Flugziele/Toskana
Toskana

Toskana - der Traum jedes Deutschen von Italien! Dolce vita, gutes Klima, gute Düfte, bestes Essen, Rotwein, sanfte Hügel, Zypressen und elegante Landgüter.

Das ist in der Tat die Toskana, allerdings natürlich nicht ausschließlich. Toskana ist auch das Meer, die apuanischen Alpen und vor allem natürlich die sehenswerten Städte wie Florenz, Siena und Lucca.

All das bietet sich natürlich ideal zur Erkundung mit dem Privatflugzeug an. Insbesondere das tiefe Fliegen entlang der sanften, farbenprächtigen Hügel der Tokana ist (vor allem frühmorgend und später abends) ein Hochgenuß. Allerdings haben die italienischen Luftraumplaner dem Flugspaß unter anderem drei CTRs in den Weg gestellt: Firenze CTR, Pisa CTR und Grosseto CTR, wobei die CTR Firenze im Frühjahr 2010 glücklicherweise deutlich verkleinert wurde. Alle drei sind allerdings, mit Freigabe natürlich, relativ problemlos zu durchfliegen. Insbesondere die Lotsen von Firenze Radar gelten (neben denen aus Genua) als die GA-freundlichsten in ganz Italien.

Derweil ist die Flugplatzinfrastruktur in der Toskana etwas speziell. Es ist nämlich so, dass es leider nur sehr wenige, für die GA zu empfhehlende "Aeroporti" gibt. Stattdessen gibt es aber eine Vielzahl sehr schöner Aviosuperfici.

Lohnen tut sich aber eben auch das Erleben und Genießen vor Ort. Daher sollen hier die "wichtigsten" Ziele detaillierter vorgestellt sein. Massa Cinquale (Forte dei Marmi) und Marina di Campo auf Elba (ebenfalls Toskana) werden in jeweils separaten Abschnitten behandelt. Auch die sehr zahlreichen Avioresorts in der Toskana sollte man unbedingt in Erwägung ziehen (siehe "Avioresorts").

Florenz

1. Firenze-Peretola (LIRQ)

Der Flughafen von Florenz selbst bietet sich natürlich zunächst mal für einen Florenz-Besuch an, denn er liegt äußerst stadtnah, ist gut angebunden und hat einen sehr interessanten, wenn auch relativ anspruchsvollen Anflug. Außerdem bietet er natürlich alle üblichen Annehmlichkeiten wie Mietautos, IFR, Avgas, Jet-A1 und Zoll. Leider hören die positiven Dinge aber hier auch schon auf, denn die GA scheint in LIRQ nicht sonderlich erwünscht zu sein und man muss so einige Dinge über sich ergehen lassen. Zum Ersten ist es absolut notwendig über den Handling-Agent PPR einzuholen, nicht nur für etwaiges Parken sondern auch für die Landung selbst. und zwar laut AIP mindestens 24 Stunden (aber maximal 15 Tage) vor der Ankunft: Auch kurzfristiger gestellte PPR-Anträge werden allerdings bearbeitet und - soweit möglich - genehmigt. Allerdings ist, zumindest offiziell, die maximale Parkzeit auf 24 Stunden begrenzt.

Der (einzige!) Handling-Agent lautet:

Corporate Air Service
Tel.: 0039 055 300450; Fax: 0039 055 301092; info@corporateairservice.it 

Die ganze PPR-Prozedur ist etwas übertrieben und bürokratisch. Trotz all dieses Brimboriums sind Probleme mit der Erteilung des PPR nicht auszuschließen, denn, das muß man fairerweise sagen, ist es in LIRQ tatsächlich der Fall, dass die Parkflächen arg begrenzt sind (auch wenn eine kleine Einmot natürlich in jede Ecke passt, aber mal egal). Eventuell ist es hilfreich, im PPR-Antrag die Spannweite anzugeben, sowie die Angabe, dass das Parken auf Grasflächen O.K. ist (auch wenn ich befürchte dass das nichts hilft, denn es werden wohl ausschließlich "offizielle" Parkpositionen vergeben).

