Flugziele/Sizilien
Sizilien (inkl. Lampedusa und Pantelleria)

Sizilien, die größte Insel im Mittelmeer mit ihrem Wahrzeichen, dem Ätna, hat - trotz oder gar wegen - ihrer großen Entfernung zur Heimat eine ganz besondere Wirkung auf Privatpiloten.

Bis hierhin will es fast jeder ambitionierte Privatpilot zumindest einmal geschafft haben. Auch ich war schon drei mal in Sizilien unterwegs und möchte ein paar persönliche Tipps weitergeben.

Die Hauptflughäfen von Sizilien sind: Palermo Punta Raisi (LICJ) im Nordwesten, Catania Fontanarossa (LICC) im Osten, Trapani (LICT) im äußersten Westen, sowie - seit Kurzem - Comiso (LICB) ganz im Südosten. In diesem Zusammenhang sollen auch die Flughäfen der genau genommen natürlich nicht zu Sizilien gehörenden Inseln Lampedusa (LICD) und Pantelleria (LICG) erwähnt sein; beides Inseln, die durchaus ihre Reize haben (siehe weiter unten). Auf den Liparischen Inseln gibt es leider keine Flugplätze.

Die oben genannten Flughäfen sind aber alles in allem sicher nicht der Traum eines Privatpiloten: Relativ hohe Gebühren, PPR-Pflicht, lange Wege, usw. prägen diese Plätze, so dass man sie eigentlich nur nutzt, wenn es keine sinnvolle Alternative gibt. Diese kommt, wie so oft, in Form der "Aviosuperfici." Hier seien genannt: Ragusa (Eremo della Giubiliana), Caronia, Canicattini Bagni (Aretusa Fly), Avola (Gallina), Ramacca, Calatabiano-Etnavolo, Marina di Modica und Salemi (Bovarella). Alle diese Plätze haben keinen ICAO-Code, wohl aber Pisten von mindestens 500 Metern.

Landschaftliche Highlights für Piloten bietet Sizilien viele. Klassiker sind die Ätna-Umrundung (siehe unten) und der Überflug der Stadt Taormina; überhaupt ist die Ostküste Siziliens sehr reizvoll. Ebenso gut hat mir die gesamte Nordküste gefallen. Und auch die vielen sizilianischen Bergdörfer und -städtchen im Innern der Insel sind sehr schön von oben zu betrachten.

Palermo: Punta Raisi vs. Boccadifalco

Eins vorweg: Palermo ist sehenswert, etwas mehr als z.B. Catania. Wenn man nun nach Palermo oder in die Gegend von Palermo will, gibt es grundsätzlich zwei Landemöglichkeiten: Den großen internationalen Verkehrsflughafen Punta Raisi (LICJ), der ca. 20 Kilometer westlich der Stadt liegt oder den Stadtflughafen Boccadifalco (LICP).

Zunächst einmal bietet sich natürlich Boccadifalco aufgrund seiner Stadtnähe und der Präsenz des Aeroclub Palermo an. Der Platz ist zwar PPR; im Gegensatz zu früher, als der Platz noch vom Militär genutzt wurde, braucht es aber keine langwierigen Genehmigungen mehr, sondern es reicht ein Anruf.
Laut der Website des Aeroclubs soll man sich dazu wenden an:

Fabio Giannilivigni
email: info@aeroclubpalermo.it
Tel: 0039 349 7615818

Was die Gebühren angeht, hat man für eine Landung und eine Übernachtung mit ganz grob ca. 60 Euro zu rechnen, was schon sehr an der oberen Grenze für einen solchen Platz ist, zumal die Piste ziemlich ramponiert ist. Immerhin verfügt der Aeroclub über Avgas und verkauft dies (obwohl streng genommen wohl nicht erlaubt) bei Bedarf auch an Gäste. Preis: ca. 3,10 Euro pro Liter.

