Flugziele/Toskana
Toskana

Toskana - der Traum jedes Deutschen von Italien! Dolce vita, gutes Klima, gute Düfte, bestes Essen, berühmter Rotwein, sanfte Hügel, Zypressen und elegante Landgüter.

Das ist in der Tat die Toskana, allerdings natürlich nicht ausschließlich. Toskana ist auch das Meer, die Apuanischen Alpen und vor allem natürlich die sehenswerten Städte wie Florenz, Siena und Lucca.

All das bietet sich natürlich ideal zur Erkundung mit dem Privatflugzeug an. Insbesondere das tiefe Fliegen entlang der sanften, farbenprächtigen Hügel der Tokana ist (vor allem frühmorgens und später abends) ein Hochgenuß. Allerdings haben die italienischen Luftraumplaner dem Flugspaß unter anderem drei dicke CTRs in den Weg gestellt: Firenze CTR, Pisa CTR und Grosseto CTR. Alle drei sind allerdings - mit Freigabe natürlich - relativ problemlos zu durchfliegen. Insbesondere die Lotsen von Firenze Radar gelten (neben denen aus Genua) als die GA-freundlichsten in ganz Italien.

Derweil ist die Flugplatzinfrastruktur in der Toskana etwas speziell. Es ist nämlich so, dass es leider nur sehr wenige, für die GA zu empfehlende, kleinere "Aeroporti" gibt. Dafür gibt es aber eine Vielzahl sehr schöner Aviosuperfici. Dennoch: wer eine Aspahltpiste, englischsprachigen Funk und ein bisschen Service sucht, aber keine dreistellugen Beträge an Gebühren ausgeben will, hat hier, insbesondere im Süden der Region, leider nur wenige Optionen.

Lohnen tut sich aber eben auch das Erleben und Genießen vor Ort. Daher sollen hier die "wichtigsten" Ziele detaillierter vorgestellt sein. Massa Cinquale (Forte dei Marmi) und Marina di Campo auf Elba (ebenfalls Toskana) werden in jeweils separaten Abschnitten behandelt. Auch die sehr zahlreichen Avioresorts in der Toskana sollte man unbedingt als Ziel in Erwägung ziehen (siehe "Avioresorts").

Florenz

1. Firenze-Peretola (LIRQ)

Der Flughafen von Florenz selbst bietet sich natürlich zunächst mal für einen Florenz-Besuch an, denn er liegt äußerst stadtnah, ist gut angebunden und hat einen sehr interessanten, wenn auch relativ anspruchsvollen Anflug. Außerdem bietet er natürlich alle üblichen Annehmlichkeiten wie Mietautos, IFR, Avgas, Jet-A1 und Zoll. Leider hören die positiven Dinge aber hier auch schon auf, denn die GA scheint in LIRQ nicht sonderlich erwünscht zu sein und man muss so einige Dinge über sich ergehen lassen. Zum Ersten ist es absolut notwendig über den Handling-Agent PPR einzuholen, nicht nur für etwaiges Parken sondern auch für die Landung selbst. und zwar laut AIP mindestens 24 Stunden (aber maximal 15 Tage) vor der Ankunft: Auch kurzfristiger gestellte PPR-Anträge werden allerdings bearbeitet und - soweit möglich - genehmigt. Allerdings ist, zumindest offiziell, die maximale Parkzeit auf 24 Stunden begrenzt.

Ein Handling-Agent der wirklich vor Ort ist lautet:

Corporate Air Service
Tel.: 0039 055 300450; Fax: 0039 055 301092; info@corporateairservice.it 

Die ganze PPR-Prozedur ist etwas übertrieben und bürokratisch. Trotz all dieses Brimboriums sind Probleme mit der Erteilung des PPR nicht auszuschließen, denn, das muß man fairerweise sagen, ist es in LIRQ tatsächlich der Fall, dass die Parkflächen arg begrenzt sind (auch wenn eine kleine Einmot natürlich in jede Ecke passt, aber mal egal). Gelegentlich ist es hilfreich, im PPR-Antrag die Spannweite anzugeben, sowie die Angabe, dass das Parken auf Grasflächen O.K. ist (auch wenn ich befürchte dass das nichts hilft, denn es werden wohl ausschließlich "offizielle", also auf Asphalt markierte Parkpositionen vergeben).

