Flugziele/Tyrrhenische Küste
Tyrrhenische Küste

Man kann durchaus verschiedener Meinung sein, ob nun die die tyrrhenische (=West-) Seite oder die adriatische (=Ost-) Seite des Stiefels die schönere ist. Meine Meinung: Die Küsten am Tyrrhenischen Meer sind einfach etwas interessanter und abwechslungsreicher. Außerdem gibt es viel weniger Bausünden in Form von Bettenburgen, wodurch die Optik ansprechender ist. Allerdings ist insbesondere die Luftraumstruktur für VFR-Piloten auch etwas anspruchsvoller als auf der Adriaseite.

In diesem Abschnitt sollen alle für die GA nutzbaren Plätze vorgestellt sein, die sich entlang der italienischen Westküste anbieten, geordnet von Nord nach Süd. Ausgenommen sind lediglich die Plätze von Rom, Neapel, Salerno, Massa-Cinquale, Pisa und San Vincenzo, da diese in jeweils anderen Abschnitten bereits detailliert behandelt werden.

Albenga-Villanova (LIMG)

Der einzige Flugplatz an der Riviera di Ponente, also dem Küstenabschnitt zwischen Genua und der französischen Grenze. Der Platz liegt leicht im bergigen Hinterland der Küste und ist daher auch aufgrund der oft schwierigen Windverhältnisse recht anspruchsvoll. Es gibt zwar einen LOC-DME-Anflug; dieser hat aber sehr hohe Minima. Es ist kein PPR erforderlich und es gibt Jet und Avgas, sowie freundliches Personal. Außerdem auch Zoll (Benachrichtigung erfolgt über den FPL). Der Platz ist wirklich eine Freude; da sieht man mal, was geht, wenn ein Flughafen keinen Linienverkehr hat.

Der Platz ist in jedem Fall ein ideales Ziel, wenn man mal eben dem mitteleuropäischen Winter entfliehen will, da man hier an der Riviera di Ponente praktisch nie weniger als 12-14 Grad und meistens Sonnenschein hat. Die Gebühren sind einen Tick hoch (ca. 60 Euro mit einer Übernachtung). Avgas ist preislich eigentlich recht OK; leider wird aber hier gemeinerweise zusätzlich zum Literpreis noch eine Betankungsgebühr von 10 Euro abgerechnet, so dass es letztlich doch nicht mehr sonderlich günstig ist - vor allem natürlich nicht im Vergleich mit dem nahen Cannes-Mandelieu (LFMD). Einziger Besonderheit: auch hier kann man, wenn man anschließend aus der EU ausfliegt (meist: in die Schweiz), mineralölsteuerbefreit tanken. Avgas kostet dann nur ca. 1,40 Euro.

Die Asphaltflächen vor dem Terminal sind eher großem Turbinengerät vorbehalten. In der Nebensaison kann man selbst auch mit kleinem Gerät manchmal parken. Im Sommer geht es, wenn man länger bleibt, stets auf Gras. Die Flächen sind aber groß, so dass nie Engpässe entstehen.

Leider gibt es direkt am Platz keine Mietwagen. Mit dem Taxi ist man allerdings in gut 10 Minuten (8 km) in Alassio, einem der wenigen Orte mit Sandstrand in Ligurien. Auch ansonsten ist Alassio hübsch und kann daher (außer im Juli und August) empfohlen werden. In Alassio habe ich abends mehrfach sehr gut im Ristorante "Barcalà Mare" gegessen (an der Promenade, ganz in der Nähe des großen Stegs).

Meist wartet ein Taxi direkt am Flugplatz. Falls einmal nicht, kann man sich ein vom Flugplatzpersonal rufen lassen. Wenn man sich vorab schon verabreden möchte, hier die Telefonnummern: 0039 3342820954 (Sig. De Lorenzo) sowie 0039 3358172177 (Guido Santuccione). Letzterer ist sehr freundlich und zuverlässig und spricht auch etwas Englisch. Die Fahrt nach Alassio kostet einfach 25 Euro (Hin und zurück kosten 45 Euro). In Alassio gibt es Hertz (0039 0182648242) und Maggiore (0039 0182643382), die allerdings nicht viele Autos haben. Sonst gibt es in Alassio noch eine Franchise-Agentur von Sixt namens Winrent; für die Kontaktdaten siehe das Internet. Winrent ist allerdings etwas teuer und etwas umständlich bzw. lahm.

