Flugziele/Tyrrhenische Küste
Golf von Genua & Tyrrhenische Küste

Man kann durchaus verschiedener Meinung sein, ob nun die Seite des Golfs von Genua und des Tyrrhenischen Meers (=West-) Seite oder die Adriatische (=Ost-) Seite des Stiefels die schönere ist. Meine Meinung: Die Küsten der Westseite sind einfach etwas interessanter und abwechslungsreicher. Außerdem gibt es viel weniger Bausünden in Form von Bettenburgen, wodurch die Optik ansprechender ist. Allerdings ist insbesondere die Luftraumstruktur für VFR-Piloten dort auch etwas anspruchsvoller als auf der Adriaseite.

In diesem Abschnitt sollen alle für die GA nutzbaren Plätze vorgestellt sein, die sich entlang der italienischen Westküste anbieten, geordnet von Norden (dem Golf von Genua) nach Süden, dem Tyrhenischen Meer.. Ausgenommen sind lediglich die Plätze von Rom, Neapel und dem Raum Salerno, Massa-Cinquale, Pisa und San Vincenzo, da diese in jeweils anderen Abschnitten bereits detailliert behandelt werden.

Albenga-Villanova (LIMG)

Der einzige Flugplatz (ein reiner GA-Flughafen) an der Riviera di Ponente, also dem Küstenabschnitt zwischen Genua und der französischen Grenze. Der Platz liegt leicht im bergigen Hinterland der Küste und ist daher auch aufgrund der machmal schwierigen Windverhältnisse recht anspruchsvoll (Turbulenzen möglich, insbesondere bei Winden aus nördlichen Richtungen). Es gibt zwar einen LOC-DME-Anflug; dieser hat aber sehr hohe Minima. Es ist kein PPR erforderlich (eine Anmeldung über die Website führt nur dazu, dass dann das Handling aktiv wird) und es gibt Jet, Avgas und auch Mogas!, Stets sehr freundliches Personal. Außerdem auch Zoll (Benachrichtigung 3 Stunden vorab, die hier allerdings auch alleine durch die Aufgabe des Flugplans erfolgt). Der Platz ist wirklich eine Freude; da sieht man mal, was geht, wenn ein Flughafen keinen Linienverkehr hat.

Die Gegend ist in jedem Fall ein ideales Ziel, wenn man mal eben dem mitteleuropäischen Winter entfliehen will, da man hier an der Riviera di Ponente praktisch nie weniger als 12-14 Grad und meistens viel Sonnenschein hat. Auch im Frühling und Herbst ist dieses Ziel super. Im Hochsommer würde ich die ligurische Küste aber unbedingt meiden.

Die Gebühren sind für einen reinen GA-Platz etwas höher (ca. 65 Euro mit einer Übernachtung). Avgas ist preislich eigentlich recht OK; leider wird aber hier gemeinerweise zusätzlich zum ohnehin nicht so günssitgen Literpreis noch eine Betankungsgebühr von 10 Euro abgerechnet, so dass es vor allem natürlich im Vergleich mit dem nahen Cannes-Mandelieu (LFMD) mehr kostet. Außerdem gibt es hier aber Mogas, von einer richtigen Zapfsäule. Das mineralölsteuerbefreite Tanken (bei Ausflug aus der EU, z.B. der Schweiz) funktioniert hier leider (zumindest bei Privatflug) gar nicht mehr - man bezahlt immer den vollen Preis. Handling (FBO "Hadid") ist KEINE Pflicht (kostet ca. 30 Euro extra), wird aber gerne wie selbstverständlich angeboten!

Die Asphaltflächen vor dem Terminal sind eher großem Turbinengerät vorbehalten. In der Nebensaison kann man selbst auch mit kleinem Gerät dort parken. Im Sommer geht es, wenn man länger bleibt, mit kleinerem Gerät stets auf Gras. Diese Flächen sind aber immerhin so groß, so dass (im Gegensatz zu Cannes) hier nie Engpässe entstehen.

Im Terminal gibt es eine kleine Bar, wo man auch Kleinigkeiten essen kann. Mehr nicht.