Die PPR-Nummer muss (allerdings laut AIP genau genommen nur bei IFR-Flügen) in Feld 18 des Flugplans eingetragen werden. In jedem Fall sollten Sie unbedingt die Antwort auf den PPR-Anrtrag mit sich führen.

Falls Sie PPR erhalten haben und ihren Flug dann wider Erwarten nicht antreten können, sagen Sie unbedingt bei AdF ab, sonst ist mit einer Strafgebühr zu rechnen (man muss im Rahmen des PPR-Vorgangs eine Kreditkartennummer angeben!).

Auch flugbetrieblich gibt es einige Einschränkungen. Und zwar wird wegen des Terrains im Nordosten des Platzes allgemein nur auf der 05 gelandet und auf der 23 gestartet. Besuchende GA-Flugzeuge parken in der Regel auf dem "Apron 200", wo auch die Avgas-Tanke ist.

Was konkret die Lande- und Handlinggebühren angeht, so ist in Summe mit deutluch über 100 Euro zu rechnen. Gerne will man dazu gelegentlich auch ein sauteures "Towing" verkaufen, wenn man von der Parkposition zur Tankstelle gezogen werden soll. Aufgepasst!

Avgas wird nämlich von einer festen Tankstelle getankt (BP). Man sollte gleich in den PPR-Antrag so etwas wie "request fuelling Avgas 100LL immediately after landing" schreiben. Der Trost: Avgas ist hier für italienische Verhältnisse immer sehr günstig; das tröstet über die Landegebühren und das PPR-Hickhack etwas hinweg. Jetfuel ist natürlich ebenfalls vorhanden.

Ein Taxi in die City von Florenz kostet ca. 25-30 Euro. (Busse fahren nur von der Terminalseite des Airports ab).

Abschließend kann LIRQ nun nicht unbedingt empfohlen werden. Glücklicherweise gibt es noch eine gangbare Alternative, nämlich das sehr schöne und unkomplizierte Aviosuperficie Borgo San Lorenzo. Nur wer unbedingt IFR anfliegen muss, Zoll braucht, partout nicht auf Gras landen möchte oder unbedingt direkt ab dem Airport einen Mietwagen nehmen will, sollte stattdessen LIRQ in Betracht ziehen. Ansonsten empfehle ich eher:

2. Aviosuperficie "Collina" (Borgo San Lorenzo)

Wer auf all den PPR-Zirkus und die Gebühren in Firenze-Peretola verzichten möchte, hat zum Glück für einen Florenzbesuch eine günstige, hübsche und funktionierende Alternative: Ca. 25 km nordöstlich von Florenz befindet sich mitten im wunderschönen Mugello (richtig, die Rennstrecke ist gleich nebenan) ein Städtchen namens Borgo San Lorenzo und dieses verfügt über ein schönes Aviosuperfcie. Das Besondere: vom Flugplatz muss man nur die 4km in die Stadt gelangen, denn von dort fahren stündlich sowohl Busse als auch insbesondere Züge in nur 40 Minuten direkt ins Zentrum von Florenz.

Das Aviosuperficie ist nicht im Jeppesen enthalten, sondern nur z.B. im Avioportolano. Es gibt aber eine Website (hier). Die Graspiste ist 750 Meter lang und ordentlich gepflegt; somit sehr komfortabel. Der Flugplatz wird insbesondere für den Segelflug genutzt, aber auch als Motorflieger / UL ist man willkommen. Einziger Wehrmutstropfen: es gibt nach wie vor offiziell kein Avgas (es gibt zwar welches, dies ist aber ausschließlich den Schleppmaschinen vorbehalten). Mogas ist einfacher zu bekommen. Achtung: Vor allem am Wochenende viel Segelflug, aber nette Leute. Wochentags hingegen ist meist keiner da, der Hilfe leisten könnte. Dennoch kann man natürlich immer laden / starten.