Albenga hingegen selbst ist als Stadt eher nicht so toll, aber in Richtung Nordosten sind viele schöne ligurische Küstenorte von Albenga aus in 30-45 Minuten Autobahn zu erreichen: Loano (Altstadt und großer Sporthafen), Finale Ligure (Altstadt und Promenade) und vor allen Noli (Altstadt, Gesamtszenerie). In Noli ist das Vittoria für mittags ein gutes Strandrestaurant mit schöner Terasse. Vom Flugplatz Albenga in Richtung Südosten ist das kleine Altstädtchen von Cervo sehr nett.

Genua-Sestri (LIMJ)

Der Flughafen der Hafenstadt Genua. Es gibt die komplette Infrastruktur eines Großflughafens inkl. weitgehendem H24-Betrieb; private GA-Flüge dürfen lediglich zwischen 1:00 und 5:30 morgens nicht fliegen. Auch dieser Platz ist PPR (egal ob man parken möchte oder nicht); dies erfolgt über eine Mail an den "Duty-Manager (siehe AIP), welcher meist innerhalb von wenigen Minuten antwortet. Probleme gibt es mit dem Parken eher selten; definitiv aber während des Grand Prix von Monaco und der Filmfestspiele von Cannes.

Der Anflug ist interessant, da sich der Platz auf einer Landzunge im Hafen von Sestri befindet. Die Anfluglotsen von Genua haben den Ruf, die besten und GA-freundlichsten Italiens zu sein. Nahezu jedwede Anfrage versucht man zu genehmigen und das alles in freundlichem Ton. Es gibt Jet und Avgas; es wird, wenn man Tanken will, allerdings diesbezüglich um Vorabinfo gebeten. Die Avgas-Tanke (BP) ist fix; man benötigt für's Tanken natürlich einen Tankwart; leider kann es da manchmal zu Verzögerungen kommen, da Airlinern natürlich Priorität eingeräumt wird.

Tipp: Um einen Tankwart zu rufen oder um nach dem Abstellen um Abholung durch den Vorfeldbus zu beten, kann man auf der Frequenz 136,82MHz (die nicht in der AIP steht) mit dem (sehr freundlichen) Handling-Personal reden.

Ansonsten ist der Platz meiner Erfahrung wirklich nicht schlecht, den auch beim Abflug geht alles freundlich und zügig zu. Es gibt eine separate Sicherheitskontrolle für die GA, so dass auch dort keine Wartezeiten entstehen. Danach geht es zum Bezahlen und dann raus zum Flieger - fertig. Die Wege sind kurz und Bürokratie gibt es auch nicht viel.

Thema Gebühren: Diese sind aufgrund obligatorischer Handling- und Marshallinggebühren relativ hoch, aber gerade noch im Rahmen (ganz grob ca. 90 Euro). Zwei Tipps: Wenn man sich clever verhält, muss man bei zwei Piloten an Bord für den zweiten keine Passagiergebühr bezahlen (kostet sonst 20 Euro extra). Außerdem sollte man darauf achten, dass auf der Rechnung keine Gebühr für "Towing" oder "Pushback" steht. Kleine SEPs und MEPs dürfen zwar in Genua selbständig rangieren; trotzdem sollte man das auf der Rechnung kontrollieren. Nicht herum kommt man allerdings um die Marshalling-Gebühr, auch wenn es gar richtiges Marshalling gab. Komensiert werden die etwas hohen Gebühren durch das meist recht günstigen Avgas.