Im Übrigen ist - selbst nach erhaltenem PPR - in der Regel der Funk am Platz nicht besetzt, d.h. es wird blind gefunkt. Davon sollte man sich nicht überraschen lassen. Es gibt allerdings keine ATZ und keine eigene Platzfrequenz mehr; laut Website soll man die Positionmeldungen auf der Frequenz von Roma Information (129.575) abgeben.

Wenn man allerdings unbedingt einen IFR-Platz braucht, H24, Zoll, Jetfuel, oder einen Mietwagen, dann ist Punta Raisi der Platz der Wahl.

Gemäß AIP ist über den gewählten Handling-Agent PPR beim GESAP Apron Management einzuholen, und zwar für einen Kurzstopp mindestens 2h vor der Landung, und für einen längeren Aufenthalt (max. 72h!) mindestens 12h vor der Landung. Hier auch die direkten Kontaktdaten:

GESAP Apron Service; Tel: 0039 091 7020732/33; Fax: 0039 091 7020726; apronservice@gesap.it

Die Liste der verfügbaren Handling-Agents findet sich wie immer in der AIP. Jet-Tanken ist jederzeit ohne Voranmeldung möglich. Avgas ist seit Ende 2013 definitiv nicht mehr verfügbar!

Die Kosten für eine Landung und eine Nacht Parken liegen nach meinen Erkenntnissen summa summarum bei ca. 150 Euro. Dennoch ist Berichten zufolge die ganze Handlingprozedur (auch beim Ablfug) kompliziert und zeitaufwändig, was also einzuplanen ist. Der Eingang für die GA ist im EG des Terminals. Dort nach seinem Handling Agent fragen.

Positiv bleibt zu vermerken, dass es vom Flughafen eine gute, schnelle Anbindung an die Stadt mit Zügen und Bussen gibt.

Catania: Parken und Tanken bitte!

Für Catania hingegen gibt es praktisch nur eine Option: Catania Fontanarossa (LICC). Auch zu diesem Platz gibt es ein paar nennenswerte Besonderheiten. Wie aus AIP / Jeppesen hervorgeht, ist schon das Parken <2h PPR, für das Parken >2h muß das PPR ferner mindestens 24h Vorlauf haben. Die offizielle, maximale Parkdauer beträägt 72 Stunden. Außerdem ist offiziell vom Airport kein Avgas verfügbar. Zu diesen Punkten Folgendes:

Das "Park-PPR" besteht aufgrund begrenzter Parkflächen auf dem der Airport-Betriebsgesellschaft gehörenden Teil. Das Problem: Auch wenn man rechtzeitig die PPR-Anfrage stellt, wird der Erfahrung nach oft keine Erlaubnis für das Parken erteilt und zwar mit der Begründung, alle Parkflächen seinen belegt (was natürlich Quatsch ist; eine Einmot bekommt man immer irgendwo unter, aber das interessiert Bürokraten leider nicht).

Dennoch, einen Versuch ist es wert. Das PPR ist zu beantragen beim:

SAC Apron Operations Service (AOS), Tel: 0039 095 7239447, Fax: 0039 095 7239820 oder per e-mail: apron@aeroporto.catania.it

Es sei nochmal wiederholt: Auch ein kurzer Stopp (<2h) ist PPR, allerdings ohne besondere Fristen. Für das Parken (Aufenthalt länger als zwei Stunden) beträgt die Vorlauffrist 24h.

Die Lösung des Problems mit der "Verfügbarkeit" des Parkplatzes liegt in diesem Fall darin, als "Gast" beim Aeroclub Catania zu parken. Dieser verfügt nämlich über ein eigenes, wenn auch recht kleines Vorfeld und ermöglicht auch Gästen das Parken auf den eigenen Flächen. Und das funktioniert seit 2011 so:

Der Aeroclub Catania ist zwar kein offizieller Handling-Agent für den Catania-Airport; er hat aber mit dem Handling-Agent "Fly Service" ein kleines Agreement, wonach Fly Service das Handling übernimmt, aber beim Aeroclub geparkt wird. Am besten, man verwendet für den PPR-Antrag das eigens vom Flughafen Catania vorgesehene Formular. Eine Kopie dieses Formulars, bereits mit den nötigen Voreintragungen und Bemerkungen, habe ich hier vorbereitet. Es ist wie gesagt komplett ausgefüllt an den Apron Management Service (siehe oben) zu faxen oder zu mailen. Funktioniert super! Gebühren insgesamt dann unter 100 Euro.