Leider gibt es direkt am Platz per se keine Mietwagen. Mit dem Taxi ist man allerdings in gut 10 Minuten (8 km) in Alassio, einem der wenigen Orte mit langem Sandstrand in Ligurien. Auch ansonsten ist Alassio recht hübsch und kann daher (außer im Juli und August) empfohlen werden. In Alassio habe ich abends mehrfach sehr gut im Ristorante "Barcalà Mare" gegessen (an der Promenade, ganz in der Nähe des großen Stegs). Außerdem auch im 50 Meter davon entfernten "Il Veliero Amabile".

Die Stadt Albenga selbst (ebenfalls ca. 8 km Distanz) ist per se optisch von außen von schöne Stadt. Und auch der Strand ist eher steinig und somit nicht so sehr schön. Dafür gibt es hier ein hübsche Altstadt mit lauschigen Gassen und Plätzen.

Meist wartet ein Taxi direkt am Flugplatz. Falls einmal nicht, kann man sich ein vom Flugplatzpersonal rufen lassen. Wenn man sich vorab schon verabreden möchte, hier die Telefonnummern: 0039 3342820954 (Sig. De Lorenzo) sowie 0039 3358172177 (Guido Santuccione). Letzterer ist sehr freundlich und zuverlässig und spricht auch etwas Englisch; er hat ein eigenes "Büro" am Flugplatz und ist hier quasi stationiert. Die Fahrt nach Alassio oder Albenga kostet einfach 25 Euro (Hin und zurück kosten 45 Euro). In Alassio gibt es Hertz (0039 0182648242) und auch Maggiore (0039 0182643382), die allerdings nicht viele Autos haben, und daher in der Saison machmal nichts haben. Ich habe aber mit Hertz (Filiale direkt am Bahnhof) guter Erfahrungen gemacht. Mail: hertzalassio@libero.it. Außerdem gibt es noch den Vermieter "Autovia Alassio" (alassio@autovia.it), allerdings sind meine Erfahrungen mit dem Chef schlecht - kann ich gar nicht empfehlen. In Albenga gibt es auch zahlreiche Möglichkeiten, ein Auto zu leihen.

Mit dem Mietwagen kann man in Richtung Nordosten viele weitere schöne ligurische Küstenorte in 30-45 Minuten Autobahn erreichen: Loano (Altstadt und großem Sporthafen), Finale Ligure (Altstadt und Promenade) und vor allen Noli (Altstadt, Gesamtszenerie). In Noli ist das "Vittoria" für mittags ein gutes Strandrestaurant mit schöner Terasse. Vom Flugplatz Albenga in Richtung Südwesten hinhegen ist das kleine Altstädtchen von Cervo sehr nett.

Genua-Sestri (LIMJ)

Der Flughafen der Hafenstadt Genua. Es gibt die komplette Infrastruktur eines Großflughafens inkl. weitgehendem H24-Betrieb; private GA-Flüge dürfen lediglich zwischen 1:00 und 5:30 morgens nicht fliegen. Auch dieser Platz ist PPR (egal ob man parken möchte oder nicht); dies erfolgt über eine Mail an den "Duty-Manager (siehe AIP), welcher meist innerhalb von wenigen Minuten antwortet. Probleme gibt es mit dem Parken eher selten; definitiv aber während des Grand Prix von Monaco und der Filmfestspiele von Cannes.

Thema Gebühren: LEIDER hat der Platz seit Beginn 2022 zusätzlich zu den "normalen" Gebühren (ca. 100-150 Euro) noch eine lächerliche Gebühr für die Erteilung des PPR hinzugefügt. Die beträgt 80 Euro in der Nebensaison und 150 Euro in der Hauptsaison! Es ist wirklich traurig.

Zwei kleine Tipps aber zumindest: Wenn man sich clever verhält, muss man bei zwei Piloten an Bord für den zweiten keine Passagiergebühr bezahlen (kostet sonst 20 Euro extra). Außerdem sollte man darauf achten, dass auf der Rechnung keine Gebühr für "Towing" oder "Pushback" steht. Kleine SEPs und MEPs dürfen zwar in Genua selbständig rangieren; trotzdem sollte man das auf der Rechnung kontrollieren. Nicht herum kommt man allerdings um die Marshalling-Gebühr, auch wenn es gar kein richtiges Marshalling gibt. Kompensiert werden die etwas hohen Gebühren etwas durch das meist recht günstige Avgas.