Die PPR-Nummer muss (allerdings laut AIP genau genommen nur bei IFR-Flügen) in Feld 18 des Flugplans eingetragen werden. In jedem Fall sollten Sie unbedingt die Antwort auf den PPR-Anrtrag mit sich führen.

Falls Sie PPR erhalten haben und ihren Flug dann wider Erwarten nicht antreten können, sagen Sie unbedingt bei AdF ab, sonst ist mit einer Strafgebühr zu rechnen (man muss im Rahmen des PPR-Vorgangs eine Kreditkartennummer angeben!).

Auch flugbetrieblich gibt es einige Einschränkungen. Und zwar wird wegen des Terrains im Nordosten des Platzes allgemein nur auf der 05 gelandet und auf der 23 gestartet. Besuchende GA-Flugzeuge parken in der Regel auf dem "Apron 200", wo auch die Avgas-Tanke ist.

Was konkret die Lande- und Handlinggebühren angeht, so ist in Summe mit ca. 100 Euro zu rechnen, was noch in Ordnung ist.. Gerne will man dazu gelegentlich auch ein sauteures "Towing" verkaufen, wenn man von der Parkposition zur Tankstelle rollt.

Avgas wird nämlich von einer festen Tankstelle getankt (BP). Man sollte gleich in den PPR-Antrag so etwas wie "request fuelling Avgas 100LL immediately after landing" schreiben. Am besten man kontaktiert am Tag des Fluges noch einmal vorab BP (Kontaktdaten siehe AIP). Der große Trost: Avgas ist hier für italienische Verhältnisse immer sehr günstig; das tröstet über die Landegebühren und das PPR-Hickhack etwas hinweg. Jetfuel ist natürlich ebenfalls vorhanden.

Ein Taxi in die City von Florenz kostet ca. 25-30 Euro. (Busse fahren nur von der Terminalseite des Airports ab).

Abschließend kann LIRQ nicht unbedingt empfohlen werden. Glücklicherweise gibt es zwei gangbare Alternativen, nämlich das Aviosuperficie Borgo San Lorenzo und das Aviosuperfice "Aviostorai" in Vicchio di Mugello. Auch wenn es dort natürlich z.B. keinen Zoll gibt, sei zu erwägen, diese vorher auf einem gänzlich anderen, auf der Strecke gelegenen Flughafen zu erledigen. Nur wer unbedingt IFR anfliegen muss, partout nicht auf Gras landen möchte oder unbedingt direkt ab dem Airport einen Mietwagen nehmen will, sollte stattdessen LIRQ in Betracht ziehen. Ansonsten empfehle ich eher:

2. Aviosuperficie "Collina" (Borgo San Lorenzo)

Wer auf all den PPR-Zirkus und die Gebühren in Firenze-Peretola verzichten möchte, hat zum Glück für einen Florenzbesuch eine günstige, hübsche und funktionierende Alternative: Ca. 25 km nordöstlich von Florenz befindet sich mitten im wunderschönen Mugello (richtig, die Rennstrecke ist gleich nebenan) ein Städtchen namens Borgo San Lorenzo und dieses verfügt über ein schönes Aviosuperfcie. Das Besondere: vom Flugplatz muss man nur die 4km in die Stadt gelangen, denn von dort fahren stündlich sowohl Busse als auch insbesondere Züge in nur 40 Minuten direkt ins Zentrum von Florenz.

Das Aviosuperficie ist nicht im Jeppesen enthalten, sondern nur z.B. im Avioportolano. Es gibt aber eine Website (hier). Die Graspiste ist 750 Meter lang und immer sehr gut gepflegt; somit sehr komfortabel. Der Flugplatz wird insbesondere für den Segelflug genutzt, aber auch als Motorflieger / UL ist man willkommen. Seit 2015 gibt es auch ein Restaurant (wo es u.a. das berühmte Fiorentina-Steak gibt). Einziger Wehrmutstropfen: es gibt nach wie vor offiziell kein Avgas (es gibt zwar welches, dies ist aber ausschließlich den Schleppmaschinen vorbehalten). Mogas ist einfacher. Achtung: Vor allem am Wochenende viel Segelflug.