Zum Thema Avgas: Vor nicht allzu langer Zeit hat mir der Präsident erneut bestätigt, dass der Aeroclub problemlos bereit ist, auch fremde Maschinen auf Anfrage mit Avgas 100LL zu versorgen. Melden Sie aber auch dies am besten ebenfalls im Vorwege beim Aeroclub an. Der Preis beträgt ca. 2,70 Euro pro Liter.

Flughafen Comiso (LICB)

Nach vielen Jahren Bauzeit und vielen bürokratischen Verzögerungen war es nun endlich so weit: 2013 hat im Südosten der Insel endlich der neue Flughafen "Comiso" eröffnet. Dieser hat sich seitdem auch für Privatpiloten als brauchbare Alternative zu Catania und für den Südosten der Insel herausgestellt. Es gibt offiziell sowohl Avgas, Jet und auch Mogas; leider aber sind die Tanks für Avgas und Mogas wohl nur zur Eröffnung einmalig aufgefüllt worden (um die Genehmigung zu erhalten) und sind seitdem meist leer - zum Heulen. In jedem Fall gut die NOTAMs checken! Immerhin, die Landegebühren sind moderat. Luftraumtechnisch wurde um den Flughafen herum ein Sektor der CTR Catania (CTR2) gelegt, d.h. es gibt keine eigene "Comiso CTR" und auch die Anflugkontrolle wird von Catania übernommen.

Dank der Linienverbindungen durch Ryanair und Alitalia gibt es auch Verpflegung am Platz sowie Mietautos, etc.

Positiv an der Luftraumstruktur ist, dass es weiterhin möglich ist, auch ohne Freigabe in Ost-West-Richtung (oder anders herum) zwischen den beiden Flughäfen (Comiso und Catania) hindurchzufliegen, da in diesem Bereich die CTR erst ab 3500 Fuß aufwärts beginnt.

Negativ ist leider, dass es nun nicht mehr möglich ist, die südöstliche Küste von Sizilien komplett ohne Funkkontakt und Freigabe abzufliegen, da die besagte CTR2 einige Meilen ins Meer ragt. Daher benötigt man für den kurzen Abschnitt zwischen Gela (Whiskey 1) und Capo Scaramia (Sierra 1) nun eine Freigabe, welche, möglicherweise - bei entsprechendem IFR-Anflügen auf die Piste 05 - nicht immer leicht zu bekommen ist.

Trapani-Birgi (LICT)

Um den Westen Siziliens zu erreichen, ist (es sei denn, die 500-Meter-Piste von Salemi ist ausreichend) der Flughafen von Trapani geeignet. Dieser ist gemischt zivil-militärisch, das Ganze läuft aber alles reibungslos nebeneinander ab.

PPR ist (mit 24 Stunden Vorlauf) einzuholen bei:

AIRGEST, Tel: 0039 0923 321667; Fax: 0039 0923 842367; operativo@airgest.it

Der Flughafen liegt ca. auf halber Strecke zwischen den Städten Trapani und Marsala. Aufgrund der (meist recht starken) vorherrschenden Winde ist in der Regel die 31L in Betrieb. Außer dem Militär gibt es hier eine ganze Reihe Ryanair-Flüge. An der Parkposition gibt es keine Ösen, das Personal beschafft aber wenn gewünscht zumindest ein paar Gewichte, um das Flugzeug festzuzurren. Leider gibt es kein Avgas, sondern nur Jet-A1. Das Personal von Airgest ist freundlich und recht kompetent; was man vom Sicherheitspersonal nicht behaupten kann. Gebühren in LICT für Landung mit Zweitonner und einem Tag Parken: ca. 65 Euro. Das Handling ist auch beim Abflug recht flott und problemlos. Mietautos gibt es in jeder Couleur. Aber unbedingt vorher buchen (es reicht auch ein Tag), dann sind die Preise sehr ordentlich.