Der Anflug ist interessant, da sich der Platz auf einer Landzunge im Hafen von Sestri befindet. Die Anfluglotsen von Genua haben den Ruf, die besten und GA-freundlichsten Italiens zu sein. Nahezu jedwede Anfrage versucht man zu genehmigen und das alles in freundlichem Ton. Es gibt Jet und Avgas; es wird, wenn man Tanken will, allerdings diesbezüglich um Vorabinfo gebeten. Die Avgas-Tanke (BP) ist fix; man benötigt für's Tanken natürlich einen Tankwart; leider kann es da manchmal zu Verzögerungen kommen, da Airlinern natürlich Priorität eingeräumt wird. Ein kleiner Trost bei den Kosten ist, dass das Avgas hier stets ganz am unteren Ende der italienischen Skala ist und somit die Flughafengebühren zumindest ein bisschen relativiert.

Tipp: Um einen Tankwart zu rufen oder um nach dem Abstellen um Abholung durch den Vorfeldbus zu beten, kann man auf der Frequenz 136,82MHz (die nicht in der AIP steht) mit dem (freundlichen) Handling-Personal reden. Man sollte aber am besten vorbestellen.

Bei Anflug gibt es eine separate Sicherheitskontrolle für die GA, so dass auch dort keine Wartezeiten entstehen. Danach geht es zum Bezahlen und dann raus zum Flieger - fertig. Die Wege sind kurz und Bürokratie gibt es auch nicht so viel.

Was die weitere Logistik vor Ort angeht, so hat man mehere Möglichkeiten. Ein Taxi in die City von Genua ist einen Tick teuer (25-30 Euro). Wenn man alleine oder zu zweit ist, lohnt sich der "Volabus", welcher direkt vom Ankunftsterminal im 40-Minuten-Rhythmus an 5 verschiedene Punkte in der City fährt. Kosten: 6 Euro pro Person. Ansonsten kann man am direkt im Terminal auch für wenig Geld Mietwagen bekommen (am besten mit Vorbestellung).

Die Stadt Genua ist schon etwas chaotisch und rau. Insbesondere der eigentlich reizvolle Hafen (mit dem berühmten Acquarium, viele Booten, Restaurants, etc.) ist leider durch eine auf Stelzen quer durch die Stadt verlaufende, laute und hässliche Schnellstraße verhunzt. Die dahinter befindlichen Teile der City befindlichen Piazzen, Paläste, Parks und Straßen sind aber teilweise recht sehenswert.

Der Flughafen Genua ist außerdem auch so ziemlich Platz der Wahl, wenn man an die schönen Orte der Riviera Levante, also der Küste östlich von Genua will. Hervorzuheben sind insbesondere Santa Margherita Ligure / Portofino (30 km von Genua), Sestri Levante (45 km von Genua) und natürlich die Orte der Cinque Terre (80 km von Genua). Zu empfehlen sind diese Ausflüge allesamt vor allem mit dem Zug. Unbedingt meiden sollte man dafür allerdings die Haupt-Tourismus-Saison. Insbesondere Portofino und die Cinque Terre laufen im Sommer nämlich schier über.

Sarzana-Luni (LIQW)

Der ca. 20 km südlich von La Spezia (also genau an der Grenze zwischen Ligurien und der Toskana) gelegene Militärflugplatz Sarzana (LIQW), ist leider nur beschränkt für die Allgemeine Luftfahrt nutzbar. Es gibt aber zumindest einen örtlichen "Aeroclub", der auf sehr kleiner Flamme Luftsport betreibt und langsam den zivilen Flugbetrieb ausbaut. Er betreibt auch eine kleine PPL-Flugschule.

Dass es nicht unmöglich ist, hier als Gast eine Landegenehmigung zu bekommen zeigt z.B. folgendes Video: Klick 

Grundsätzlich eignet sich der Platz von seiner Lage her insbesondere für diejenigen, die Richtung Forte dei Marmi/Viareggio wollen, denen aber die Piste von Massa-Cinquale zu kurz und zu steinig ist; außerdem sind von hier aus La Spezia, Lerici, Carrara oder Portovenere in Kürze erreichbar (wobei La Spezia eher weniger sehenswert ist).