Der Platz wird von Angela und Laura geführt. Auch eine Flugwerft befindet sich am Platz. Es gibt keine Landegebühren, wohl aber Parkgebühren. Der Platz empfiehlt sich auch dann, wenn man gar nicht unbedingt nach Florenz möchte, denn die unmittelbare Umgebung ist auch sehr schön. Nur ca. 900 Meter vom Platz gibt es ein Agriturismo, welches empfohlen wird ("L'Orto Sull'Uscio").

3. Vicchio di Mugello / Aviosuperficie "Aviostorai"

Nur ein paar Kilometer östlich der Piste von Borgo San Lorenzo gelegen gibt es seit 2010 einen weiteren Platz, das "Aviosuperficie Storai" in Vicchio di Mugello. Die Piste ist 580 Meter lang und bleibt aber aufgrund der Lage und leichter Längesneigung einen Tick anspruchsvoll. Für den Erstbesuch muss man ein Formular ausfüllen und an den Betreiber senden.

Es gibt ein gutes toskanisches Restaurant und man kann direkt am Platz übernachten (siehe auch "Avioresorts"). Hier ist die (sehr informative) englischsprachige Website. Und: Es gibt mit Voranmeldung Mogas sowie auch Avgas! Damit ist auch dieser Platz eine Opton für Florenz-Besuche. Sogar eine kleine Flugzeugwerft gibt es hier. Die korrekte Handynummer vom sehr netten Betreiber (Mirko Mattesini) lautet: 0039 3331675035. Mirko ist Profipilot und spricht gutes Englisch. Wer die Dame beeindrucken möchte, findet nur 300 Meter vom Platz entfernt eine deutlich luxoriösere Herberge als das Agriturismo von Mirko: Villa Poggio Bartoli.

Siena-Ampugnano (LIQS)

Weiter im Süden der Toskana liegt die Universitätsstadt Siena. Mit ihrer einmaligen Atmosphäre, der Piazza del Campo und dem jedes Jahr stattfindenden Palio ein weiteres Lieblingsziel vieler Privatpiloten. Dazu hat auch die Umgebung viele kleine, berühmte und weniger berühmte toskanische Städtchen und Dörfer zu bieten.

Bis vor einigen Jahren war LIQS ein gut ausgebauter, aber letztlich informeller, vom Aeroclub-Betrieb geprägter Verkehrslandeplatz, zeitweise sogar mit IFR-Verfahren. Doch dann ging die Betreibergesellschaft pleite. In der Folge war der Platz für Auswärtige für ein paar Jahre quasi geschlossen. Ab 2015 wurde der Platz zeitweise vom dortigen Aeroclub betrieben und war (mit PPR) auch für Auswärtige wieder geöffnet.

Ende 2016 hat dann das Handling-Unternehmen Sky Services für ein paar Jahre den Betrieb des Flugplatzes übernommen. Dies hatte Vor- und Nachteile. Positiv daran war zunächst mal, dass der Platz seitdem wieder zuverlässig an sieben Tagen die Woche anfliegbar war und man klare und professionelle Ansprechpartner hatte, mit denen man problemlos auf Englisch kommunizieren könnte. Nachteil war leider, dass Sky Services diesen Platz als "Edel-Basis" für wohlhabende Toskana-Reisende konzipiert hatte und kein so großes Interesse an kleinen Einmots und deren preissensiblen Piloten hatte. Entsprechend gab es am Platz eine (verpflichtende) Handling-Gebühr von 100 Euro, so dass eine Landung (ohne Parken) nun in Summe stets über Euro kostete.

Ende 2020 hat Sky Services den Platz wieder fallengelassen, bze. es gab wohl auch Unregelmäßigkeiten, die zum Rauswurf durch die ENAC führten. Seit 2021 ist ENAC jetzt selbst der Platzbetreiber, hat aber das tägliche Doing wieder an den Aeroclub Siena delegiert. Diesen kann man nun also wieder für PPR, etc. ansprechen und muss auch nicht mehr mit den hohen Handling-Gebühren rechnen.

Der Platz ist kein Zollplatz. Non-Schengen-Flüge sind aber (wie eigentlich an allen Flugplätzen Italiens) nach vorheriger Absprache (Anmeldung bei der Behörde) möglich.