Zum Touristischen: In unmittelbarer Nähe von Trapani und Marsala gibt es keine besonders schönen Strände, aber ca. 40 Autokilometer nördlich des Platzes findet man in dem Ort San Vito Lo Capo einen Traumstrand mit türkisblauem Meer. Unbedingt für einen Aufenthalt zu empfehlen, speziell von Mitte September bis Mitte Oktober. Außerdem recht sehenswert ist die alte Stadt Érice, die auf einem 750 Meter hohen Berg oberhalb von Trapani liegt. Trapani selbst ist abgesehen von ein paar sehr schönen barocken Straßenzügen im Stadtkern nicht so sehr interessant; Marsala wohl eher noch weniger. Um Richtung Süden schöne Strände zu finden, muss man wohl mindestens bis Tre Fontane fahren. Für Kulturinteressierte empfehlen sich die Tempelbauten von Selinunte und Agrigento.

Ragusa- Eremo della Giubiliana

Dieses Aviosuperficie verdient kurz einer gesonderten Erwähnung: Es handelt sich hierbei um einen exklusiven Privatplatz bei Ragusa im Süden von Sizilien, wobei zu der Anlage ein exklusives 5-Sterne Hotel ("L'Eremo della Giubiliana") gehört. Die deutschsprachige Webseite mit vielen weiteren Informationen lautet:

http://www.eremodellagiubiliana.com/deu/index.html

Die Piste ist, obwohl asphaltiert und knappe 700 Meter lang, aufgrund der Topographie und der mikroklimatischen Bedingungen sehr anspruchsvoll. Gelandet wird ausschließlich auf der 07; gestartet wird auf der 25. Leider hat es in der Vergangenheit (mittlerweile vor über 10 Jahren) zwei tödliche Unfälle gegeben (das Problem ist eher die Landung, nicht der Start, zumal im Tagesverlauf der Wind meist von Westen kommt). Daher ist der Chef, Salvatore Mancini, recht restriktiv, was Landegenehmigungen angeht, insbesondere, wenn es sich um schnelle und schwere Reisemaschinen handelt. Außerdem werden mittlerweile wohl satte 500 Flugstunden Erfahrung des PIC gefordert. Mit einer C172 hat man ganz gute Karten, noch besser ist ein STOL-fähiges Flugzeug oder natürlich ein UL. Idealerweise kommt man früh morgens oder spät abends. Wenn man erstmal da ist, kann man auf Anfrage hier Mogas bekommen; es gibt sogar eine Nachtflugbeleuchtung! Avgas (gab es hier früher einmal) gibt es auch hier leider nicht mehr.

Aber Vorsicht: Seit der Eröffnung des nahe gelegenen Flughafens Comiso (Details siehe weiter unten) liegt der Flugplatz Ragusa-Giubiliana nunmehr leider knapp innerhalb des kontrollierten Luftraums. Daher muss man mittlerweile stets eine Freigabe von Catania Approach für alle entsprechenden Flugbewegungen einholen.

Insgesamt ein sicherlich sehr interessanter Platz mit einem hochwertigen und besonderem Hotel. Es sei allerdings gesagt, dass ich persönlich die vom Hotel angebotene Leistung im Verhältnis zu den doch ziemlich hohen Preisen bei meinem Besuch als nicht herausragend genug empfunden habe. Außerdem halte ich (obwohl ich für die Vorsicht des Eigner natürlich ein gewisses Verständnis habe) die manchmal recht willkürlich wirkende Auswahl der "Landeberechtigten" für schlecht.