Was die weitere Logistik angeht, so hat man mehere Möglichkieten. Ein Taxi in die City von Genua ist einen Tick teuer (25-30 Euro). Wenn man alleine oder zu zweit ist, lohnt sich der "Volabus", welcher direkt vom Ankunftsterminal im 40-Minuten-Rhythmus an 5 verschiedene Punkte in der City fährt. Kosten: 6 Euro pro Person. Ansonsten kann man am direkt im Terminal auch für wenig Geld Mietwagen bekommen (am besten mit Vorbestellung).

Die Stadt Genua ist schon etwas chaotisch und rau. Insbesondere der eigentlich reizvolle Hafen (mit dem berühmten Acquarium, viele Booten, Restaurants, etc.) ist leider durch eine auf Stelzen quer durch die Stadt verlaufende, laute und hässliche Schnellstraße verhunzt. Die dahinter befindlichen Teile der City befindlichen Piazzen, Paläste, Parks und Straßen sind aber teilweise recht sehenswert.

Der Flughafen Genua ist außerdem auch der Platz der Wahl, wenn man an die schönen Orte der Riviera Levante, also der Küste östlich von Genua will. Hervorzuheben sind insbesondere Santa Margherita Ligure / Portofino (30 km von Genua), Sestri Levante (45 km von Genua) und natürlich die Orte der Cinque Terre (80 km von Genua). Zu empfehlen sind diese Ausflüge allesamt vor allem mit dem Zug. Unbedingt meiden sollte man dafür allerdings die Haupt-Tourismus-Saison. Insbesondere Portofino und die Cinque Terre laufen im Sommer nämlich schier über.

Sarzana-Luni (LIQW)

Der ca. 20 km südlich von La Spezia (also genau an der Grenze zwischen Ligurien und der Toskana) gelegene Militärflugplatz Sarzana (LIQW), ist leider nur sehr sehr beschränkt für die Allgemeine Luftfahrt nutzbar. Es gibt zwar zumindest einen örtlichen "Aeroclub", der auf sehr kleiner Flamme Luftsport betreibt.

Dass es nicht völlig unmöglich ist, hier als Gast eine Landegenehmigung zu bekommen zeigt folgendes Video aus 2015:

Klick 

Grundsätzlich würde sich der Platz von seiner Lage her insbesondere für diejenigen eignen, die Richtung Forte dei Marmi/Viareggio wollen, denen aber die Piste von Massa-Cinquale zu kurz und zu steinig ist; außerdem sind von hier aus La Spezia, Lerici, Carrara oder Portovenere in Kürze erreichbar (wobei La Spezia eher weniger sehenswert ist).

Kurz gesagt ist der erste Ansprechpartner für den Versuch einer Landebewilligung das Sekretariat des Aeroclubs:

Aeroclub Luni-Sarzana
Tel.: 0039 0187 673180
Fax: 0039 0187 029078
E-mail: aeroclubsarzana@tiscali.it

Laut Info aus 2016 tut der Club alles dafür, den Platz mehr zu öffnen, trifft aber auf viel Trägheit und Widerstand. Dennoch geht es langsam bergauf; der Aeroclub fliegt wieder; macht vor allem Rundflüge. Seit Juli 2017 ist auch die clubeigene PPL-Flugschule wieder aktiv.

Leider ist es so, dass das Landen für Gäste nach wie vor nur sehr sehr eingeschränkt möglich ist. Um dort landen zu können, muss man nach meiner letzten Info a) Mitglied der Italienischen Aeroclubs (AecI) sein und b) außerdem für den Flug Genehmigungen der Luftfahrtbehörde ENAC und des Staats einholen.

Cecina (LIQG)