Avgas und Jet-A1 sind zu bekommen. Der Preis für Avgas ist - BP-typisch - meist am unteren Ende der italienischen Skala.

Allerdings kostet die Taxifahrt in die Stadt knapp 30 Euro und es gibt keine brauchbaren öffentlichen Verkehrsmittel.

Über die Stadt Siena hinaus bietet der Flugplatz den idealen Einstieg in die südliche Tokana, z.B. nach Montalcino oder ins Chianti. Es gibt aber per se keine Mietautos direkt am Platz, d.h. man muss entweder zunächst per Taxi nach Siena oder man muss die Bereitstellung am Flughafen vorab organisieren (Europcar und Avis z.B. machen das gegen eine saftige Zusatzgebühr; Sky Services bietet sich für die Organisation an).

Lucca-Tassignano (LIQL)

Im Nordwesten der Region liegt eine weitere, sehr hübsche und sehenswerte, dafür nicht ganz so überlaufene Stadt: Lucca. Insbesondere aufgrund seiner intakten Baustruktur, der vielen lauschigen Plätze und der vollständig erhaltenen Stadtbefestigungsanlage (die größte Europas) ist Lucca einen Besuch immer wert.

Der Flugplatz, Lucca-Tassignano liegt ein paar km östlich der Stadt in Capannori. Dieser GA-Platz ist täglich außer montags und dienstags geöffnet; allerdings auch immer nur bis 17:00h. Es gibt Jet und Avgas, auch über die Mittagszeit. Es ist kein PPR nötig. Es findet in der Platzumgebung recht viel (teils militärischer) Fallschirmsprung- und Segelflugbetrieb statt. Kurioserweise liegt der Platz mitten in einem ständig aktiven Flugbeschränkungsgebiet (LI-R18 Altopascio); man bekommt allerdings problemlos eine Freigabe und zwar direkt von Lucca AFIS (außer dienstags, dann von Pisa APP). Es ist also eher eine RMZ als eine "richtige" Restricted Area. Außerdem bitte stets auf etwaige Aktivität der LI-R82 aufpassen. Das Restaurant vor Ort hat leider im Juni 2020 dauerhaft die Türen geschlossen. Die Landegebühren liegen sind im moderaten Bereich; je nach Gewicht und Anzahl Passagiere zwischen 20 und ca. 40 Euro. Auch Parken ist nicht zu teuer. AOPA-Mitglieder bekommen einen kleinen Rabatt auf die Gebühren. Die Rechnungserstellung dauert leider - wie so oft in Italien - etwas lange und alles ist etwas bürokratisch. Tipp: hier keine Flugpläne abgeben oder Wetterbriefings erfragen... das wird alles extra in Rechnung gestellt...

Avgas ist vorhanden. Obwohl es auch Mogas gibt, wird dieses nicht an Gäste verkauft. Es gibt keinen Zoll.

Das Taxi ins Zentrum von Lucca kostet ca. 20-25 Euro. Man kann aber über die lokalen Agenturen von Avis und Europcar (oder die lokale Firma "Tau Toruing") auch einen Mietwagen am Platz bereitgestellt bekommen. Auch ganz in Platznähe gibt es eine Mietwagenfirma: autolotus.it

Insbesondere auch für einen Florenz-Besuch kann Lucca eine Alternative zu Firenze-Peretola sein, denn es fahren regelmäßig Züge von Lucca in ca. 1:10h direkt ins Zentrum von Florenz. Nicht allzu weit vom Flugplatz (ca. 20 Minuten zu Fuß) befindet sich der Bahnhof von Tassignano, von dem aus man nach Lucca oder Pisa kommen kann. Leider führt der Weg entlang einer Straße ohne Bürgersteig. Von dort kann man auch in 10 Minuten in das Zentrum von Lucca kommen und sich so das Taxi ganz sparen.

Pisa (LIRP)

Der Flughafen Pisa - San Giusto hingegen ist ein gemischt militärisch-ziviler Platz welcher abgesehen von der relativ häufigen Militärflügen eher fest in den Händen der Billigflieger ist; alles andere als ein Paradies für Privatflieger also. Dennoch ist, mit der absolut nötigen Voranmeldung, auch hier die Landung und (in begrenztem Maße) das Parken möglich. Es gibt aber kein Avgas. Es gibt wohlgemerkt hier auch keinen Aeroclub, denn der Aeroclub Pisa hat seine Heimat auf dem Aviosuperficie Valdera (LIAT), gute 20 km östlich der Stadt.