Den Eindruck meines Besuchs habe ich in meinem Reisebericht "Eine Stiefelrunde" (siehe "Impressionen") geschildert.

Diese und andere ähnliche Anlagen sind im Abschnitt "Avioresorts" gelistet und erläutert.

Weitere Aviosuperfici

Es seien beispielhaft die Plätze Caronia (Norden) und Marina di Modica (Süden), Ramacca und Calatabiano-Etnavolo (Osten) sowie Salemi (Westen) genant. Alle diese Plätze finden sich nicht in der AIP oder im Jeppesen, dafür aber im Avioportolano.

Insbesondere Caronia (Beiname "Minotauraus e Medusa") ist ein Highlight (siehe meinen Reisebericht "Eine Stiefelrunde" unter "Impressionen"), denn man landet direkt parallel zum Strand. Abgesehen davon gibt es vor Ort nicht viel, aber es gibt für Piloten Rabatt in dem wunderschönen Agriturismo "Villa Nicetta". Es liegt ein paar Kilometer vom Platz entfernt, aber Gäste werden auf Anruf vom Platz abgeholt.

Außerdem empfiehlt sich der Platz Marina di Modica, der ebenfalls sehr nah am Strand liegt. Von dort ist die sehr schöne alte Stadt Scicli nicht weit entfernt. Außerdem gibt es es nur zwei Kilometer vom Platz den Strand von Marina di Modica.

Ein absolutes Sizilien-Highlight ist auch Calatabiano-Etnavolo, ein Platz direkt an Fuße des Ätna mit angeschlossenem Agriturismo (siehe "Avioresorts"). Hier kann man auch einen Mietwagen nehmen um in das gut 10 Kilometer entfernte Taormina zu fahren. Leider ist die Piste in Calatabiano für viele Echo-Klasse Flieger etwas marginal, denn sie ist nur exakt 500 Meter lang und die Oberfläche besteht aus steinig-kieseligem Erdboden. Dennoch: ich bin hier bereits mit der der SR22 (mit 3 stattlichen Personen an Bord) rein und raus - mit etwas Können und Vorsicht kein großes Problem. Hinweis: der Platz wird mittlerweile zunehmend unter dem Namen "Triavio" geführt.

Noch marginaler ist die zwar asphaltierte, aber letztlich dennoch nur 400 Meter lange Piste der wunderschönen historischen Stadt Siracusa. Sie liegt 4 Kilometer südwestlich der Altstadt und beheimatet einen recht aktiven UL-Club. Wer damit klarkommt, sollte hier unbedingt landen und Siracusa einatmen. Auch die Leue vom dortigen Club gelten als exquisit.

Wer damit nicht auskommt, hat aber zwei Alternativen mit längeren Pisten. Erstens kann man alternativ das Aviosuperficie Aretusa Fly in Canicattini Bagni nutzen. Dieser Platz liegt knapp 20 Kilometer westlich von Siracusa und hat eine immerhin eine 630 Meter lange Piste, ohne wesentliche Hindernisse. Infos hierzu gibt es allerdings im aktuellen Avioportolano nicht, sondern nur hier.

Eine zweite und wahrscheinlich bessere Alternative besteht im Aviosuperficie Gallina in Avola. Dies liegt 15 Kilometer südwestlich von Siracusa, nur einen Kilometer vom Meer entfernt. Die Piste wurde 2012 privat realisiert; Gäste sind aber mit Voranmeldung sehr willkommen. Sie ist ebenfalls 630 Meter lang und recht gepflegtes Gras. Allerdings verlaufen an den Schwelle der 09 zwei nicht gut sichtbare Stromleitungen in ein paar Metern Höhe. Weitere Informationen (auf Italienisch) sowie Kontaktdaten (Renato, der Betreiber, der hier eine P2006T stehen hat) gibt es hier (oder auch im Avioportolano). Nicht nur für einen Besuch von Siracusa eignet sich der Platz; auch die sehr schönen Strände dieses Küstenabschnitts sind nicht weit (Gallina: 1km, Fontane Bianche: 4km).