Dieses Aviosuperficie liegt zwischen Livorno und Piombino und hat eine 1000 Meter lange, realtiv gute Graspiste. Keine Landegebühr. Am Platz leider kaum Infrastruktur; es bietet sich allerdings meist ein Mitglied an, Gäste in die Stadt oder an den Strand zu fahren. Ein "Highlight" der Gegend ist der ca. 8 Kilometer nördlich gelegene Strand von Vada, auch "die Karibik Italiens" genannt, denn praktisch nirgendwo anders in Italien gibt es so weißen Strand und so türkisblaues Wasser (Wenige Meter landeinwärts stört allerdings eine große Chemieanlage, diie für den hellweißen Sand des hiesigen Strands verantwortlich ist.) Dennoch sehr zu empfehlen. Das Taxi vom Flugplatz zum Strand der o.g. Bucht kostet verständlicherweise ca. 30 Euro aber dafür gibt es in Cecina ja keine Landegebühren. Nach Cecina Mare kostet es knapp 20 Euro. Dort sehr empfohlen wird das familiengeführte Fischrestaurant "El Faro". Man kann am Platz auch Fahrräder leihen. Nach Cecina Paese (die landseitige Stadt) sind es nur ca. 3 Kilometer. Dort empfehle ich die Osteria "Le Chiacchiere".

Weitere Infos natürlich im Avioportolano. Für telefonische Infos auf Englisch kann man das Mitglied Corrado Barghigiani unter der Nummer 0039 335 1236720 kontaktieren.

Aliscarlino

Dieser im Frühjahr 2011 neu eröffnete Flugplatz (Aviosuperficie) liegt in Gebiet des Städtchens Scarlino (Provinz Grosseto); daüber hinaus aber vor allem nicht weit vom Meer und vom Strandort Follonica. Auch diese Gegend der Toskana ist bei den Deutschen sehr beliebt. Nur 15 Kilometer landeinwärts liegt das schöne Bergstädtchen Massa Marittima. Die Piste von Aliscarlino ist 650 Meter lang, mit geringfügigen Hindernissen an beiden Anflugenden. Infos im aktuellen Avioportolano, oder über Internet, z.B. hier. Der ehemalige Landwirt Claudio (sehr sympathisch) betriebt am Platz ein kleines, einfaches Restaurant. Sehr leckeres, einfaches Essen!

Castiglione della Pescaia / Punta Ala

Wir sind nur ein paar Kilometer südlich, noch immer in der Provinz Grosseto. Der Flugplatz Castiglione della Pescaia liegt nur ein paar Kilometer von der feinen und landschaftlich reizvollen "Punta Ala" entfernt. Diese hat den größten Yachthafen des Tyrhennischen Meers und einen sehr renommierten Golflcub. Außerdem liegen in Fußdistanz des Flugplatzes aber auch gleich drei(!) nette Restaurants (siehe Avioportolano). Die Piste ist landschaftlich sehr schön, aber - obwohl 800 Meter lang - wegen Hindernissen und Gefälle ziemlich anspruchsvoll; man könnte auch sagen: nicht ungefährlich. Auch der Zustand der Bahn lässt zu mancher Jahreszeit zu wünschen übrig. Keine Landegebühr.

Orbetello - Costa d'Argento

Dieses Aviosuperficie liegt am Rande des Städtchens Orbetello, welches wiederum das Eingangstor zur Halbinsel Monte Argentario ist. Daher ist dieser Flugplatz ein sehr guter Ausgangspunkt für die Erkundung dieses Küstenabschnitts des südlichen Teils der Provinz Grosseto. Der Flugplatz ist 2011 wiedereröffnet worden, nachdem er in zuvor für längere Zeit geschlossen war. Aus diesem Grund ist er auch im aktuellen Avioportolano nicht aufgeführt; interessanterweise ist er aber im Jeppesen stets erhalten geblieben. Laut diesem ist die Graspiste 780 Meter lang. Es wird um PPR gebeten: 0039 328 7284713 (Fabio Lombardelli). Der Platz wird u.a. von Fallschirmspringern genutzt. Strategisch günstige Lage und außerdem eine halbwegs passagle Alternative für einen Besuch der Stadt Grosseto. Transport muss aber individuell geklärt werden.

Campo di volo Selva Nera (Capalbio)

In der insgesamt eher flugplatzarmen Küstenregion zwischen Grosseto und Rom gibt es noch einen weiteren , allerdings nur für ULs zugelassenen Flugplatz, welcher sehr schön in der Naurschutzregion der Maremma liegt. Genauso gesagt direkt neben dem Lago di Burano, nahe Capalbio. Der er eher "privat" ist, gibt es nur wenige Veröffentlichungen dazu. Dennoch heißt der Eigentümer Gäste durchaus willkommen.