Es sei allerdings gesagt, dass die Stadt Pisa, und mit der Meinung bin ich nicht allein, abgesehen vom "schiefen Turm", welcher natürlich trotz der riesigen Touristenmassen sehenswert ist, nicht außergewöhnlich attraktiv ist. Florenz, Siena und speziell Lucca haben da insgesamt deutlich mehr zu bieten.

Dennoch ist LIRP, wenn man an das toskanische Mittelmeer will und eine große Asphaltbahn, IFR und Zoll und / oder Mietwägen braucht, ohne Alternative. Die Gebühren sind aber auch hier tendenziell etwas niedriger als in Florenz. Die Prozeduren sind Berichten zufolge, wenn man an das PPR gedacht hat, ih Ordnung. PPR muss mindestens drei Stunden vor der Landung bei einem Handling-Agent eingeholt werden.

Auch hier wird leider ein Deposit in Höhe von 200 Euro als "Sicherheit" gefordert. Eine regelrechte Sauerei. Es sei aber gesagt, dass diese nur dann eingezogen wird, wenn man nicht kommt, und sich nicht abgemeldet hat. Wenn man also z.B. wegen schlechten Wetters canceln muss und dies mittteilt, wird nichts berechnet.

Die erhaltene PPR-Nummer ist in Feld 18 des Flugplans einzutragen. Es sind keine GA-Flüge in den Nachtstunden erlaubt. Leider wird gewissen Berichten zufolge Piloten kleiner GA-Maschinen dennoch das Leben etwas schwer gemacht, indem die PPR-Regelung mißbraucht wird, um dem Piloten die An- und Abflugzeiten vorzuschreiben bzw. um Parkbeschränkungen aufzuerlegen. Ein leidiges Thema.

Eine Alternative, falls man in den Raum Pisa möchte, können neben Lucca (LIQL) auch das Aviosuperfcie Collesalvetti-Grecciano sowie das Aviosuperficie Valdera (LIAT) sein.

Valdera (LIAT)

Mittlerweile hat sich das Aviosuperficie Valdera (LIAT), ca. 20km südöstlich von Pisa, zu einer beliebten Alternative für den Norden der Toskana entwickelt. Die Piste ist knapp 700 Meter sehr gepflegtes Gras. Überhaupt ist die gesamte Anlage am Platz sehr liebevoll vom dort beheimateten Aeroclub Pisa (der nur ULs fliegt) betrieben. Aufgrund der vielen UL-Aktivität gibt es eine richtige Mogas-Tankstelle am Platz. Die Mitglieder des Clubs sind durchweg sehr freundlich gegenüber einfliegenden Gästen.

Leider gibt es direkt am Platz natürlich keine direkte Infrastrukturanbindung, aber wie gesagt, die Mitglieder werden sicher helfen. Z.B. gibt es eine Autovermietung (www.boborent.com), die wohl Fahrzeuge an den Platz bringt.

Der Platz ist nicht in der AIP geführt; im Jeppesen, Avioportolano, Skydemon, etc. findet man ihn aber.

Arezzo (LIQB)

Arezzo ist eine etwas kleinere, aber recht hübsche Provinzhauptstadt im Südosten der Region, welche vom Weinanbau geprägt ist. Der Flugplatz ist ein sehr stadtnah gelegener VFR-Vereinsflugplatz mit gelegentlich viel Springerbetrieb, man spricht auch am Funk meist recht brauchbares Englisch.

Der Platz ist für Gäste genau genommen PPR. Dies, weil Feuerwehrbereitschaft hergestellt sein muss. Ist leider ein leidiges Thema an den kleinen Aeroporti in Italien... Am besten vor anrufen (irgend jemand spricht meist recht passabel Englisch). Auch Avgas und Jet sind streng genommen nur für den Aeroclub da, aber freundlich anfragen kostet nichts. Es gibt ein kleines Vereinsrestaurant. Geringe Landegebühren, aber etwas höhere Parkgebühren. Auch Hangarierung ist möglich.