Kurz gesagt ist der erste Ansprechpartner für den Versuch einer Landebewilligung das Sekretariat des Aeroclubs:

Aeroclub Luni-Sarzana
Tel.: 0039 0187 673180
Fax: 0039 0187 029078
E-mail: aeroclubsarzana@tiscali.it

Seit Jahren arbeitet der Club schwer daran, den Platz für Gäste zugänglicher zu machen, hat es aber mit viel Bürokratie und Bedenkenträgern zu tun. Den Platz mehr zu öffnen, trifft aber auf viel Trägheit und Widerstand. Dennoch geht es langsam bergauf; der Aeroclub fliegt wieder; macht vor allem Rundflüge. Seit 2017 ist auch die clubeigene PPL-Flugschule wieder aktiv.

Aktuell ist es so, dass man, um als Gast dort landen zu können, eine Genehmigung der Luftfahrtbehörde ENAC und des Staats einholen muss. Der Aeroclub erledigt das gerne, braucht allerdings dafür mindestens eine Woche vor dem Flug: Kopie der Fluglizenz, des Ausweises, des Luffttüchtigkeitszeugnisses und des Versicherungsscheins. Außerdem muss man Mitglied des Clubs werden Es wird für einmalige Gäste auf Rückfrage die Jahresmitgliedschaft für 100 Euro angeboten. Dazu kommen 25 Euro Handling und 10 Euro pro Tag für das Parken. Avgas ist vorhanden! Zoll natürlich nicht.

Wochentags ist der Tower der italienischen Luftwaffe aktiv. An Wochenenden bietet der Club einen Radio-Service an.

Es gibt auch ein kleines, uriges Aeroclub-Restaurant vor Ort.

Cecina (LIQG)

Dieses Aviosuperficie liegt zwischen Livorno und Piombino und hat eine 1000 Meter lange, relativ gute Graspiste. Keine Landegebühr. Am Platz eher wenig Infrastruktur; es bietet sich allerdings meist ein Mitglied an, Gäste in die Stadt oder an den Strand zu fahren. Außerdem gibt es Fahrräder zu leihen. Ein "Highlight" der Gegend ist der ca. 8 Kilometer nördlich gelegene Strand von Vada, auch "die Karibik Italiens" genannt, denn praktisch nirgendwo anders in Italien gibt es so weißen Strand und so türkisblaues Wasser (wenige Meter landeinwärts stört allerdings eine große Chemieanlage, diie für den hellweißen Sand des hiesigen Strands verantwortlich ist.). Dennoch sehr zu empfehlen. Das Taxi vom Flugplatz zum Strand der o.g. Bucht kostet verständlicherweise ca. 30 Euro (z.B. Tel. 00393392042455). Aber dafür gibt es in Cecina ja keine Landegebühren. Nach Cecina Mare kostet es ca. 20 Euro. Dort sehr empfohlen wird das familiengeführte Fischrestaurant "El Faro". Man kann am Platz auch Fahrräder leihen. Nach Cecina Paese (die landseitige Stadt) sind es nur ca. 3 Kilometer. Dort empfehle ich die Osteria "Le Chiacchiere".

Weitere Infos natürlich im Avioportolano. Für telefonische Infos auf Englisch kann man das Mitglied Corrado Barghigiani unter der Nummer 0039 335 1236720 kontaktieren. 500 Meter vom Platz gibt es ein Bed n Breakfast.

Aliscarlino (LIQY)

Dieser 2011 eröffnete Flugplatz (Aviosuperficie) liegt auf dem Gebiet des Städtchens Scarlino (Provinz Grosseto); daüber hinaus aber vor allem nicht weit vom Meer (2,5 km) und vom Strandort Follonica. Auch diese Gegend der Toskana ist bei den Deutschen sehr beliebt; nur 15 Kilometer landeinwärts liegt das schöne Bergstädtchen Massa Marittima. Die Piste von Aliscarlino ist 650 Meter lang, mit geringfügigen Hindernissen an beiden Anflugenden. Infos im aktuellen Avioportolano, oder über Internet, z.B. hier. Der ehemalige Landwirt Claudio (sehr sympathisch) betreibt am Platz ein kleines, einfaches Restaurant. Er macht leckeres, einfaches Essen.