Die Koordinaten lauten: N42 24.4 E011 23.8. Elevation 30 Fuß. Platzrunde strikt im Norden (den See nicht überfliegen). Die Piste ist eine 10/28 und ist 550 Meter lang (weitestgehend hindernisfrei). Vorsicht beim Verlassen der Piste Richtung Parkfläche (am Ostende der Piste): dies ist nur über zwei "Brücken" möglich. Sonst Graben! Strand in ca. 2 Kilometern Entfernung. 900 Meter vom Platz entfernt gibt es ein Restaurant.

Der Eigentümer das Platzes heißt Beppe Berti; Telefon: 0039 3355927074.

Aviosuperficie Santa Severa Nord - Monti della Tolfa

Zwischen Civitavecchia und Rom gibt es diesen Flugplatz. Siehe Avioportolano. PPR gewünscht. Die Piste ist allerdings real nur 520 Meter lang; ein paar hundert Meter vor der Schwelle der 12 gibt es eine Hochspannungsleitung. Unbedingt auch die R-14 direkt südlich des Platzes meiden. Es gibt ein kleines, hübsches Restaurant am Platz und auch ein Schwimmbecken! Bis an den Strand (in Santa Severa) sind es gute zwei Kilometer.

Nettuno - Ali Nettuno

Dieser Platz liegt ca. auf halber Strecke zwischen Rom und Neapel und zwar genau gesagt ein paar Kilometer nördlich des Küstenstädtchens Nettuno. Die Piste ist (entgegen anders lautender Veröffentlichungen) ein 560 Meter langer Asphaltstreifen plus einer ca. 280 Meter langen Grasverlängerung. Der Platz hat erst vor ein paar Jahren die Zulassung als "Aviosuperficie" erhalten. Es gibt allerdings offiziell keinerlei Tankstelle am Platz. Achtung: den Platz nicht mit einem weiteren Platz bei Nettuno ("Arma") verwechseln, welcher zwei Kilometer südöstlich liegt!

Sabaudia

Nicht weit südlich von Nettuno liegt - besonders schön am Rande des naturbelassenen Nationalparks Circeo gelegen - der Flugplatz Sabaudia. Zum Strand und in das Städtchen Sabaudia sind es allerdings ein paar Kilometer. Der Strand ist aber ganz nett und nicht zu sehr zugebaut wie andernorts. Aufgrund der Luftraumstruktur relativ komplizierter Anflug. Außerdem ist die Piste zwar immerhin 600 Meter lang, an beiden Seiten endet sie aber unmittelbar in einen Graben. Dennoch bin hier bereits einmal im Sommer mit vier großen Kerlen mit der SR22 rein und raus. Es gibt Jet, Avgas und Mogas von einer richtigen Zapfsäule. Keine Landegebühr. Der Platz ist auch im Jeppesen enthalten.

Scalea (LICK)

In Süditalien verringert sich die Flugplatzdichte (auch die der Aviosuperfici) doch recht erheblich. Der nächste Stopp direkt am Meer (abgesehen von Neapel und Salerno, siehe "Neapel/Kampanien") liegt dann bereits im Norden Kalabriens, am Golf von Policastro. Der Platz ist das Ergebnis eines (weitgehend gescheiterten) Projekts, hier einen kleinen Flughafen regionaler Bedeutung hochzuziehen und wurde daher vor einigen Jahren ausgebaut, so dass es eine lange Asphaltpiste, großzügige Abstellflächen und auch Jet, Avgas und sogar Mogas gibt (wg. Tanken am Besten vorher kurz anmelden). 2015 wurde der Platz saniert und die Gebäude erneuert. Insbesondere die Verfügbarkeit von Avgas (und auch Mogas) macht diesen Platz auf einer Süditalientour eine gute Option, da die Versorgung in dieser Gegend ansonsten ja sehr mäßig ist. Gebühren allerdings mit ca. 30 Euro für diesen verkehrsarmen Platz einen Tick hoch. Es sei hier die Empfehlung für das nahe Agriturismo "Orsomarso" weitergegeben. Weitere Infos im Avioportolano.