Ein kurze Voranmeldung per Telefon ist gewünscht und sinnvoll, um sicher zu gehen, dass man auch zum Bahnhof von Borgo San Lorenzo kommt. Der Platz wird von Angela und Laura geführt. Auch eine Flugwerft befindet sich am Platz. Es gibt keine Landegebühren. Der Platz empfiehlt sich auch dann, wenn man gar nicht unbedingt nach Florenz möchte, denn die Gegend ist sehr schön. Nur ca. 900 Meter vom Platz gibt es ein Agriturismo, welches empfohlen wird ("L'Orto Sull'Uscio").

3. Vicchio di Mugello / Aviosuperficie "Aviostorai"

Nur ein paar Kilomter östlich der Piste von Borgo San Lorenzo gelegen gibt es seit 2010 einen weiteren Platz, das "Aviosuperficie Storai" in Vicchio di Mugello. Die Piste ist (nachdem sie Mitte 2012 von einst 580 Meter auf 800 Meter verlängert wurde) auch ordentlich für schwere und schnelle Flugzeuge geeignet. Sie bleibt aber aufgrund der Lage und leichter Längesneigung einen Tick anspruchsvoll. Für den Erstbesuch muss man ein Formular ausfüllen und an den Betreiber senden.

Es gibt ein gutes toskanisches Restaurant und man kann direkt am Platz übernachten (siehe auch "Avioresorts"). Hier ist die (sehr informative) englischsprachige Website. Und: Es gibt mit Voranmeldung Mogas sowie auch Avgas! Damit ist der Platz nun in Verbindung mit der verlängerten Piste ein guter Platz für Florenz-Besuche. Sogar eine kleine Flugzeugwerft gibt es hier. Die korrekte Handynummer vom sehr netten Betreiber (Mirko Mattesini) lautet: 0039 3331675035. Mirko ist Profipilot und spricht gutes Englisch. Wer die Dame beeindrucken möchte, findet nur 300 Meter vom Platz entfernt eine deutlich luxoriösere Herberge als das Agriturismo von Mirko: Villa Poggio Bartoli.

Siena-Ampugnano (LIQS)

Weiter im Süden Toskana liegt die Universitätsstadt Siena. Mit ihrer einmaligen Atmosphäre, der Piazza del Campo und dem jedes Jahr stattfindenden Palio ein weiteres Lieblingsziel vieler Privatpiloten.

Bis vor einigen Jahren war LIQS ein gut ausgebauter, aber letztlich informeller, vom Aeroclub-Betrieb geprägter Verkehrslandeplatz, zeitweise sogar mit IFR-Verfahren. Doch dann ging die Betreibergesellschaft pleite. In der Folge war der Platz für Auswärtige für ein paar Jahre quasi geschlossen. Ab 2015 wurde der Platz zeitweise vom dortigen Aeroclub betrieben und war (mit PPR) auch für Auswärtige wieder geöffnet.

Ende 2016 hat dann das Handling-Unternehmen Sky Services den Betrieb des Flugplatzes übernommen. Dies hat Vor- und Nachteile. Positiv daran ist zunächst mal, dass der Platz seitdem wieder zuverlässig an sieben Tagen die Woche anfliegbar ist und man klare Ansprechpartner hat, mit denen man problemlos auf Englisch kommunizieren kann.

Nachteil ist leider, dass Sky Services diesen Platz als "Edel-Basis" für wohlhabende Toskana-Reisende etablieren möchte und kein größeres Interesse an kleinen Einmots hat. Entsprechend gibt es am Platz jetzt eine (verpflichtende) Handling-Gebühr von übertriebenen 100 Euro, so dass eine Landung (ohne Parken) nun ca. 130 Euro kostet. Und: für jede Nacht Parken kommen 50 Euro hinzu! Tja, das sind leider diese berühmten Mechanismen...