Castiglione della Pescaia / Punta Ala

Wir sind nur ein paar Kilometer südlich, noch immer in der Provinz Grosseto. Der Flugplatz Castiglione della Pescaia liegt nur ein paar Kilometer von der landschaftlich reizvollen "Punta Ala" entfernt. Diese hat den größten Yachthafen des Tyrhennischen Meers und einen sehr renommierten Golfclub. Außerdem liegen in Fußdistanz des Flugplatzes aber auch gleich drei(!) nette Restaurants (siehe auch Avioportolano). Die Piste ist landschaftlich sehr schön, aber - obwohl 800 Meter lang - wegen Hindernissen und Gefälle ziemlich anspruchsvoll; man könnte auch sagen: nicht ungefährlich. Auch der Zustand der Bahn lässt zu mancher Jahreszeit zu wünschen übrig. Keine Landegebühr. Eine lokale Taxinummer: 3355442269.

Orbetello - Costa d'Argento

Dieses Aviosuperficie liegt am Rande des Städtchens Orbetello, welches wiederum das Eingangstor zur Halbinsel Monte Argentario ist. Daher ist dieser Flugplatz ein sehr guter Ausgangspunkt für die Erkundung dieses Küstenabschnitts des südlichen Teils der Provinz Grosseto. Der Platz ist auch bei Jeppesen geführt. Die Graspiste ist 780 Meter lang (mit hindernisfreien Anflügen). Es wird um PPR gebeten: 0039 349 1748237 (Alice Balocchi). Im An- und Abflug auf das Naturschutzgebiet bis 1500 Fuß achten. Der Platz wird im Sommer vor allem stark von Fallschirmspringern genutzt. Er hat eine strategisch günstige Lage und außerdem eine halbwegs passable Alternative für einen Besuch der Stadt Grosseto. Der Bodentransport muss aber in jedem Fall individuell geklärt werden; der Platz ist nicht an den ÖPNV o.ä. angebunden.

Campi di volo Tarquinia San Giorgio

Etwas nördlich von Civitavecchia noch ein weiterer Tipp für UL-Flieger: die Piste San Giorgio ist wirklich direkt am Strand gelegen, der hier allerdings nicht so besonders schön ist.. Vom Abstellplatz zur Badestelle sind es nur 150 Meter!. Die Piste ist 413 Meter lang. Hinweise zum Anflug etc. finden sich hier, allerdings leider nur auf Italienisch.

Aviosuperficie Santa Severa Nord - Monti della Tolfa

Zwischen Civitavecchia und Rom gibt es nicht weit vom Meer am noch diesen Flugplatz. Hier ist stets schriftliches PPR gewünscht (siehe die Website des Platzes). Die Piste wurde 2021 verlängert und ist nun ca. 800 Meter lang. Ein paar hundert Meter vor der Schwelle der 12 gibt es eine Hochspannungsleitung. Beim Start auf der 30 soll man die Ortschaft Santa Severa Nord umfliegen. Unbedingt die LI P-128 sowie auch LI R-14 direkt südlich des Platzes meiden. Es gibt ein kleines, hübsches Restaurant am Platz. Außerdem eine Flugschule. Bis an den Strand (in Santa Severa) sind es gute zwei Kilometer. Es ist ein normaler kleiner Strandort, an dessen Südrand allerdings gibt es direkt a Wasser eine alte Burg und einen antiken Hafen als Sehenswürdigkeit. Nicht weit vom Flugplatz ist ein Bahnhof, von wo man direkt und in knapp über einer Stunde nach Rom fahren kann.

Nettuno - Ali Nettuno

Dieser Platz liegt ca. auf halber Strecke zwischen Rom und Neapel und zwar genau gesagt ein paar Kilometer nördlich des Küstenstädtchens Nettuno. Die Piste ist (entgegen anders lautender Veröffentlichungen) ein 560 Meter langer Asphaltstreifen plus einer ca. 280 Meter langen Grasverlängerung. Der Platz hat erst vor ein paar Jahren die Zulassung als "Aviosuperficie" erhalten. Es gibt allerdings offiziell keinerlei Tankstelle am Platz. Achtung: den Platz nicht mit einem weiteren Platz bei Nettuno ("Arma") verwechseln, welcher zwei Kilometer südöstlich liegt!