In Salemi (500 Meter Piste), gelegen im Inland des westlichen Siziliens, gibt es Avgas (im Juni 2012 bestätigt).

An diesen, aber auch allen anderen genannten Aviosuperfici werden Sie mit Sicherheit (wie eigentlich immer auf solchen Plätzen) viel Freundschaft, Gelassenheit und Gastfreundlichkeit, dafür umso weniger Landegebühren, Bürokratie und Sicherheitskontrollen finden!

Pisten nur für UL-Piloten

Genannt seien hier insbesondere die Plätze Capo d'Orlando und Termini Imerese. Beides sind campi di volo, die direkt am Strand des sizilianischen Nordens liegen.

Außerdem gibt es in Sizilien noch ein weiteres, eher unbekanntes Avioresort, die Tenuta La Fenice, etwas südwestlich von Caltanissetta gelegen. Allerdings ist die direkt nebenan liegende Piste (immerhin 550 Meter lang) ist aber nur ein campo di volo, so dass der Platz ausschließlich ULs vorbehalten ist. Weitere Infos zum Platz siehe Avioportolano. Die Tenuta verfügt über einen Pool und ein Restaurant. Website: hier.

Weitere campi di volo und Aviosuperfici mit kurzen Pisten kann man dem Avioportolano entnehmen.

Stichwort "Ätna-Umrundung"

Ein Erlebnis der besonderen Art ist Umrundung des Gipfels des aktiven Vulkans Ätna im Osten der Insel, knapp nördlich von Catania gelegen. Leider ist es relativ selten, dass der Gipfel frei von Wolken ist. An anderen Tagen weht womöglich ein zu starker Wind. Oder der Vulkan ist einfach zu aktiv um mal eben am Schlund vorbeizuschauen. Doch wenn man wettertechnisch Glück hat, steht einem Atnä-Rundlfug nicht viel im Wege.

Seit einer Umstrukturierung der CTR von Catania im Jahr 2013 liegt der Gipfel des Ätna zwar prinzipiell außerhalb des kontrollierten Luftraums, d.h. die CTR beginnt dort erst ab FL130 aufwärts. Daher ist ein Rundflug um diesen, wenn man von Norden an- und abfliegt, theoretisch ohne Funkkontakt zu Catania Approach möglich. Ich empfehle allerdings trotzdem, in diesem Fall Funkkontakt herzustellen, zumal westlich und östlich des Bergs andere CTR-Sektoren liegen, welche deutlich niedrigere Untergrenzen haben. Catania Approach ist das auch so lieber.

Außerdem bleibt zu bedenken, dass der Gipfel (wo selbst im Sommer noch Schnee liegt) auf über 10000 Fuß liegt, d.h. hier reden wir von gerne mal 12000-13000 Fuß Dichtehöhe! Unter "Downloads" finden Sie meinen Aerokurier-Reisebericht von einer Italien-Reise, bei der ich den Ätna umflogen habe.

Pantelleria (LICG) und Lampedusa (LICD)

Zwei Inseln, die geographisch schon zu Afrika gehören. In der Tat spürt man hier starke afrikanische Einflüsse, insbesondere in der Küche (man isst Couscous statt Pasta!). Dennoch sind beide Inseln sehr verschieden und haben durchaus ihre Reize.

Pantelleria ist eine Vulkaninsel, ist sehr grün (Kapernanbau überall) und ruhig, somit eher was für Naturfreunde. Es gibt auch keinerlei Strände. Dafür gibt in den Bergen eine interessante Natursauna. Außerdem viel Militär.