Mittelfristig will man den Platz wohl auch wieder für Nachtflug und IFR-Betrieb fit machen.

Avgas und Jet-A1 sind zu bekommen. Zoll ist bisher nicht verfügbar.

Allerdings kostet die Taxifahrt in die Stadt knapp 30 Euro und es gibt keine öffentlichen Verkehrsmittel.

Über die Stadt Siena hinaus bietet der Flugplatz den idealen Einsteig in die südliche Tokana, z.B. nach Montalcino oder ins Chianti. Es gibt aber per se keine Mietautos direkt am Platz, d.h. man muss entweder zunächst per Taxi nach Siena oder man muss die Bereitstellung am Flughafen vorab organisieren (Europcar macht das gegen eine saftige Zusatzgebühr; Sky Services bietet das auch an).

Lucca-Tassignano (LIQL)

[AKUTELLE INFO: Der Platz war von Anfang Oktober bis Anfang November 2017 wegen Pleite der Betreibergesellschaft komplett geschlossen. Jetzt ist er allerdings wieder geöffnet. Dennoch sollte man sich derzeit vorab am besten direkt beim Platz nach den genauen aktuellen Öffnungszeiten, der Verfügbarkeit von Treibstoff, etc. informieren.]

Im Nordwesten der Region liegt eine weitere, sehr hübsche und sehenswerte, dafür nicht ganz so überlaufene Stadt: Lucca. Insbesondere aufgrund seiner intakten Baustruktur, der vielen lauschigen Plätze und der vollständig erhaltenen Stadtbefestigungsanlage (die größte Europas) ist Lucca einen Besuch immer wert.

Der Flugplatz, Lucca-Tassignano liegt ein paar km östlich der Stadt in Capannori. Dieser GA-Platz ist täglich außer dienstags geöffnet; es gibt Jet und Avgas, auch über die Mittagszeit. Es ist kein PPR nötig. Es findet recht viel Fallschirmsprung- und Segelflugbetrieb statt. Kurioserweise liegt der Platz mitten in einem ständig aktiven Flugbeschränkungsgebiet (LI-R18 Altopascio); man bekommt allerdings problemlos eine Freigabe und zwar direkt von Lucca AFIS (außer dienstags, dann von Pisa APP). Es ist also eher eine RMZ als eine "richtige" Restricted Area. Außerdem bitte stets auf etwaige Aktivität der LI-R82 aufpassen. Ein Restaurant ist vor Ort. Sonst hat der Platz aber nach meinem Geschmack keine besonders schöne Atmosphäre. Die Landegebühren liegen sind im sehr moderaten Bereich; je nach Gewicht und Anzahl Passagiere zwischen 20 und ca. 35 Euro. AOPA-Mitglieder bekommen einen kleinen Rabatt. Parken ist günstig. Avgas ist vorhanden. Obwohl es auch Mogas gibt, wird dieses nicht an Gäste verkauft. Es gibt keinen Zoll.

Das Taxi ins Zentrum von Lucca kostet ca. 20 Euro.

Insbesondere auch für einen Florenz-Besuch kann Lucca eine Alternative zu Firenze-Peretola sein, denn es fahren regemäüßig Züge von Lucca in ca. 1:10h direkt ins Zentrum von Florenz.

Pisa (LIRP)

Der Flughafen Pisa - San Giusto hingegen ist ein gemischt militärisch-ziviler Platz welcher außerdem fest in den Händen der Billigflieger ist; alles andere als ein Paradies für Privatflieger also. Dennoch ist, mit der absolut nötigen Voranmeldung, auch hier die Landung und (in begrenztem Maße) das Parken möglich. Avgas ist - zumindest laut AIP - vorhanden; ich würde dies aber unbedingt skeptisch prüfen, da in Pisa heutzutage wirklich kaum noch Avgas-Flieger verkehren. Es gibt wohlgemerkt hier keinen Aeroclub, denn der Aeroclub Pisa hat seine Heimat auf dem Aviosuperficie Valdera (LIAT), gute 20 km östlich der Stadt.

