800 Meter Richtung Meer befindet sich ein Agriturismo, siehe hier, wo man Essen und ebenfalls übernachten kann. Wer eher nach Cervia möchte: daswww.borgomarecervia.it bietet kostenlos einen Shuttle-Dienst an. Es gibt auch eine Bushaltestelle der Linie 176 am Platz, die nach Ravenna und nach Cervia verbindet.

Rimini (LIPR)

Ein grundsätzlich passabler Platz mit ILS, Zoll (gut für Flüge von und nach Kroatien), Mietautos, etc. Der Platz hat lediglich im Sommer an den Wochenenden etwas Betrieb; sonst ist es sehr ruhig. Es ist aber dennoch stets PPR notwendig und unverzichtbar; egal wie wenig los ist. Avgas hat der Aeroclub, verkauft dieses aber offiziell nicht. Vom Ausgang ist es nur gut einen Kilometer an den Strand, also zur Not auch zu Fuß machbar. Auch die Altstadt ist nicht weit entfernt. Gebührenseitig hat sich der Platz in den letzten Jahren leider von "noch OK" auf "teuer" entwickelt; jetzt bezahlt man leider meist dreistellig.

Fano (LIDF, zwischen Rimini und Ancona)

Eigentlich kaum ein Geheimtipp, da als ganz normaler "Aeroporto" klassifiziert und als solcher auch in der AIP und im Jeppesen enthalten. Ein sehr gut brauchbarer Platz, nicht nur wegen der Nähe zum Adriastrand und zum netten Städtchen Fano, sondern weil es sich einfach um einen untypischen, da super-unproblematischen "Aeroporto" handelt. Am Funk werden Unicom-Verfahren angewandt, der Platz ist weitestgehend täglich geöffnet. Die Verwaltung/der Tankwart ist montags (außer im Hochsommer) nicht besetzt und macht eine Mittagspause. Für Details siehe wie immer die AIP und die NOTAMs. Man braucht kein PPR.

Es gibt eine moderate Landegebühr / Feuerwehrdienstgebühr und Parkgebühr. Es kann - zu den Zeiten des Tankwarts - problemlos Avgas und Jet (zu für italienische Verhältnisse recht passablen Preisen) getankt und auch mit Karte bezahlt werden. Trotzdem wird allerdings seit einiger Zeit fürs Tanken eine Voranmeldung gewünscht; warum, bleibt unklar. Die Graspiste (eher reiner Erdboden) ist sage und schreibe 1350 Meter lang und nur hier und da ein klein wenig steinig. Es landen aber auch DA42, Mooney, etc. hier. Das Vorfeld ist aber asphaltiert. Es gab zumindest einmal den Plan, die Piste in Zukunft zu asphaltieren. Da ist aber bisher nichts draus geworden.

Es gibt ein kleines Restaurant ("Barone Rosso") am Platz, das auch gute Kritiken bekommt. Mit dem Taxi (in der Bistro oder beim Angestellten um Bestellung beten) kommt man in wenigen Minuten für ca. 17 Euro ins Zentrum von Fano bzw. an den Strand (der beste Taxifahrer ist Nicola). Man kann sogar einen Mietwagen zum Platz bestellen (über die lokale Firma "Eurotravel Autonoleggi"..Das Städchten Fano ist nichts ganz so Außergewöhnliches, aber durchaus ganz nett und authentisch (nicht so sehr "touri"); essen kann man überall gut. Insbesondere aber empfehle ich, abends in den Fischereihafen der Stadt zu gehen. Dort reiht sich eins an das andere Fischlokal. Die Trattoria "La Quinta" wird empfohlen; es gibt aber noch viele andere. Als Hotel kann man das "Corallo" empfehlen (50 Meter zum Strand, 500 Meter in die Altstadt und ca. 800 Meter in den Fischereihafen. Die ca. 20 Kilometer nördlich gelegene Stadt Pesaro ist auch ganz schön und etwas größer als Fano.

Am Platz beheimatet ist eine Flugschule, die Eagles Aviation Academy.

Ancona-Falconara (LIPY)

Der Flughafen von Ancona (früher mal vorwiegend militärisch) ist mittlerweile nur noch zivil genutzt und eignet sich recht ordentlich für die Einreise aus dem EU- oder Schengenausland kommend. Es ist für die GA gemäß AIP kein PPR notwendig, es wird aber trotzdem eine Anmeldung per mail erwünscht. Ancona Approach hat kein Radar, daher gehen die IFR-Anflüge umständlich und langwierig über Standardverfahren (DME-Arc). Die GA parkt in mördlichen Teil des Hauptvorfelds oder manchmal auf einem südwestlich der Piste gelegenen kleineren Vorfeld, gegenüber des Passagierterminals. Daher ist eine Fahrt mit dem Mini-Bus notwendig; dies sorgt aber kaum für Verzögerungen. Die Landegebühren bezahlt man im "ufficio operativo", einem halb verfallenen Büro zwischen Ankunftsterminal und Abflugterminal. Man muss leider (wenn man nur für Zoll oder Einreise landet) einmal raus aus der Airside und gleich wieder rein (mit Sicherheitskontrolle), was etwas dauert. Gebühren für einen Zweitonner ca. 80 Euro (Eintonner etwas günstiger). Die Parkgebühren sind wie an den meisten Großflughäfen in Italien nur minimal. Offiziell gibt es kein Avgas; wenn man geschickt ist kann man ggf. etwas beim Aeroclub Ancona organisieren. Mietwagen sind verfügbar.