Sabaudia (LISB)

Nicht weit südlich von Nettuno liegt - besonders schön am Rande des naturbelassenen Nationalparks Circeo gelegen - der Flugplatz Sabaudia. Zum Strand und in das Städtchen Sabaudia sind es allerdings ein paar Kilometer. Die Stadt ist übrigens nicht die typische malterische Art, denn Sabaudia ist ein in den Dreißiger Jahren als Retortenstadt unter den Faschisten entstanden - streng im Schachbrettmuster, was aber für geschichtlich Interessierte auch mal sehenswert ist. Der Strand (mit Blick auf den Monte Circeo im Süden) ist aber ganz nett und nicht zu sehr zugebaut wie andernorts. Mit PPR wird es hier recht genau genommen; man soll dazu vorher ein langes Briefing auf der Website lesen und dann online das PPR beantragen. Aufgrund der Luftraumstruktur relativ komplizierter Anflug. In der Umgebung des Platzes liegt ein Naturreservat, das nur bedingt überflogen werden soll. Außerdem ist die Piste zwar immerhin 600 Meter lang, an beiden Seiten endet sie aber unmittelbar in einen Graben. Dazu manchmal schwierige Winde. Dennoch bin hier bereits einmal im Sommer mit vier großen Kerlen mit der SR22 rein und raus. Es gibt Avgas und Mogas auf besondere Anfrage auch Jet von einer richtigen Zapfsäule; allerdings werden nur geringe Mengen unter der "emergency fuel"-Konzession abgegeben. Ansonsten muss man eine Kurzmitgliedschaft abschließen. Landen und über Nacht zu Parken ist aus unerfindlichen Gründen teuer; überhaupt ist das Geschäftsgebaren mit den Gebühren teilweise etwas abenteuerlich - bitte vorher Preise einholen.

Scalea (LICK)

[ACHTUNG: Hier gibt es seit Frühjahr 2023 politische Scharmütze, wie sie in Süditalien leider häufig sind. Formell wurde der Platz erstmal - unter der aktuellen Führung - geschlossen. De facto aber betont der Platzbetreiber, man stehe zur Verfügung. Siehe z.B. zahlreiche Einträge auf der Facebook-Seite des Platzes. In jedem Fall sollte man, bevor Planungen gemacht werden, die diesen Platz einschliessen, Kontakt unter +39 0985 42155 oder operations@aeroportoscalea.com suchen und es klären.]

In Süditalien verringert sich die Flugplatzdichte (auch die der Aviosuperfici) doch recht erheblich. Der nächste Stopp direkt am Meer (abgesehen von Neapel und Salerno, siehe "Neapel/Kampanien") liegt dann bereits im Norden Kalabriens, am Golf von Policastro. Der Platz ist das Ergebnis eines (weitgehend gescheiterten) Projekts, hier einen kleinen Flughafen regionaler Bedeutung hochzuziehen und wurde daher vor einigen Jahren ausgebaut, so dass es eine lange Asphaltpiste, großzügige Abstellflächen und auch Jet, Avgas und sogar Mogas gibt (wg. Tanken am Besten vorher kurz anmelden). Er wird trotz seiner Größe eher wie ein kleiner Landeplatz mit privater Führung betrieben. Insbesondere die Verfügbarkeit von Avgas (und auch Mogas) macht diesen Platz auf einer Süditalientour eine gute Option, da die Versorgung in dieser Gegend ansonsten ja sehr mäßig ist. Gebühren allerdings mit ca. 40 Euro alleine schon für die Landung eines Zweitonners für diesen verkehrsarmen Platz etwas hoch. Parken über Nacht mindestens genau so teuer! Aber das Personal (Alberto) ist stets sehr bemüht und freut sich über Besucher. Es sei hier die Empfehlung für das nahe Agriturismo "Orsomarso" weitergegeben. Nah am Platz gibt es auch das Resort Hotel La Bruca. Die Preise hier in Kalabrien sind erfrischend moderat. Man wird vom Personal auch zum Essen und zum Übernachten in nahe gelegene Restaurants oder Agriturismos gefahren. Auch ein Leihauto organsiert man auf Wunsch. Lokalpratriotismus wird hier sehr groß geschrieben.