Es sei allerdings gesagt, dass die Stadt Pisa, und mit der Meinung bin ich nicht allein, abgesehen vom "schiefen Turm", welcher natürlich trotz der riesigen Touristenmassen sehenswert ist, nicht außergewöhnlich attraktiv ist. Florenz, Siena und speziell Lucca haben da insgesamt deutlich mehr zu bieten.

Dennoch ist Pisa, wenn man an das toskanische Mittelmeer will und eine große Asphaltbahn, IFR und Zoll und / oder Mietwägen braucht, ohne Alternative. Laut AIP gibt es auch Avgas; dies würde ich allerdings vor einem Flug dorthin unbedingt noch mal prüfen. Die Gebühren sind aber auch hier (ähnlich wie in Florenz) recht hoch. Die Prozeduren sind Berichten zufolge, wenn man an das PPR gedacht hat, ih Ordnung. PPR muss mindestens drei Stunden vor der Landung bei einem Handling-Agent eingeholt werden.

Auch hier wird leider ein Deposit in Höhe von 200 Euro als "Sicherheit" gefordert. Eine regelrechte Sauerei. Es sei aber gesagt, dass diese nur dann eingezogen wird, wenn man fernbleibt, ohne sich abgemeldet zu haben. Wenn man also z.B. wegen schlechten Wetters canceln muss und dies mittteilt, wird nichts berechnet.

Bei Diskussionen um das Thema Parkplatz lohnt es sich auch hier, auf die geringe Spannweite hinzuweisen, bzw. darauf, dass das Parken auch auf Gras O.K. ist. Die erhaltene PPR-Nummer ist in Feld 18 des Flugplans einzutragen. Es sind keine GA-Flüge in den Nachtstunden erlaubt. Leider wird Berichten zufolge Piloten kleiner GA-Maschinen dennoch das Leben etwas schwer gemacht, indem die PPR-Regelung mißbraucht wird, um dem Piloten die An- und Abflugzeiten vorzuschreiben bzw. um Parkbeschränkungen aufzuerlegen. Ein leidiges Thema.

Eine Alternative, falls man in den Raum Pisa möchte, können neben Lucca (LIQL) auch das Aviosuperfcie Collesalvetti-Grecciano sowie das Aviosuperficie Valdera (LIAT) sein.

Valdera (LIAT)

Mittlerweile hat sich das Aviosuperficie Valdera (LIAT), ca. 20km südöstlich von Pisa, zu einer beliebten Alternative für den Norden der Toskana entwickelt. Die Piste ist knapp 700 Meter sehr gepflegtes Gras. Überhaupt ist die gesamte Anlage am Platz sehr liebevoll vom dort beheimateten Aeroclub Pisa (der nur ULs fliegt) betrieben. Aufgrund der vielen UL-Aktivität gibt es eine richtige Mogas-Tankstelle am Platz. Die Mitglieder des Clubs sind durchweg sehr freundlich gegenüber einfliegenden Gästen. Leider gibt es direkt am Platz natürlich keine Mietautos oder andere Anbindung, aber wie gesagt, die Mitglieder werden sicher helfen. Der Platz ist als Aviosuperficie nicht in der AIP geführt; im Jeppesen findet man ihn aber.

Arezzo (LIQB)

Arezzo ist eine etwas kleinere, aber recht hübsche Provinzhauptstadt im Südosten der Region, welche vom Weinanbau geprägt ist. Der Flugplatz ist ein sehr stadtnah gelegener VFR-Vereinsflugplatz mit gelegentlich viel Springerbetrieb, man spricht auch am Funk meist recht brauchbares Englisch.