Madonna di Loreto (südlich von Ancona)

Dieser Platz liegt ca. 20 Kilometer südlich von Ancona, ein klein wenig landeinwärts, auf dem Gemeindegebiet von Recanati. Die Graspiste ist 680 Meter lang, stets in ordentlichem Zustand und beide Schwellen sind im Prinzip hindernisfrei. Allerdings liegt der Platz leicht in einem Tal; daher muss man den Queranflug an beiden Anflugrichtungen am besten recht eng fliegen. Standardlinksplatzrunde und Self-Announce auf der 130,0. Meist ist wegen Nordwinds die Piste 35 in Betrieb. Im Endanflug auf diese Piste steht ein Baum, daher ggf. leicht schräg von links anfliegen, um tiefer reinkommen zu können. Der "Platzchef", bei dem man sich vorzugsweise kurz anmelden sollte, heißt Achille; Kontaktinfos etc. nicht im Jeppesen, sondern nur im Avioportolano. Es gibt eine moderate Lande- bzw. Parkgebühr. Es gibt kein Avgas am Platz. Mogas kann per Kanister besorgt werden.

Direkt am Platz liegt die Osteria "La Donzelletta", die einen guten Ruf hat und wo man auch nachmittags ein Landebier trinken kann (außer mittwochs). Viel wesentlicher aber: Nur ca. 8 Kilometer von Platz entfernt liegen, direkt an den südlichen Ausläufern des Monte Conero die zwei sehr hübschen Badeorte Numana und Sirolo - zwei der (ganz wenigen) Juwelen an der italienischen Adriaküste. Tolle (Kiesel-)Strände und Steilküsten, sowie ein fantastischer Blick von der hochgelegenen Piazza des Ortes aus! Alt oben gelegene Teil von Numana ist ähnlich hübsch (dort tolles Panorama von der Terasse des Ristorante La Torre); der untere Teil ist nicht ganz so pittoresk, hat aber einen Sporthafen und größere, leichter erreichbare Strände. Dort gehe ich gerne ins zentreal gelegene Hotel Scogliera, einem althergebrachten, familiengeführten Urlaubshotel. Essen kann man gut im Strandlokal "30 Nodi", wo man aber unbedingt vorher reservieren muss.

Thema Taxi: Jener Fahrer unter der Nummer 333 3331828 (diese ist auch im Restaurant am Platz angeschlagen) will 40 Euro für die Strecke nach Numana oder Sirolo haben; außerdem ist er ein merkwürdiger Kauz. Besser ist die Nr. 3472843159 (Dario); dort kostet es 30 Euro und er ist freundlich. Leider spricht auch er kein Englisch, daher muss es mit ein paar Worten italienisch gehen. Beim Anruf einfach sagen, man sei am Ristorante La Donzelletta. Wenn nötig, hilft das Personal des Restaurants beim Telefonat. Ansonsten hier noch ein lokaler Taxifahrer, der wohl auch Englisch spricht: Davide Cesini, 3924040346.

Übrigens ist Loreto mit mit seinem von Weitem sichtbaren Kloster der zweitwichtigste Wallfahrtsort in Italien (nach Rom).

Aviosuperficie del Fermano / Fermo (LIBP)

Dieser kleine küstnenahe Platz liegt etwas südlich von Civitanova Marche und hat vor allem Fallschirmsprungbetrieb (PC-6). Die Schule heißt "Skydive Sunrise". Die Piste ist Gras und nur 550 Meter lang, aber die Anflüge sind weitgehend hinternisfrei. Man kann wohl Jetfuel bekommen, aber kein Avgas. Mogas wird auf Anfrage organisiert. Hangarierung möglich. Restaurant vor Ort.

Tronto / Monteprandone

Dieser küstennahe Platz liegt ein paar Kilometer südlich von San Bendetto del Tronto, direkt an der Regionsgrenze von Marken nach Abbruzzen. Die Piste wurde vor einigen Jahren verlängert und ca. 2019 sogar auf voller Länge (1275 Meter) asphaltiert. Leider ist es eine Art Privatflugplatz der hier ansässigen Firma, die Bauteile für Helikopter produziert. Es gibt kaum weitere Infos im Internet und auch nicht im Avioportolano. Daher ist wohl schwierig, hier eine Landegenehmigung zu bekommen. Frequenz ist die 119.050.

Pescara (LIBP)

Vergleichsweise etwas teurer und bürokratischer Platz. Flughafen eben. Immerhin ist Avgas verfügbar. ATC wünscht offensichtlich auch bei VFR-Inlandsflügen einen FPL, obwohl das so nicht aus der AIP hervorgeht. Außerdem für Parken stets PPR (SAGA). Die Gebühren schwanken scheinbar ziemlich und auch die generelle Experience. Der Platz wird oft von Piloten aus Europa gelegentlich zum Avgas-Tanken genutzt; dabei gibt es andere, deutlich günstigere und weniger bürokratische Plätze (z.B. Fano). In Pescara kann selbst ein reiner Tankstopp schon mal ein paar Stunden dauern. Taxis in die Stadt Pescara sind meist eher teuer, obwohl es nicht allzu weit ist. Pescara hat ohnehin außer massenhaft Adriastrand und einer recht interessanten Fußgängerbrücke nicht so sehr viel zu bieten.

Allerdings hat der Platz Zoll, was ihn für Flüge in Richtung oder aus Montenegro, Albanien, etc. wertvoll macht. Außerdem kann man hier wohl, bevor man aus der EU ausfliegt, nach wie vor steuerfrei und daher dann günstig Avgas tanken. Dies wäre aber zu prüfen. Der voll versteuerte Preis aber ist italien-typisch hoch.

--> Die übrigen, weiter südlich gelegenen Flugplätze an oder in unmittelbarer Nähe der Adria sind detailliert im Kapitel "Apulien" beschrieben.


© Philipp Tiemann
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