Lamezia Terme (LICA)

Der Verkehrsflughafen der mittelkalabrischen Stadt Lamezia Terme hat für Privatpiloten eher wenig zu bieten; er ist eher auf Linienverkehr und Frachtverkehr ausgerichtet, hat für die GA PPR- und Handlingpflicht (SACAL wohl weniger teuer als Aviapartner) und auch kein Avgas. Funktioniert trotzdem passabel ohne allzu große Zeitverluste. Ein "GAT" o.ä. gibt es aber nicht. Für IFR-Flieger: es gibt kein Radar, daher sind Instrumentenanflüge immer etwas lang und umständlich - meist lohnt sich ein Visual. Der Platz ist (sofern man kurze Graspisten nicht mag) die beste Alternative, wenn man ins schöne Tropea (allerdings dennoch reichliche 50 Kilometer südlich) möchte. Es gibt Mietautos aller Couleur; man sollte am besten vorbestellen, das ist deutlich günstiger. Tropea ist wirklich ein Highlight Süditaliens; als Städtchen, aber auch für den Badeurlaub. Gemäß Trip-Advisor Ranking ist der Strand von Tropea auf Platz 23 der schönsten Strände Europas.

Ali Calabria (Tropea)

Wer mit kurzen Pisten klarkommt, sollte wenn er in Kalabrien unterwegs ist diesen Platz in Erwägung ziehen, denn er liegt nur knappe 10 Kilometer von der schönen mittelalterlichen Stadt Tropea entfernt. Diese liegt auf einem ca. 80 Meter hohen Felsen über dem glasklaren Meer. Unterhalb der schönen Altstadt liegt ein feiner Sandstrand. Tropea zählt aufgrund seiner Lage und der gut erhaltenen Altstadt zu den beliebtesten Urlaubszielen Kalabriens und den schönsten Orten der italienischen Mittelmeerküste. Die Piste des UL-Vereins "Ali Calabria" ist auch für zertifizierte Flugzeuge zugelassen, aber eben nur 500 Meter lang und hat zwei Prozent Steigung. Keine Landegebühren. Unterkunftsmöglichkeit am Platz. Weitere Infos im Avioportolano.

Info: Direkt nebenan (eine Meile nördlich) gibt es noch einen weiteren Flugplatz - "Il Grifo". Auch dessen Bahn ist aber ähnlich kurz, außerdem ist dieser nur als campo di volo zugelassen.

Reggio Calabria (LICR)

Dieser Flughafen im äußersten Südwesten Kalabriens (sprich auf der Fußspitze des Stiefels) ist bei Privatpiloten auf Italientouren vergleichsweise beliebt, da er gebührentechnisch noch halbwegs im Rahmen ist (ca. 60-80 Euro inkl. Handling) und vor allem, da es neben Zoll auch (wenn auch recht teuer) Avgas gibt. Lediglich das Bezahlen des Gebühren (an zinsgesamt drei Stellen!) ist ein bisschen langwierig. Es gibt eine Bar am Platz, wo man auch etwas Kleines essen kann.

Da außerdem Sizilien keinerlei solch unkomplizierten Flughafen zu bieten hat, ziehen es einige vor, in Reggio Calabria zu landen und dann mit der Fähre die Meerenge von Messina Richtung Sizilien zu kreuzen, was durchaus auch seinen Reiz hat. Also: zu empfehlen. Die Gegend kann allerdings häufig ein bisschen windig und daher im Anflug etwas bockig sein, vor allem bei Nordwind. Außerdem darf der Platz auch bei IFR-Flügen nur bei VFR-Bedingungen genutzt werden; Special VFR ist aber möglich. Kein Nacht-VFR. In der Tat: auch hier gibt es mittlerweile ein "Airport-Briefing"; das für Privatfliger aber "nur" empfohlen wird. Siehe: www.sacal.it. Der Platz ist natürlich PPR, über ein entsprechendes Formular.

In der Stadt Reggio Calabria wird als Unterkunft das "Al Castello Luxury Bed 'n Breakfast" empfohlen. Die Stadt hat ein paar recht sehenswerte Ecken, ist sonstaber etwas chaotisch, eher ungepflegt und nichts so ganz Besonderes.


© Philipp Tiemann
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