Der Platz ist für Gäste genau genommen PPR. Man sollte aber nicht per Fax anfragen, sondern besser kurz anrufen (irgend jemand spricht meist recht passabel Englisch). Auch Avgas und Jet sind streng genommen nur für den Aeroclub da, aber freundlich anfragen kostet nichts. Es gibt ein kleines Vereinsrestaurant. Geringe Landegebühren. Auch Hangarierung ist möglich.

Mit dem Taxi ist es nur ein kurzer Sprung in die Stadt, dort kann man auch einen Mietwagen nehmen, um die schöne Region zu erkunden. Der Platz kann somit ebenfalls eine Alternative zu Firenze-Peretola sein. Einen Besuch der Stadt Arezzo selbst sollte man aber auf jeden Fall einplanen.

In den letzen Jahren war der Platz ebenfalls zeitweise für Auswärtige nicht benutzbar. Grund mal wieder das leidige Thema Feuerwehr, welches in Italien eben leider maximal umständlich gehandhabt wird...

Grosseto (LIRS)

Das vorwiegend militärische Flughafen Grosseto (LIRS) ist zwar grundsätzliche auch zivil benutzbar; leider werden aber nur Flugzeuge über 3 Tonnen MTOW akzeptiert, was den Platz für die meisten von uns ausscheiden lässt. Somit ist der Südwesten der Toskana leider was Flugplätze mit Asphaltbahn angeht, sehr schlecht ausgestattet.

Perugia (LIRZ)

Wie oben ausgeführt ist die Auswahl an größeren, aber dennoch bezahlbaren Plätzen mit guter Infrastruktur und ohne PPR-Manie in der Toskana leider recht gering. Zum Glück aber gibt es für einen ausgedehnten Besuch der Toskana (speziell den Südosten) eine gute Alternative: Perugia liegt zwar eigentlich schon in Umbrien, aber bis zum Lago di Trasimeno (und damit zur Toskana) ist nicht weit. Wobei aber auch Umbrien ähnlich schön ist und unbedingt erkundet werden sollte.

Der Flughafen bietet: gute Öffnungszeiten, kein PPR, lange Asphaltbahn, ILS, Zoll, Mietautos, etc. Also praktisch alles,was man sich wünschen kann. Außerdem gibt es stets problemlos (und für itanienische Verhältnisse sehr günstig) Avgas 100LL. Die Gebühren sind leider etwas hoch, aber mit ca. 80 Euro inklusive ein paar Tagen Parken noch halbwegs akzeptabel. Vor allem durch den Avgas-Preis wird dies kompensiert.

Die ist also absolut die Platz der Wahl für Leute, die speziell die südliche Toskana ein paar Tage mit dem Mietwagen erleben möchten und außerdem fliegerisch keinerlei Unvorhersehbarkeiten haben möchten. Insbesondere für Piloten, die IFR haben möchten, ist der Platz eindeutig der beste.

Avioresorts

Zum Schluß sei hier nochmals auf die vielen wunderschönen Agriturismos mit privater Landepiste verwiesen, die es in der Toskana gibt. Landen und sich um nichts mehr kümmern müssen; entspannender geht es nicht. Für weitere Details siehe den Abschnitt "Avioresorts", insbesondere Pratello, Mensanello, Il Borro, Montecchio, Serristori (LIQQ) und San Sepolcro (LIQF). Auch Sant'Illuminato (LIAL) soll hier genannt sein, auch wenn sich dieser schon nicht mehr in der Toskana, sondern in Umbrien befindet. Für einen Strandaufenthalt ist San Vincenzo als Avioresort zu empfehlen. Im Übrigen kann man auf den Pisten der Agriturismos natürlich auch dann landen, wenn man nicht direkt dort übernachtet. Immerhin haben diese Plätze keinerlei Landegebühren! Allerdings befinden sie sich meistens mitten auf dem Land, so dass die Transportfrage sich meist etwas schwieriger darstellt.


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