Der Flughafen (LICG) liegt im Westen der Insel auf einem Hochplateau und ist gemischt militärisch-zivil genutzt. Daher ist eine recht aufwendige PPR-Prozedur notwendig. Dieses ist laut AIP schriftlich zu beantragen, mindestens 48(!) Stunden vorher, bei folgenden zwei Stellen:

ENAC - DA Palermo
Tel. 0039 091 7020619; Fax: 0039 091 591023; aero.palermo@enac.rupa.it

ENAC - UCT Pantelleria
Tel. 0039 0923 0911172; Fax: 0039 0923 912464; aero.pantelleria@enac.rupa.it

Es sei empfohlen, mein vorbereites PPR-Formular zu verwenden, siehe "Downloads". Die erhaltene PPR-Nummer muß dann in Feld 18 des Flugplans eingetragen werden.

Das "GAP Handling" hat folgende Kontaktdaten: Tel/Fax: 0039 0923 911398, Tel. 0039 0923 913295.

Ich empfehle, zunächst das Handling zu kontaktieren; eventuell kümmern die sich direkt um die Weiterleitung des PPR-Antrags an die o.g. Stellen.

Der Platz ist täglich (allerdings nur tagsüber) geöffnet und hat IFR-Verfahren (ILS). Zollabfertigung ist mit separatem Vorab-Antrag möglich. Es gibt sowohl Jet-A1 als auch Avgas; letzteres kostet ca. 3,20 Euro. Die Gebühren für eine und Nacht Parken mit einer Einmot sind mit ca. 60 Euro noch erträglich. Achtung: Es geht sehr oft ein recht starker Wind aus Südost (Scirocco), in Anflug kann es daher turbulent sein. Im Übrigen steht in der AIP etwas von einer Special Pilot Qualification; soweit ich weiß wird dies aber nicht auf die General Aviation angewendet.

Lampedusa ist in optischer Hinsicht im Gegensatz zu Pantelleria eher ein karger Klotz im Meer (und übrigens auch der südlichste Punkt Italiens). Dafür sind die Menschen tendenziell etwas aufgeschlossener als auf Pantelleria. Überhaupt ist die Insel insgesamt touristischer. Speziell an der Südküste gibt einige sehr schöne Strände, allen voran den bei der "Isola dei Conigli". Außerdem ist angenehm, dass man vom Flughafen problemlos in fünf Minuten zu Fuß den Hauptort erreichen kann. Aber ein sei klar: außer am Strand liegen, baden und Fisch essen (z.B. bei der Trattoria "La Cambusa") kann man hier nicht viel machen Von den Flüchtlingsbooten, die regelmäßig aus Afrika kommend anlanden, bekommt man übrigens meist nichts mit.

Der Flughafen ist ebenfalls nur tagsüber geöffnet. Er ist aber im Gegensatz zu Pantelleria rein zivil, daher ist auch die PPR-Prozedur deutlich einfacher. Auch dieser Platz ist IFR, auch ohne ILS. Es gibt keinen Zoll! Und Achtung: da Lampedusa innerhalb der Malta FIR liegt, braucht man auch für Flüge zwischen "Italien" und Lampedusa stets einen Flugplan.

Wegen etwaiger Einschränkungen für die GA sollte man natürlich stets die aktuelle AIP und die aktuellen NOTAMs checken.

Der PPR-Antrag muss mit 24 Stunden Vorlauf gestellt werden an:

ENAC - Lampedusa Office: Tel: 0039 0922 970006, Fax: 0039 0922 971090

Es gibt auf Lampedusa kein Avgas, sondern nur Jetfuel. Die Flughafengebühren liegen inkl. einer Übernachtung bei ca. 60 Euro.

Avgas Tanken

Ist - zusammengefasst - in Sizilien möglich in Palermo-Boccadifalco (siehe oben), in Catania (beim Aeroclub, siehe oben) und in Salemi. Außerdem ist seit 2013 auch in Comiso Avgas verfügbar (zumindest grundsätzlich; wie immer gilt: rechtzeitig die NOTAMs checken). Alternativ bietet sich das Tanken im nahen Reggio Calabria, in Scalea oder - besonders günstig - in Malta an. Auch Pantelleria hat, wie oben beschrieben, allgemein Avgas, was aber vorab ebenfalls unbedingt zu verifizieren wäre.


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