Allerdings sollte man sehr rechtzeitig vor einem geplanten Flug prüfen, wie der Status des Platzes ist. Dies gilt zwar im Prinzip für alle Aviosuperifici; ganz besonders aber für Scalea, denn immer wieder machen Geschichten von Unregelmäßigkeiten und zeitweisen Schließungen die Runde (Süditalien halt...). Wenn der Platz aber geöffnet ist, bekommt man hier einen sehr guten Service. Man wird vom Personal auch zum Essen und zum Übernachten in nahe gelegene Restaurants oder Agriturismos gefahren. Lokalpratriotismus wird hier sehr groß geschrieben.

Lamezia Terme (LICA)

Der Verkehrsflughafen der mittelkalabrischen Stadt Lamezia Terme hat für Privatpiloten eher wenig zu bieten; er ist eher auf Linienverkehr und Frachtverkehr ausgerichtet, hat für die GA PPR-Pflicht, normale Landegebühren (welche aber nicht vor Ort gezahlt werden können) und auch kein Avgas. Funktioniert trotzdem passabel ohne allzu große Zeitverluste. Ein "GAT" o.ä. gibt es aber nicht. Für IFR-Flieger: es gibt kein Radar, daher sind Instrumentenanflüge immer etwas lang und umständlich. Wie immer an italienischen Verkehrsflughäfen: schön vorher anmelden! Er ist (sofern man kurze Graspisten nicht mag) die beste Alternative, wenn man ins schöne Tropea (allerdings 50 Kilometer südlich) möchte. Es gibt Mietautos aller Couleur; man sollte am besten vorbestellen, das ist deutlich günstiger.

Ali Calabria (Tropea)

Wer mit kurzen Pisten klarkommt, sollte wenn er in Kalabrien unterwegs ist diesen Platz in Erwägung ziehen, denn er liegt nur knappe 10 Kilometer von der schönen mittelalterlichen Stadt Tropea entfernt. Diese liegt auf einem ca. 80 Meter hohen Felsen über dem glasklaren Meer. Unterhalb der schönen Altstadt liegt ein feiner Sandstrand. Tropea zählt aufgrund seiner Lage und der gut erhaltenen Altstadt zu den beliebtesten Urlaubszielen Kalabriens und den schönsten Orten der italienischen Mittelmeerküste. Die Piste des UL-Vereins "Ali Calabria" ist auch für zertifizierte Flugzeuge zugelassen, aber eben nur 500 Meter lang und hat zwei Prozent Steigung. Keine Landegebühren. Unterkunftsmöglichkeit am Platz. Weitere Infos im Avioportolano.

Info: Direkt nebenan (eine Meile nördlich) gibt es noch einen weiteren Flugplatz - "Il Grifo". Auch dessen Bahn ist aber ähnlich kurz, außerdem ist dieser nur als campo di volo zugelassen.

Reggio Calabria (LICR)

Dieser Flughafen im äußersten Südwesten Kalabriens (sprich auf der Fußspitze des Stiefels) ist bei Privatpiloten auf Italientouren recht beliebt, da er gebührentechnisch noch halbwegs im Rahmen ist, auch am Boden relativ unkompliziert ist und vor allem, da es problemlos (wenn auch natürlich eher teuer) Avgas gibt. Da außerdem Sizilien keinerlei solch unkomplizierten Flughafen zu bieten hat, ziehen es einige vor, in Reggio Calabria zu landen und dann mit der Fähre die Meerenge von Messina Richtung Sizilien zu kreuzen, was durchaus auch seinen Reiz hat. Also: Sehr zu empfehlen. Die Gegend kann allerdings häufig ein bisschen windig und daher im Anflug etwas bockig sein. In der Stadt wird als Unterkunft das "Al Castello Luxury Bed 'n Breakfast" empfohlen. Sonst ist die Stadt aber etwas chaotisch, eher ungepflegt und nichts so ganz Besonderes.


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