Mit dem Taxi ist es nur ein kurzer Sprung in die Stadt, dort kann man auch einen Mietwagen nehmen, um die schöne Region zu erkunden. Der Platz kann somit ebenfalls eine Alternative zu Firenze-Peretola sein. Einen Besuch der Stadt Arezzo selbst sollte man aber auf jeden Fall einplanen.

Grosseto (LIRS)

Das vorwiegend militärische Flughafen Grosseto (LIRS) ist zwar grundsätzliche auch zivil benutzbar; leider werden aber nur Flugzeuge über 3 Tonnen MTOW akzeptiert, was den Platz für die meisten von uns ausscheiden lässt. Somit ist der Südwesten der Toskana leider was Flugplätze mit Asphaltbahn angeht, sehr schlecht ausgestattet.

Perugia (LIRZ)

Wie oben ausgeführt ist die Auswahl an größeren, aber dennoch für die GA nutzbaren Plätzen mit Asphaltbahn und guter Infrastruktur und ohne PPR-Manie in der Toskana leider recht gering. Insbesondere im Südosten . Zum Glück aber gibt es für einen ausgedehnten Besuch der Toskana eine ordentliche, wenn auch nicht billige Alternative: Perugia liegt zwar eigentlich schon in Umbrien, aber bis zum Lago di Trasimeno (und damit zur Toskana) ist es überhaupt nicht weit. (Wobei allerdings auch Umbrien ähnlich schön ist und unbedingt erkundet werden sollte.)

Der Flughafen bietet: gute Öffnungszeiten, lange Asphaltbahn, ILS, Zoll, Mietautos, etc. Also praktisch alles,was man sich wünschen kann. Außerdem gibt es stets problemlos (und für italienische Verhältnisse günstig) Avgas 100LL. Aber auch hier: der Platz ist PPR (es gibt wie so oft nur 4 Parkplätze für GA-Besucher) , und die Gebühren sind aufgrund verpflichtendem Handling und Vorfeld-Transport, etc. recht hoch. Vor allem durch den meist moderaten Avgas-Preis wird dies etwas kompensiert. Tipp: "Aeroclub-Flugzeuge" bezahlen hier reduzierte Gebühren!

Die ist also möglicherweise der Platz der Wahl für Leute, die speziell die südliche Toskana ein paar Tage mit dem Mietwagen erleben möchten und außerdem fliegerisch keinerlei Unvorhersehbarkeiten haben möchten. Insbesondere für Piloten, die IFR-Anflüge haben möchten, ist der Platz eindeutig der beste. Allerdings wurd aufgrund der Parkplatzknappheit (die es so natürlich nicht gibt) das Parken nur 24 Stunden erlaubt. Wer länger bleiben möchte, muss bei einer ansässigen Firma einen Hangarplatz mieten, was noch mal viel Geld kostet. Abgesehen davon sind die Leute vor Ort aber bemüht.

Avioresorts

Zum Schluß sei hier nochmals auf die vielen wunderschönen Agriturismos mit privater Landepiste verwiesen, die es in der Toskana gibt. Landen und sich um nichts mehr kümmern müssen; entspannender geht es nicht. Für weitere Details siehe den Abschnitt "Avioresorts", insbesondere Pratello, Mensanello, Il Borro, Montecchio, Serristori (LIQQ) und Borgo Castelvecchio. Auch Sant'Illuminato (LIAL) soll hier genannt sein, auch wenn sich dieser schon nicht mehr in der Toskana, sondern in Umbrien befindet. Für einen Strandaufenthalt ist San Vincenzo als Avioresort zu empfehlen. Im Übrigen kann man auf den Pisten der Agriturismos natürlich auch dann landen, wenn man nicht direkt dort übernachtet. Auch San Sepolcro (LIQF) besteht ja (auch wenn das Avioresort leider geschlossen ist) als Platz weiter. Immerhin haben diese Plätze keinerlei Landegebühren! Allerdings befinden sie sich meistens mitten auf dem Land, so dass die weitere Transportfrage sich meist etwas schwieriger darstellt.


© Philipp Tiemann
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